Exkurs:
Kaserne des kaiserlichen
9. Regiments der lothringischen Infanterie Nr. 173



Ein spannender Ort
für Urban Explorer.

Bei einem Besuch ist Vorsicht ratsam.
Zigeuner wohnen üblicherweise auf
dem Gelände und haben nicht gern Besucher.

Lost Place in Frankreich.



Kaserne aus der Kaiserzeit

Zwischen 1871 und 1918 gehörten die Regionen Elsass und Lothringen zum Deutschen Kaiserreich. Die Kleinstadt Saint-Avold avancierte in der Zeit von einem recht verschlafenen Örtchen östlich von Metz zu einer für die Region wichtigen Garnisonsstadt. Zwischen 1877 und 1914 entstanden hier fünf neue Kasernenanlagen plus die dazu gehörende militärische Infrastruktur. Die hier vorgestellte Kaserne Adrant du Picq (so wurde sie später von den Franzosen genannt) ist eine von ihnen. Sie entstand am Rande der Stadt auf dem sogenannten Galgenberg. Die Baukosten beliefen sich auf 1.750.000 Reichsmark - eine gewaltige Summe für damalige Verhältnisse.

Welche Dominanz das Militär in der Stadt seinerzeit hatte, zeigen folgende Zahlen: Saint-Avold zählte 1910 insgesamt 6.400 Einwohner, von denen 2.500 Soldaten waren. Auch nach dem Ersten Weltkrieg blieb Saint-Avold Garnisonsstadt – diesmal allerdings unter französischer Flagge. Ab 1928 wurde in unmittelbarer Nähe die Maginot-Linie errichtet, sodass einige der deutschen Kasernen fortan Rückzugsraum für die Verteidigungslinie der französischen Armee boten. Im Zweiten Weltkrieg nahm am 27. November 1944 General Pattons 3. US-Armee Saint-Avold ein. Der Cimetière militaire américain vor den Toren der Stadt ist mit über 10.000 Gräbern amerikanischer Gefallener der größte US-Soldatenfriedhof in Europa.

Die Kaserne Adrant du Picq wurde Ende 1896 fertiggestellt und beherbergte bis Ende des Ersten Weltkriegs das 9. Regiment der lothringischen Infanterie Nr. 173. Dieses Regiment genoss damals wegen seiner qualitativ hochwertigen Ausbildung einen besonderen Ruf. Mehrere Unteroffiziere des Regiments wurden nahmen deswegen sogar von 1904 bis 1906 am Herreros-Krieg in Namibia teil.

Das 9. Regiment der lothringischen Infanterie Nr. 173 wurde natürlich auch bei Verdun eingesetzt. Dort ist belegt, dass es eine Zeit lang am sogenannten "Kaisertunnel" gegraben hat. Dieser diente den deutschen Truppen sich im Feld vor den Blicken der Franzosen zu entziehen und schuf eine unterirdische Verbindung zwischen verschiedenen Stellungen rund um Höhe La Fille Morte.



Der Erste Weltkrieg ging an keinem Regiment der kaiserlichen Armee vorbei. Also auch nicht am 9. Regiment der lothringischen Infanterie Nr. 173. Der nachfolgende Link führt Dich zu der Verlustliste des Regiments.



Wissenswert.

Außerdem empfehle ich Dir diese
zweiteilige Dokumenation über den .
Ersten Weltkrieg, die ich bei Youtube
fand. Sie ist sehenswert - wenn auch grausam.

    • LINK: FILM

Ich habe auch eine eigene Dokumentation über den
Ersten Weltkrieg erstellt. Meiner Ansicht nach
ist diese wichtig, um Inhalte der Homepage geschichtlich
entsprechend und richtig einzuordnen.

    • LINK: WISSENSWERTES