Festungen
rund um Antwerpen


Festungen,
die im 19. und 20. Jahrhundert
in Belgien errichtet wurden.


Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen,
oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende.

John F. Kennedy
1917-1963



Der Festungsring um Antwerpen


Mitte des 19. Jahrhundert werde den belgischen Militärs klar, dass sie ihr Land gegen einen französischen Angriff kaum verteidigen konnten. Die belgische Armee war gegenüber der des Nachbarn Frankreichs einfach zu klein und besaß nicht genügend Schlagkraft. Deswegen beschloss man, die Landesverteidigung auf wenige, aber durch Festungen gut ausgebaute Städte zu konzentrieren.

Da Antwerpen das belgische Tor zur Nordsee darstellte, musste diese Stadt ganz besonders geschützt werden. Man beschloss, rund um Antwerpen einen Festungsring zu bauen. Dieser Festungsring sollte aus acht sogenannten Brialmontforts bestehen – benannt nach Henri Alexis Brialmont. Baubeginn der Festungen war 1859. Die klassischen Brialmontforts hatten meist eine (fast) rechteckige Form. Sie waren in gewisser Weise eine Abwandlung des Biehlerschen Einheitsfort, welches die Preußen bevorzugten.

Der deutsch-französische Krieg 1870/71 zeigte den Belgiern wiederum, dass dieser Schutz ihrer wichtigsten Hafenstadt nicht ausreichend war. Denn die Deutschen konnten damals das belagerte Paris aus einer Entfernung von 7 Kilometern beschießen und empfindlich treffen. Der just errichtete Ring verschiedener Brialmontforts bot Antwerpen demnach nicht ausreichenden Schutz.

Daher entstanden zwischen 1878 und 1905 weitere und vorgelagerte Festungen. Zu ihnen gehören beispielsweise die Forts in Walem, lier oder Steendorf. Die Entwicklung neuer Waffen schritt allerdings so schnell voran (=> Brisanzgranaten ab ca. 1890), dass weitere Festungen folgten, die zusammen mit den just errichteten Forts dann den sogenannten zweiten Festungsring rund um Antwerpen bildeten.


Belgische Festungen rund um Antwerpen [Karte]

(1) Karte, um sie zu vergrößern.
(2) KMZ-Dateizum Download für Google-Earth

Festung Antwerpen

Die Forts rund um Antwerpen im Ersten Weltkrieg

Am 4. August 1914 marschierten deutsche Truppen in das neutrale Belgien ein. Für das kleine Land war dies der Auftakt des Ersten Weltkriegs. Zuvor hatte die Belgier ein deutsches Ultimatum verstreichen lassen, mit dem das Kaiserreich einen „friedlichen Durchmarsch“ durch das Land verlangte. Zu ersten schweren Kampfhandlungen ist es bei Lüttich gekommen, weil die Deutschen die rund um die Stadt platzierten Festungen angriffen.

Die belgische Armee hielt die Festungsringe um Lüttich, Namur und Antwerpen für unbezwingbar – wurden aber eines Besseren belehrt. Die deutschen Angriffstruppen verfügten unter anderem über schwere Eisenbahngeschütze mit einem 42-cm-Kaliber. Die Sprengkraft ihrer Geschosse war verheerend. Außerdem konnten sie außerhalb der Reichweite der belgischen Festungsartillerie positioniert werden.

Nachdem Lüttich eingenommen und die Festungen dort niedergekämpft waren, marschierte ein Teil der deutschen Armee nach Antwerpen. Dort begann „das Spiel“ von vorn. Nach und nach fielen die Festungen. Die Kämpfe begannen Ende September 1914. Anfang Oktober fielen dann die ersten Forts – quasi im Tagesabstand. Und am 9. und 10. Oktober beschloss die Armee, die Festung Antwerpen aufzugeben, weil sie sie nicht halten konnten.


    • Erster Weltkrieg - deutsches 38-cm-Eisenbahnbeschütz.

      38-cm-Eisenbahnbeschütz im Ersten Weltkrieg. Nachdem die Bäume als Schutz gegen feindliche Flieger nicht ausreichten, wurden das Geschütz mit Matten und Zweigen eingedeckt.

    • Erster Weltkrieg: Deutsches Eisenbahngeschütz "Langer Max" vor dem Einsatz

      Deutsches Eisenbahngeschütz "Langer Max" vor dem Einsatz; ein Vergleich des Geschosses mit dem Kanonier lässt seine Größe erahnen.

    • Erster Weltkrieg - das 38-cm-Geschütz wird geladen.

      Das 38-cm-Geschütz wird geladen. Die Munition muss gegen des Gewichts von 18 Zentner auf einem gesonderten Wagen transportiert werden.

    • Erster Weltkrieg - eine 38-cm-Granate wird in das Rohr eines Eisenbahngeschützes eingeführt

      Eine 38-cm-Granate wird in das Rohr eines Eisenbahngeschützes eingeführt. Die Schussweite dieses Geschützes betrug 47 Kilometer.

Quelle der Bilder und Anmerkungen:
Der Weltkrieg im Bild - Originalaufnahmen des Kriegs-Bild- und Filmamtes aus der modernen Materialschlacht. Autor:George Soldan | Ausgabe 1928




Wissenswert.

Ich gab mir Mühe und versuchte die Geschichte des Festungsbaus mit wenigen Worten zusammenzufassen. Dabei konzentriere ich mich auf die preußischen Festungen Ende des 19. Jahrhunderts.

    • LINK: WISSENSWERTES

Wenn Du die konkrete Lage der einzelnen Festungen rund um Metz erfahren möchtest, lade Dir die KMZ für Google Earth herunter. Ich rate Dir aber zu äußerster Vorsicht bei Besuchen.

Ich habe auch eine eigene Dokumentation über den
Ersten Weltkrieg erstellt. Meiner Ansicht nach
ist diese wichtig, um Inhalte der Homepage geschichtlich
entsprechend und richtig einzuordnen.

    • LINK: WISSENSWERTES

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