Exkurs:
Cimetière de l'Est


Wer vom Krieg berichtet,
muss auch über den Tod erzählen!

Früher galt es als ehrenvoll,
für die Fahne oder das Vaterland
zu sterben. Und wer sagte das:
Nicht die Eltern, der Verstorbenen.
Sondern die Offiziere, die noch am
Leben waren. Klar.



Der Cimetière de l'Est in Metz
ist kein typischer Friedhof für Gefallene.
Sie sind eher schlicht und "auf Masse ausgerichtet".



Der Cimetière de l’Est wurde im Jahr 1834 eröffnet und war für die Metzer das, was der Père Lachaise für die Pariser ist. Ein Friedhof für die Berühmtheiten der Stadt. Und für die Gefallenen der Stadt - denn es gibt dort eine Sektion für Soldaten, die durch den Wahnsinn des Ersten Weltkriegs ums Leben gekommen sind.

Ein kleiner Hinweis ist mir in dem Zusammenhang wichtig: Da o.g Bild entstand nicht (!) in Frankreich und somit auch nicht auf dem Cimetière de l'Est.


Friedhof - Cimetière de l'Est


Zum geschichtlichen Hintergrund: 1829 gab es in Metz heftige Diskussionen um die verschiedenen Friedhöfe der Stadt. Sie wurden seinerzeit meist rund um die Kirchen und somit auf engstem Raum angelegt. Platzmangel herrschte allenthalben. Deswegen begann es in der Oberschicht der Stadt zu rumoren. Namhafte Ärzte, Richter, Philosophen und Geistliche wollten nicht in dieser Enge bestattet werden und wohlmöglich etliche Jahre aus Platzmangel exhumiert werden müssen.

Sie forderten ein größeres Gelände, welches „dauerhafte Nutzung“ verspricht. Als kurz darauf auch noch eine Cholera-Epidemie die Stadt heimsuchte, mussten die Stadtoberen handeln. Sie erstanden ein ansehnliches Grundstück im Westen der Stadt. Fünf Jahre später konnte der Cinetière de l’Est dann endlich eröffnet werden. Ich denke mal, dass nicht alle „Eröffnungsgäste“ die Feierlichkeiten mitbekamen.

Soweit ein paar Worte zur Geschichte dieses wirklich sehr beeindruckenden Friedhofs von Metz. Traurig finde ich, dass etliche Gräber ziemlich runtergekommen sind – manche wurden sogar in den letzten Jahren (mutwillig?) zerstört. Letztlich macht dies allerdings auch den besonderen Charme des Friedhofs aus – zusammen mit dem ungepflegten, komplett verdorrten Rasen.



Abschließend ein paar Worte zu der Besonderheit alter französischer Friedhöfe. Wie Du schon bemerkt hast, unterscheidet sich beispielsweise der Cinetière de l’Est in Metz erheblich von Friedhöfen gleichen Alters in Deutschland. Diese vielen kleinen Häuschen, sehr eigenwillig gestalteten Grabmale und das parkähnliche Umfeld sind nur ein paar der Besonderheiten, die mir sofort aufgefallen sind. Letztlich geht dies auf das 18. Jahrhundert zurück und den Wunsch viele Franzosen, Bestattungsorte schöner zu gestalten und von der Omnipräsenz des Todes zu befreien. Solltest Du mehr über dieses Thema erfahren wollen, empfehle ich Dir den (ziemlich langen, aber interessanten) Artikel „Republik der Toten“ aus dem Jahr 2009.



Eine umfassende Liste der Kriegsgräberstätten des Ersten und Zweiten Weltkriegs findest Du, wenn Du dem Link folgst.



Wissenswert.

Außerdem empfehle ich Dir diese
zweiteilige Dokumenation über den .
Ersten Weltkrieg, die ich bei Youtube
fand. Sie ist sehenswert - wenn auch grausam.

    • LINK: FILM

Ich habe auch eine eigene Dokumentation über den
Ersten Weltkrieg erstellt. Meiner Ansicht nach
ist diese wichtig, um Inhalte der Homepage geschichtlich
entsprechend und richtig einzuordnen.

    • LINK: WISSENSWERTES