Feste Prinz Friedrich-Karl

Festung, die vom Deutschen Kaiserreich
im sogenannten Reichsland Elsass-Lothringen errichtet wurde.


Erster Bauabschnitt vom französischen Militär: 1867-1870
Zweiter Bauabschnitt vom deutschen Militär: 1872-1892

Französischer Name:
Groupe fortifié du Saint Quentin


Bei Interesse ...

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Chronik: Ausbau der Festungsgürtel von Metz
Chronik: Kämpfe um Metz im Jahr 1944



Feste Prinz Friedrich-Karl - benannt nach dem Kronprinzen

Die Feste Prinz Friedrich Karl gehört zu meinen persönlichen Favoriten unter den vielen Festungsbauten rund um die französische Stadt Metz. Die heute von den Franzosen als Groupe fortifié St. Qentin bezeichnete Wehranlage befindet sich auf einem Felsplateau, welches sich rund 190 Meter über dem Moseltal befindet und von dort aus man einen herrlichen (und von den Militärstrategen ja letztlich auch gewollten) Überblick über die umliegenden Landschaften und die Stadt Metz selbst hat. Wenn man die Festung erreichen möchte, empfiehlt sich einen Parkplatz nahe Plappeville zu benutzen. Nimmt man von dort auch einen kurzen Fußmarsch in Kauf, kommt man auch zur nahe gelegenen Batterie Plappeville oder der Feste Alvensleben, die allerdings nur mit einigen Schwierigkeiten besucht werden kann. Beide Anlagen befinden sich nämlich nur einen Steinwurf von der eindrucksvollen und großen Festung Prinz Friedrich Karl entfernt.

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Die Lage der Festung
auf der historischen Karte.

Im Gegensatz zu vielen anderen Festungen in der Gegend erstreckten sich die Bauarbeiten diese Feste über einen recht langen Zeitraum. Der Grundstein wurde bereits im Jahr 1867 von den Franzosen gelegt - konkret spreche ich vom Fort Dious.. Damals entschied man sich, nahe der Stadt einige Festungsanlagen zu errichten, um die Stadt gegen einen deutschen Angriff zu schützen. Doch die Bauarbeiten (am Fort Dious) konnten jedoch nicht zu Ende geführt werden und der Deutsch-französische Krieg 1870/71 wendete das Blatt. Er gibt für die Franzosen verloren und Deutschland rückte dauerhaft in Elsass und Lothringen ein. Die deutschen Militärstrategien wiederum begannen ebenfalls direkt nach der Annexion, eigene Festungsanlagen zu errichten. Dabei griffen sie anfangs die französischen Pläne halbfertiger Pläne zurück. Also bauten Sie St. Quentin weiter aus und fügten weitere Anlagen nach eigenen Plänen hinzu. Dazu gehört unter anderem das Fort Manstein, auf welches ich gleich nochmals zu sprechen komme. Kurzum: Die Feste Prinz Friedrich Karl ist unter anderem deswegen so interessant, weil man hier verschiedene Generationen unterschiedlicher Festungsbaukonzepte ansehen kann. Und dieses ohne den üblichen Museumscharakter. Vielmehr stehen alle Gebäude offen, was nicht heißt, dass es ungefährlich ist, sie zu begehen. Denn die Anlage ist teilweise recht verfallen, so dass man ziemlich aufpassen muss.

Das Fort Dious (später von den kaiserlichen Truppen auch Ostfort genannt – abgeleitet von der Lage auf dem Plateau) folgt noch dem Bauprinzip einer Bastion. Die Bauweise wurde kurze Zeit später als veraltet angesehen, weil sie gegenüber (seinerzeit) moderner Militärtechnik nicht mehr ausreichenden Schutz bot. Leider kann ich Dir vom Ostfort derzeit noch keine Bilder zeigen. Die Anlage ist zwar sehr beeindruckend, aber ich habe keine Bilder von ihr gemacht. Sie werden folgen. Versprochen.

Im Gegensatz zum Ostfort wurde das Fort Manstein (franz. Fort Gerardin) als typisches Biehlerfort errichtet. Es befindet sich im westlichen Teil des Plateaus. Die Blaupläne folgten einem einheitlichen Konzept zur Errichtung preußischer Festungen, welches insgesamt bei 70 Festungen dieser Zeit realisiert wurde. Das sog. Biehler-Fort geht zurück auf Ideen von Hans Alexis von Biehler. Die gestalterische Form entspricht der einer Lünette. Sie löste das Bastionärsystem ab und wurde zwischen 1870 und 1890 als Standard neuer Befestigungsanlagen verwendete.

Last but not least befindet sich mittig des Plateaus die imposante Zentralkaserne (franz. Casserne du Plateau) der Feste Prinz Friedrich-Karl. Viel kann ich zu dieser Kaserne eigentlich nicht sagen. Dennoch faszinierte mich dieser Lost Place derart, dass ich ihn inzwischen etliche Male besuchte. Fotografen finden hier berauschende Ansichten.


Rundgang - Feste Prinz Friedrich-Karl



Wissenswert.

Die Festungsstadt Metz fasziniert mich schon lange. Doch erst jetzt habe ich eine Chronik des Ausbaus der Stadt zu einer Festungsstadt durch das Kaiserreich erstellt.

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Wenn Du die konkrete Lage der einzelnen Festungen rund um Metz erfahren möchtest, lade Dir die KMZ für Google Earth herunter. Ich rate Dir aber zu äußerster Vorsicht bei Besuchen.

Metz galt lange Zeit als uneinnehmbare Festungsstadt in Frankreich. Selbst der Festungsbaumeister Vauban hat sich hier verewigt. Ich habe dazu historische Karten zusammengetragen.

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