Exkurs:
Deutsch-Französischer Krieg 1870/71



Letztlich sind die Folgen des
Deutsch-Französischen Krieges 1870/71
Ausgangspunkt dieser Homepage.

Denn das Deutsche Kaiserreich übernahm
Elsass-Lothringen und baute dort etliche Festungen
zum Schutz gegen Frankreich.

Frankreich reagierte mit dem Bau der Barrière der Fer
einige Kilometer westlich - zum Schutz gegen das Kaiserreich.



Wer die Vergangenheit nicht kennt,
wann die Gegenwart nicht verstehen.
Wer die Gegenwart nicht versteht,
kann die Zukunft nicht gestalten.

George Santayana
1863-1952



Deutsche-Französischer Krieg 1870/71

Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 war eine folge machtpolitischer Spielchen damaliger Monarchen. Seine weitreichenden Folgen führten dazu, dass Teile Frankreichs an das Deutsche Kaiserreich fielen. Es entstand der Reichsland Elsass-Lothringen, welches aus Sicht des Deutschen Kaisers als Puffer zwischen den verfeindeten Mächten dienen sollte. Deswegen entstanden zwischen 1871 und 1914 in Metz, Thionville und Straßburg seinerzeit etliche und waffenstarrende Festungen. Obendrein basiert der Schlieffen-Plan von 1905, der in beiden Weltkriegen von Bedeutung war, auf den Umstand, dass Deutschland einen Fuß im französischen Kernland hat.

Frankreich wiederum war gedemütigt. Deutsche Truppen hatten Paris eingenommen und bei Metz erlitten sie eine schwere Niederlage. Der Stachel saß tief. Außerdem musste Frankreich seine Landesverteidigung auf komplett neue Beine stellen. Es entstand die Barrière de Fer - eine Festungslinie, die auch mehr als 80 Forts bestand, die im Ersten Weltkrieg durchaus bedeutende Rollen spielten. Die Barrière de Fer war zugleich Vorgänge der späteren Maginot Linie.

In vielfacher Hinsicht war der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 folgenreich.
Deswegen gehe ich hier als Exkurs auf ihn ein.


dfk

Hintergründe des Krieges

Auftakt des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 war die Kriegserklärung Frankreichs an Preußen am 19. Juli 1870. Der französische Kaiser Napoleon III. bzw. Frankreich sah sich seinerzeit in einer Vormachtstellung im kontinentalen Europa und der aufstrebende Norddeutsche Bunde mit Preußen an der Spitze wurde zunehmend als Bedrohung empfunden. Zugleich geriet Napoleon III. innenpolitisch wegen seiner ihm von Kritikern vorgeworfenen Untätigkeit gegenüber der stetigen Machterweiterung Preußens immer mehr unter Druck. Er war unter Handlungszwang, wenn sich seine Position in Europe und im eigenen Land nicht schwächen sollte.

Ausgehend von diesen bereits bestehenden Spannungen führte dann schließlich die Kandidatur des Erbprinzen Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen um den vakanten spanischen Thron im Juli 1870 zu einer weiteren Eskalation. Der spätere Verzicht auf die Kandidatur, die Prinz Leopold vom preußischen König Wilhelm I. nahe gelegt wurde, änderte die Situation auch nicht grundlegen. In den Folgewochen kam es dann zu folgenschweren Ereignissen: Napoleon III: bat einen seiner Botschafter, dem Preußenkönig, der sich gerade in Bad Ems zur Kur aufhielt, das Versprechen abzuringen, dass die Hohenzollern dauerhaft auf Ihren Anspruch auf die spanische Krone verzichten. Dieser lehnte das natürlich rundum am. Otto von Bismarck - er war seinerzeit preußischer Ministerpräsident - unterrichtete die Gesandten des Norddeutschen Bundes über den Inhalt der Verhandlungen mit einem Telegramm. In den Geschichtsbüchern spricht man von der Emser Depesche, die das Geschehen derart kurz und zugespitzt zusammenfasste, dass sich beide Seiten vom Verhalten des Gegenübers brüskiert fühlten.

Schon am 15. Juli 1870, zwei Tage nach dieser Depesche, befahl Napoleon III. in Frankreich die Einberufung der Mobilgarde und die Anwerbung weiterer Kriegsfreiwilligen. Wilhelm I. seinerseits kehrte am 15. Juli aus Bad Ems nach Berlin zurück und reagiert ebenfalls mit der Mobilmachung. Er konnte sich der Unterstützung der Königreiche Bayern und Württemberg dabei gewiss sein.

Die Kriegserklärung Frankreichs folge am 19. Juli 1870.

dfk

Kriegsverlauf und Kriegsausgang

Bereits bei der Mobilmachung zeigte sich, dass die französische Armee eigentlich nicht kriegsbereit ist. Bereits einen Monat nach Kriegsbeginn wurde sie teilweise in Gefangenschaft genommen. Außerdem waren große Teile der Armee bei Metz eingeschlossen. Gleichzeitig strebten die deutschen Truppen auf Paris zu.

Bei Metz fand die größte Schlacht dieses Krieges statt:

In der Pfalz marschieren insgesamt 331.000 Soldaten auf, die vom Generalfeldmarschall Karl Friedrich von Steinmetz, Prinz Friedrich Karl von Preußen und dem preußischen Kronprinz Friedrich geführt werden. Frankreich wiederum versammelt seine Truppen in Metz und Straßburg – alles in allem handelt es sich um 310.000 Soldaten.
Die Kämpfe bei Vionville und Mars-laTour am 16. August 1870 waren erste Entscheidungsschlachten. Es sind zugleich die letzten Schlachten der Geschichte, bei der die Kavallerie bei Angriffen Erfolge erzielt, die für den Ausgang des Geschehend entscheidend sind. Zwei Tage später entbrannte erneut eine große Schlacht um Metz. Sie war das größte Aufeinandertreffen der verfeindeten Armeen in diesem Krieg.

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Kriegsentscheidend jedoch war die Schlacht bei Sedan am 1. September 1870.

Sie führte letztlich zum Sturz des französischen Kaiser am 4. September und dem Ausruf der französischen Republik. In den Folgemonaten ging es dann Schlag auf Schlag: Am 27. Dezember 1870 beginnen die deutschen Truppen das belagerte Paris zu beschießen; am 18.1.1871 wird in Versailles (dem deutschen Hauptquartier) der preußische König Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser proklamiert. Noch während der Kämpfe um Paris kapitulierten die für Frankreich wichtigen Festung Toul und Straßburg. Obendrein gingen den 1790.000 französischen Soldaten in Metz die Lebensmittel aus. Die Kapitulation von Paris erfolgte am 28. Januar des Jahres. Knapp einen Monat später (am 26. Februar) wird der „Vorfrieden von Versailles“ unterzeichnet, den am 1. März von der französischen Nationalversammlung genehmigt. Der Krieg wird allerdings erst endgültig durch den Frieden von Frankfurt am 10. Mai 1871 beende.

Folgen des Krieges

Die Verluste des Deutsch-Französischen Kriegs belaufen sich auf deutscher Seite auf 49.400 Tote. Im Gegensatz dazu beklagen die Franzosen 139.000 gefallene Soldaten.

Neben hohen Reparationszahlungen musste Frankreich auch die Regionen Elsass und Lothringen an Deutschland abtreten. Während des Krieges fanden hier die heftigsten Kämpfe statt und das Deutsche Kaiserreich wollte die Gebiete zukünftig als Puffer zwischen Deutschland und Frankreich nutzen. Man gründete das sogenannte Reichsland Elsass-Lothringen, welches unter Verwaltung des Kaiserreichs stand. Und bereits wenige Tage nach der Annexion erging in Berlin der Befehl des Kaisers, die Städte Metz, Thionville (damals Diedenhofen) und Straßburg besonders zu befestigen.

Zweifelsfrei war dieser Krieg eine wichtige Keimzelle des Ersten Weltkriegs. Seinen schrecklichen Verlauf, seine vielen Opfer und seinen Ausgang kennen wir.



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zweiteilige Dokumenation über den .
Ersten Weltkrieg, die ich bei Youtube
fand. Sie ist sehenswert - wenn auch grausam.

    • LINK: FILM

Ich habe auch eine eigene Dokumentation über den
Ersten Weltkrieg erstellt. Meiner Ansicht nach
ist diese wichtig, um Inhalte der Homepage geschichtlich
entsprechend und richtig einzuordnen.

    • LINK: WISSENSWERTES