Exkurs:
Begriffe des Festungsbaus



Eine Festung ist ein in Friedenszeiten
ausgebauter Ort, der in Kriegszeiten
gegen einem der Zahl nach überlegenen und
mit allen Angriffsmitteln ausgerüsteten Gegner
nachhaltig verteidigt werden kann.

Meyers Konversations-Lexikon
Jahrgang 1888


Vielleicht ist das interessant für Dich:
(Kurz-) Geschichte des Festungsbaus



Grundwissen über den Festungsbau

Seit geraumer Zeit befasse ich mich mit deutschen und französischen Festungen, die vornehmlich gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhundert in Frankreich errichtet wurden. Da ich letztlich ein Laie bin und weder über eine militärhistorische als auch architektonische Ausbildung verfüge, musste ich mir viele Dinge anlesen, um sie zu verstehen. Anfangs war das etwas lästig, doch nach und nach fand ich die just gelesenen Dinge 1:1 bei meinen Erkunden wieder. Es begann spannend zu werden. Um die Inhalte dieser Homepage für Dich wiederum etwas verständlicher zu machen, versuche ich nachfolgend einige Grundbegriffe des Festungsbau für Dich zusammenzufassen, um sie verständlicher zu machen. Dieser Bereich wird wachsen, weil ich nach und nach weitere Aspekte hinzufügen will. Du solltest daher auf den Stand der Bearbeitung achten, den ich am Fuß der Seite ausweise.


IN EIGENER SACHE:
Diese Seite entsteht gerade und ist noch lange nicht vollständig.


A

Außenwerk

Mit Außenwerk bezeichnet man im Festungsbau eine der eigentlichen Festung vorgelagerte Stellung (ein Kampfbunker zum Bespiel). Zwischen dem Außenwerk und der Festung besteht allerdings eine Verbindung in Form eines unterirdischen Hohlganges. Fehlt diese Verbindung spricht man von einem detachierten Werk.

B

Bastion

Eine Festung mit beispielsweise einem rechteckigen Grundriss hat den Nachteil, dass die Verteidiger eine schlechte Sicht direkt auf das Geschehen unmittelbar vor dem Befestigungswall haben. Sie müssten sich schon weit über die Brüstung lehnen, um nach unter schauen zu können. Tobt wiederum direkt vor dem Wall ein intensives Gefecht, wäre das ziemlich gefährlich. Daher ist es sinnvoll, wenn die gradlinig errichtete Festungsmauer in regelmäßigen Abständen durchbrochen ist, weil ein Teil der Mauer herausragt und in gewisser Weise einen Vorsprung bildet. Die auf diesem Mauervorsprung platzierten Soldaten können von dort aus ohne größere Probleme direkt auf den Verteidigungswall schauen beziehungsweise die sich dort befindlichen Angreifer bekämpfen. Das reduziert den „toten Winkel“ einer (beispielsweise rechteckigen) Festung. Unterm Strich erhöht das die Widerstandsfähigkeit einer Festung.

Das Prinzip wurde im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts in Norditalien entwickelt. Anfangs waren die Bastionen rund – meist in Form eines vorgelagerten Wehrturmes. Später wandelten sie sich zu pfeilförmigen Ausbuchtungen der Festungsmauer. Zentral an der militärarchitektonischen Erfindung war, dass sich das Flankierungsprinzip – also die Idee, Angreifer durch wiederkehrende Vorsprünge in der Festungsmauer systematisch auch von der Seite bekämpfen zu können – bis in das 19. Jahrhundert immer mehr ausgefeilt wurde. => Grundriss einer Bastion [wikipedia]

Biehler-Fort

Schematische Darstellung des Biehlerschen Einheitsforts

Das Fort Manstein ist ein Biehler-Fort. Weitere Informationen findest Du, wenn Du dem Link zur Feste Prinz Friedrich-Karl folgst.

Als Biehler-Fort (oder Biehlersches Einheitsfort) bezeichnet man preußische Festungen, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurden und einem einheitlichen Grundriss haben. Hans Alexis von Biehler entwickelte ihn. Er nutzte dabei die Grundform einer Lünette, die seit dem 17. Jahrhundert häufig verwendet wurde, verzichtete dabei aber auf das bis dato bevorzugte Bastionärsystem. Die Biehler-Forts haben sowohl die gleiche Grundform als auch einen identischen Innenausbau. Zwischen 1870 und 1890 entstanden siebzig Festungswerke.

Mit Weiterentwicklung der Artillerie- und Waffentechnik wurde das Prinzip kompakter Festungsbauten, welchem letztlich auch das Biehler-Fort folgte, durch die Idee abgelöst, die einzelnen Werke einer Festung im Gelände zu verteilen. Man bezeichnete diese Art einer Festungsanlage als "Feste". Weitere Informationen dazu findest Du im Abschnitt „Geschichte des Festungsbaus“.

Brustwehr

festung, feste, Luitpold, groupe, fortifie, yser, metz, frankreich,

Feste Luitpold nahe dem Infanteriewerk Orny

Die Brustwehr ist ein mannshoher Wall oder Mauer beispielsweise auf einer Bastion, die als Deckung der Soldaten gegen feindliches Gewehrfeuer dient und über die die verteidigenden Soldaten hinweg selbst auf die Angreifer schießen können. Man unterscheidet dabei die geschlossene Brustwehr und die krenelierte Brustwehr. Die zuerst Genannte besitzt im Gegensatz zu der krenelierten Brustwehr keine eingeschnittenen Schießscharten.

Die dargestellte Brustwehr befindet sich am äußeren Graben der Feste Luitpold bei Metz. Das zeigt, dass dieses Element im Festungsbau bis zuletzt, also dem beginnenden 20. Jahrhundert eingesetzt wurde, obwohl seinerzeit der Artilleriekampf gegen Festungen vorherrschend war. Die kleine Einbuchtung am Fuß der Brustwehr diente zum Lagern von Munition.

C
D

Detachiertes Werk

Ein detachiertes Werk ist eine der eigentlichen Festungsanlage vorgeschobenes Werk, welches nicht mit der Hauptfestung verbunden ist und daher auf dem selbständigen Kampf ausgelegt wurde. Detachierte Werke waren bei modernen Festungssystemen im 19. Jahrhundert von zentraler Bedeutung. Letztlich wurde diese Idee bei modernen preußischen Festungen (siehe Feste) zur Perfektion gebracht.

E

Eskarpemauer

Die Festungsbaumeister umgaben bis Anfang des 20. Jahrhunderts die Werke meist mit einem mehrere Meter tiefen Grafen, um das Eindringen feindlicher Soldaten erheblich zu erschweren. Sie Seitenwände des Grabens mussten natürlich abgestützt (letztlich auch verkleidet) werden. Dazu nutzte man eine sogenannte Futtermauer. Dabei handelt es sich (anders als eine freistehende Mauer) um Mauerwerk, welches auf der einen Seite mit dem Erdreich in Kontakt ist, um ein Abrutschen der Erde zu verhindern. Eine solche Futtermauer kann erhebliche Last aufnehmen. Musste Sie auch, denn sie ging meist nahtlos in die eigentliche Festungsmauer über.

Diese Futtermauer hatte also zwei wesentliche Aufgaben: Sie begrenzt den Graben und stützte seine Seitenwände ab. Sie war gleichzeitig tragender Teil des Fundaments der eigentlichen Festungsmauer darüber. Im Festungsbau hat diese Mauer einen besonderen Namen: Man sprich von einer Eskarpemauer (frz. Escarpe), wann sie sich auf der Seite der Festung befindet. Und man bezeichnet sie als Kontreeskarpemauer (frz. Contreescarpe), wenn sie sich auf der gegenüberliegenden Seite errichtet wurde und damit beispielsweise den Sockel einer vorgelagerten Bastion bildete.

Im Graben selbst waren meist zusätzliche Verteidigungseinrichtungen vorgesehen. Häufig führt hinter der Kontreeskarpemauer ein Gang mit Schießscharten entlang, so dann man von hier eindringende Soldaten bekämpfen kann. => siehe Graben / Grabenstreiche. Und von diesem Gang gingen häufig sogenannte Minengänge ab, die man am Ende mit Sprengstoff füllen konnte, um diesen zur Explosion zu bringen … direkt unterhalb des vor den Festungsmauern stehenden Feinds.

F

Face

Die Face ist die dem Feind zugewandte Seite einer Bastion, Schanze oder Festung. Man könnte die Face auch als Stirnseite der Festung bezeichnen, wo der erwartete Angriff des Feindes wohl am Heftigsten ausfallen wird.

Feste

Schematische Darstellung der Feste Kaiserin - Beispiel modernen Festungsbau durch das deutsche Kaiserreich

Die Feste Kaiserin bei Metz ist ein imposantes Beispiel für den neuen Bautyp preußischer Festungen zum Anfang des 20. Jahrhundert.

Als Feste (frz. groupe fortifié) bezeichnet man einen neuen Festungstyp, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Reaktion auf die sprunghafte Entwicklung der Artillerietechnik entwickelt wurde. Bis dahin waren Festungen meist kompakte Anlagen, die von einem Festungswall umgeben waren. Bei einer Feste wiederum wurde dieses aufgelöst, indem man einzelne Infanterie- oder Artilleriewerke im Gelände unter Ausnutzung der lokalen Gegebenheiten verteilte. Diese wiederum waren unterirdisch durch Hohlgänge verbunden. Gleichzeitig schützte man die Panzerbatterien durch eine massive Stahlkuppel. All dies folgte der Idee, dass ein Artillerietreffer nicht die gesamte Anlage auf einem Schlag ausschalten sollte, sondern durch die verteilte Bauweise jedes Werk einzeln bekämpft werden musste. Das Konzept kam ab 1897 zum Einsatz, wobei bereits vorher einige französische Festungen dieser Idee folgten. Als erste preußische Festung dieses Typs wurde die Feste Haeseler südlich von Metz ab 1899 errichtet. Es folgten weitere: Feste Kronprinz oder Feste Kaiserin, um nur zwei Beispiele zu nennen.

G

Glacis

Als Glacis bezeichnet man das Vorfeld einer Festung, welches von jeglicher Bebauung und Bewuchs freigehalten wird. Dadurch haben die Verteidiger ein freies Schuss- und Beobachtungsfeld. Optimalerweise ist die Glacis zur Festung hin leicht ansteigend, damit der Feind beim Anstürmen bergauf laufen muss.

Graben

Grabenstreiches des Haupfzugangs zur Deutsche Feste Prinz Friedrich-Karl / Groupe fortifié St. Quentin / Metz / Frankreich

Kaponniere bzw. Grabenstreiche der Feste Prinz Friedrich-Karl bei Metz.

Der Graben einer Festung diente zur Verteidigung und stellte (zusammen mit den Festungsmauern) ein wesentliches Hindernis für die angreifenden Truppen dar. Anfangs wurde er häufig mit Wasser gefüllt. Zuletzt nutzte man jedoch meist einen "trockenen Graben", damit man in ihm wiederum weitere Verteidigungsanlagen errichten kann - siehe Grabenstreiche. Darüber hinaus war der Graben häufig mit Stacheldraht oder spanischen Reitern bestückt, die das Vorankommen feindlicher Soldaten behindern sollten (damit man sie von der Grabenstreiche aus besser bekämpfen konnte.

Viele Menschen gehen davon aus, dass es einen Graben nur bei mittelalterlichen Festungen gab. Das ist jedoch nicht richtig. Er war bis ins 20. Jahrhundert ein wichtiges Element einer Festung - dann immer versehen mit der bereits erwähnten Grabenstreiche, die im Festungsbaujargon auch als Karponniere bezeichnet wird.

H - I

Hohlgang

festung, feste, kaiser, wilhelm, fort, mutzig, straßburg, frankreich,

Hohlgang unterhalb der Feste Kaiser Wilhelm II.

Als Hohlgang bezeichnet man einen unterirdisch angelegten Gang zur Verbindung zweier Werke. Hohlgänge waren beispielsweise bei den preußischen Festungsanlagen, die Anfang des 20. Jahrhunderts angelegt wurden, die einzige Verbindung zwischen den einzelnen Werken, weil man aus Sicherheitsgründen auf oberirdische Verbindungswege verzichtete. Unterbrochen wurden die Hohlgänge in regelmäßigen Abständen durch Stahltüren, die beim Eindringen des Feindes geschlossen werden konnten.

J - K

Kaponniere

Grabenstreiches des Haupfzugangs zur Deutsche Feste Prinz Friedrich-Karl / Groupe fortifié St. Quentin / Metz / Frankreich

Kaponniere der Feste Prinz Friedrich-Karl

Dabei handelt es sich um ein frei im Festungsgraben stehendes Werk, von dem aus man feindliche Soldaten, die in den Graben eingedrungen sind, bekämpfen konnte. In Abhängigkeit, ob man nur eine oder beide Richtungen des Grabens unter Feuer nehmen konnte, sprechen Fachleute von einer Kaponniere oder Doppelkaponniere. Der Zugang erfolgt meist durch eine Poterne.

Häufig wird die Kaponniere auch als Grabenwehr oder Grabenkoffer bezeichnet.

Kasematte

Steinmetz-Kaserne - Kommandantur der deutschen Truppen bei Metz

Kasematte der Steinmetz-Kaserne bei Metz.

Eine Kasematte ist ein vor Artilleriebeschuss besonders geschütztes Gewölbe im Festungsbau. Sie ist bombensicher und diente als Unterkunft für Soldaten oder als Lagerraum für Munition oder Material. Ausgestattet mit Festungsartillerie spricht man auch von einer Geschützkasematte.

Die Sicherheit einer Kasematte erreichte man zunächst nur durch eine hohe Mauerstärke, eine gewölbeähnliche Bauweise und anschließender Erdüberdeckung. Mit Einführung der Brisanzgeschosse im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden Kasematten meist aus Beton oder Stahlbeton errichtet. Zur Erhöhung der Sicherheit setzte man auch weiter auf eine hohe Mauerstärke.

Bei der französischen Maginot-Linie waren Kasematten letztlich die Kampfbunker der ansonsten unterirdischen Festungsanlagen. Die standardisierte Konstruktion aus Stahlbeton umfasste einen Kampfraum im Obergeschoss. Dort waren häufig 75-mm-Festungskanonen oder Hotchkiss-Maschinengewehre installiert. Im unteren Stockwerk befanden sich die Munition und Ruhemöglichkeiten für die im Kampfblock eingesetzten Soldaten.

Kaverne

Eine Kaverne ist eine künstlich angelegte Felsenhöhle, die als Unterkunft für Soldaten oder als Munitionslager diente. Dort wurden natürlich auch andere Gegenständige oder Geschütze gelagert.

Kehle

Infanteriewerk - Feste Wagner - Groupe fortifié de l'Aisne - Metz - Frankreich

Kehlseite eines Infanteriewerks der Feste Wegner mit Kehlkoffer - also einer Streiche, von der aus man Soldaten direkt vor dem Werk bekämpfen konnte.

Mit der Kehle einer Festung bezeichnet man den schwächsten Teil der Festung – nämlich die dem Feind abgewandte Seite, wo sich dann auch der Zugang zur Festung befindet. Dieser wäre im Fall eines Kampfes am schwierigsten zu verteidigen gewesen. Um diesen baulich bedingten Schwachpunkt der Festung dennoch besser zu schützen, wurde hier häufig ein Graben angelegt (Kehlgraben). Ältere Festungen verfügen zusätzlich über eine Zugbrücke. Selbstredend ist, dass der Zugang zur Festung selbst nochmals mit Schießscharten gesichert wurde, damit man direkt vor dem Werk befindliche Soldaten unmittelbar unter Feuer nehmen konnte.

L

Lünette

Eine Lünette (franz. lunette, 'kleiner Mond') ist ein im 17. und 18. Jahrhundert häufig verwendete Bauform eines selbständigen Festungswerks. Der Grundriss einer Lünette entspricht dem einer Bastion. Sie hat zwei Facen und zwei Flanken. Facen sind die dem Feind zugewendeten Elemente einer Festung. Die Rückseite einer Lünette (auch Kehle genannt) konnte offen sein oder durch eine Mauer gesichert werden. Lünetten waren meist durch einen geschützten Gang mit der äußeren Umwallung einer Festung verbunden. Insbesondere detachierte Forts - also eigenständig agierende Werke die der eigentlichen Festung vorgelagert sind - wurden häufig als Lünette angelegt.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts bzw. mit dem Aufkommen moderner Artilleriegeschütze sowie der Brisanzgranaten galten oberirdische Festungsanlagen als veraltet. Das galt auch für die Lünette.

M - N
O - P - Q

Ouvrage

Festungen der Maginot-Linie -  Frankreich

Informationen über die Maginot-Linie.

Ein Ouvrage ist der französische Begriff für "Werk". Damit werden allerdings eher die Befestigungen bezeichnet, die gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurden. Und die Franzosen meinen damit einzelne Befestigungsanlagen, die zusammen mit anderen eine Kette - also ein Verteidigungssystem) ergeben. Die einzelnen Festungen der Maginot-Linie werden daher als Ouvrage bezeichnet, wobei man zusätzlich zwischen Gros Ouvrages (Artilleriewerke) und Petit Ouvrages (Infanteriewerke) unterscheidet.

Wenn Du mehr über den typischen Aufbau eines Ouvrages der Maginot-Linie wissen möchtest, folge bitte dem Link. Dort findest Du weitere Bilder und Lagepläne.

Panzerkuppel

Feste Haeseler (Werk Sommy) - Groupe fortifié Verdun - Metz - Frankreich

Panzerturm der Feste Haeseler.

Die Panzerkuppel (bzw. der Panzerturm) ist ein Element des Festungsbaus, welches gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufkam. Die Artillerietechnik hatte sich sprunghaft weiterentwickelt und Brisanzgranaten hatten zunehmend mächtigere Sprengwirkung. Also galt es, die Geschütze einer Festung zu schützen. Sie wurden in Panzerkuppeln eingebaut, die wiederum dreh- und häufig auch versenkbar waren. Dadurch waren sie deutlich besser geschützt als unter freiem Himmel aufgestellte Artilleriestellungen. Die Preußen wiederum bündelten Geschütze zu Artilleriewerken, die häufig mit zwei, meisten drei Geschützen ausgestattet waren. In der Nähe eines Panzerturms installierte man meist einen ebenfalls durch eine Stahlkuppel geschützten Beobachter, von wo aus das Artilleriefeuer geleitet werden konnte.

Perfektioniert wurde diese Idee beim Bau der Maginot-Linie. Die Kampfbunker waren aus der Ferne kaum auszumachen, weil unter anderem die Panzerkuppeln versenkbar waren, was für die Artillerietechnik in ihnen einen weiteren Schutz darstellte.

Poterne

Eine Poterne ist ein unterirdischer, mindestens jedoch bombensicher überbauter Gang einer Festung. Er diente den Soldaten als sicherer Übergang von der Festung zu Anlagen vor dem Wall. Er wurde auch zum geschützten Transport von Waffen und Munition genutzt.

R

Redoute

Als Redoute bezeichnet man im Festungsbau eine geschlossene Schanze – also ein ursprünglich errichtetes (später aber dauerhaft genutzte) Verteidigungsanlage, die nach allen Seiten von gleich starken Verteidigungsanlagen umgeben ist. Eine einfache Redoute hat einen viereckigen Grundriss. Ungünstig war, dass die Verteidiger dann allerdings tote Winkel hatten, die sie mit ihren Waffen nicht ausreichend erreichen konnten. Deswegen wurden häufig auch fünf- oder sechseckige Redouten errichtet.

Eine Redoute wurde früher von 100 bis 300 Soldaten und wenigen Feldgeschützen gehalten. Die Geschütze stelle man sinnvollerweise an den Ecken der Redoute auf, so dass sie die größte Wirkung (im Sinne eines weiten Schussfeldes) erzielen konnten.

Redouten galten bereits im 19. Jahrhundert als überholt. Sie waren für feindliche Artillerie wegen ihrer aufragenden Bauweise weithin sichtbar und konnten so leicht bekämpft werden.

Rondell

Ein Rondell ist ein massives Werk mit rundlichem Grundriss, welches ungefähr so hoch errichtet wurde wie der angrenzende Wall, der es zusätzlich schützen soll.

S

Schanze

Eine Schanze ist ein selbständiges Befestigungswerk, das früher für den Bau einer vorübergehenden Feldbefestigung benutzt wurde. Umgangssprachlich werden heute allerdings häufig auch permanente Befestigungsanlagen als Schanze bezeichnet. Die Ursache ich leicht erklärt: Während Kriegszeiten wurde das Bollwerk gegen den Feind kurzfristig errichtet. Später baute man es aus und nutzte es dauerhaft.

Die Herleitung des Wortes Schanze ist recht einfach. Im Mittelalter bezeichnete man so Reisigbündel. Diese wiederum nutze man häufig zum Errichten provisorischer Befestigungsanlagen. Später errichtete man Schanzen aus Erdwällen, so dass im 16. Jahrhundert Erdarbeiten aller Art (zu militärischen Zwecken) als schanzen bezeichnet wurden. Dieser Hintergrund erklärt beispielsweise auch, warum man heute von sich verschanzen spricht, wenn man Deckung hinter einem Wall nimmt, um sich dort auf einen Angriff vorzubereiten.

Eine Schanze ist also ein Befestigungswerk. Man setzte es häufig ein, um Wege oder (im Gebirge) Pässe zu sperren. Dem Grundriss nach unterscheidet man dabei zwischen einer geschlossenen und offenen Schanze – letztere wird auch häufig als Redoute bezeichnet. Der Unterschied zwischen beiden Werken ergibt sich letztlich dadurch, ob alle Seiten geschützt wurden oder ob die Seite, wo die eigenen Truppen lagern ungefestigt war.

Stacheldraht bzw. spanischer Reiter

Spanischer Reiter nahe
der Infanteriestellung Saint Hubert bei Metz.

Stacheldraht war eigentlich eine zivile Erfindung. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen in den USA die Farmer, ihre Weiden damit einzuzäunen, um eigenes Vieh auf den Weiden zu halten bzw. den Viehtrieb durch Cowboys zu erleichtern. Militärisch spielte der Stacheldraht erstmals im Burenkrieg (1899) eine Rolle. Normaler Stacheldraht besteht aus mindestens zwei Spanndrähten und zwei- bis vierspitzigen Stacheln. Im Ersten Weltkrieg wurde er von den Franzosen an sogenannten Schweineschwänzen (frz. Oueue de Cochon) mittels einer Öse befestigt. Deutscher Stacheldraht hingegen glich damals schon dem heutigen Natodraht. Im Deutschen Reich gab es einen Mangel an Draht. Also begann man aus dünnen Stahlbändern dreieckige Schneiden auszustanzen und diese anstatt der Spitzen mit dem Draht zu verbinden.

Als spanischen Reiter wiederum bezeichnet man einen Stacheldrahtverhau, der an einem Holz- oder Stahlhindernis angebracht wurde. Er sollte die Erstürmung einer Stellung oder ihres Vorfeldes verhindern bzw. erschweren. Der Vorteil des spanischen Reiters liegt auf der Hand: Er konnte mobil eingesetzt werden und machte umfangreiche Sicherungsarbeiten überflüssig, einen Stacheldrahtverhau anzubringen.

T

Tote Winkel

Der tote Winkel ist der Bereich, in denen die Geschütze einer Festung nicht wirken konnten. Zentrales Anliegen der Festungsbaumeister des 18. Und 19. Jahrhunderts war, diese Bereiche möglichst gering zu halten. Daher entwickelten Sie anfangs Bastionen (also Ausbuchtungen einer Festungsmauer, von denen man direkt vor diese sehen konnte). Perfektioniert wurde dieses Prinzip durch das Bastionärsystem.

U - V - W

Werk

Infanteriewerk der Feste Freiherr von der Goltz - Groupe fortifié de la Marne - Metz - Frankreich

Eines von mehreren Infanteriewerken
der Feste von der Goltz bei Metz.

Hierbei handelt es sich um einen Sammelbegriff. Man bezeichnet damit isolierte Befestigungsanlagen, die jedoch immer Teil einer größeren Festungsanlage oder eines Befestigungssystems waren. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts konnte das eine Schanze, Bastion, ein Blockhaus oder ein Ravelin sein - also eher Elemente einer kompakt errichten Festung, die als Bastionärsystem angelegt wurde.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wandelte sich maßgeblich der Festungsbau und somit auch die Verwendung des Sammelbegriffes. Fortan bezeichnete man damit Forts oder isoliert errichtete Bunker. Geblieben ist, dass diese auch weiterhin zu einem größeren Festungskonzept oder Befestigungssystem gehören. Häufig wurde auch eine Spezifizierung vorgenommen, die sich auf die Bewaffnung des Werks, jedoch nicht auf die eigentliche Bauweise bezog (Artilleriewerk, Infanteriewerk).

Ab 1937 definierte in Deutschland ein Werk immer eine selbständige und zur Verteidigung errichtete Festungsanlage (egal welcher Größe) mit maschinellen Einrichtungen zur Luft- und Energieversorgung.

X - Y - Z

Zwischenwerk

Deutsche Festungen rund um Straßburg - Frankreich

Festungsring rund um Straßburg -
ein System aus Haupt- und Zwischenwerken.

Ein Zwischenwerk ist eine kleinere Festungsanlage, die zwischen zwei sogenannten Hauptwerken (also größeren und besser befestigten Anlagen) errichtet wurde. Ziel dabei ist, den Raum zwischen den Werken nochmals gesondert zu schützen, weil er schwierig zu verteidigen war. Diese Kombination aus Haupt- und Zwischenwerken wurde von allen Festungsbaumeistern angewendet. Man findet es bei der Barrière de Fer ebenso wie beispielsweise beim Festungsring rund um Straßburg.


Stand der Bearbeitung: 02/2018



Wissenswert.

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zweiteilige Dokumenation über den .
Ersten Weltkrieg, die ich bei Youtube
fand. Sie ist sehenswert - wenn auch grausam.

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Ich habe auch eine eigene Dokumentation über den
Ersten Weltkrieg erstellt. Meiner Ansicht nach
ist diese wichtig, um Inhalte der Homepage geschichtlich
entsprechend und richtig einzuordnen.

    • LINK: WISSENSWERTES