Exkurs:
Festungsartillerie
und Panzertürme


Die modernen Panzertürme sind für mich
die beeindruckensten Einbauten der
Festungen, die gegen Ende des
19. und Anfang des 20. Jahrhunderts
errichtet wurden.

Anbei ein paar Impressionen
der Panzertürme, die ich
mit bisher ansah.



Der Name Artillerie ist eine Ableitung zweier Worte des Altfranzösischen. Es geht einerseits auf das altfranzösische Wort „artill(i)er“ zurück, was sinngemäß „mit Gerätschaften ausgerüstet“ bedeutet. Und es enthält ferner das ebenfalls altfranzösische Wort „tire“, welches für Ordnung bzw. Reihe genutzt wurde.

Festungsartillerie

Gegen Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts galten Festungen als probates Mittel, um wichtige Verkehrsknotenpunkte zu sichern. Dabei konnte es sich um Landstraßen, Schifffahrtswege, Flussübergänge, Brücken oder Eisenbahnverbindungen handeln. Ziel war es, die Verkehrswege für eigene Zwecke offen zu halten bzw. für gegnerische Truppen unpassierbar zu machen. Da die Artillerie (also auch die Festungsartillerie) eine hervorragende Distanzwaffe ist, spielte sie dabei eine zentrale Rolle.

Gleichzeitig musste die Festungsartillerie selbst vor Beschuss des Feindes geschützt werden. Die frei stehenden Geschütze an den Festungsmauern, wie man sie als Historienfilmen kennt, waren dabei keine wirklich Lösung. Sie boten zu viel Angriffsfläche für feindliches Feuer und konnten zerstört werden. In dem Moment waren Zweck und Funktion der Festung selbst komplett neutralisiert. Also ging man gegen Ende des 19. Jahrhunderts dazu über, die Artilleriegeschütze durch eine Eisen- und später Stahlkuppel vor gegnerischem Beschuss zu schützen. Da dies natürlich die Sicht der Kanoniere ungemein hemmte, platzierte man in der Nähe der sogenannten Panzerkuppeln immer Beobachter, die ebenfalls durch eine Eisen- bzw. Stahlkuppel geschützt wurden.

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Beispiele einiger Panzertürme aus ehemals
deutschen Festungen rund um Metz und Thionville.



Der moderne Panzerturm

Die Panzerkuppen (oder auch Panzerturm genannt) war gegen Ende des 19. und dem beginnenden 20. Jahrhunderts ein nicht wegzudenkendes Element des Festungsbaus. Sie wurde eingeführt, um die eigenen Soldaten gegenüber dem feindlichen Artilleriefeuer besser zu schützen zu können. Maßgeblich verantwortlich dafür war die sprunghafte Entwicklung der Artillerie-Technik in dieser Zeit:

1840 entwickelte Martin von Wahrendorff für Kanonen erstmals ein Hinterladersystem; 1846 folgte die Idee des sog. gezogenen Laufs. Bis dahin waren alle Geschütze innen glatt und sie mussten immer von vorn munitioniert werden. Seine Erfindung führte einerseits zu einer höheren Schussrate und andererseits konnten nur explosive Langgeschosse (statt einfacher Kugelgeschosse aus Metall) verwendet werden, die wegen der Züge im Lauf der Kanone in Rotation versetzt wurden. Das Resultat war enorm: Während sich durch diese technische Neuerung die Treffgenauigkeit, Feuerrate und Reichweite der Kanonen selbst enorm steigerte, führe die Verwendung der Langgeschosse zu einer höheren Durchschlagskraft. Sie konnten auch eine höhere Masse aufnehmen (als eine einfache Kanonenkugel). Die modernen Geschütze wurden zudem auf Pivotlafetten installiert, welche die Handhabung der Kanone verbesserte und den Rückstoß auffing. Es entstanden erste Schnellfeuergeschütze wie beispielsweise in Frankreich die legendäre Canon de 75 mle 1897.

Heißt: Diese Entwicklungen versetzten die Militärs in die Lage, schneller, weiter, genauer zu schießen und die Durchschlagskraft der Geschosse erhöhte sich – man konnte sogar Sprenggranaten einsetzen. Innerhalb einer Festung alten Typs gab es damit keinen Ort mehr, der nicht durch direkte Treffer aus den neuen Geschützen bedroht war. Das galt für die Unterkünfte der Soldaten, die bis dahin häufig aus Sand- oder Ziegelsteinen ohne große Deckung errichtet wurden und erstrecht für die bis dato frei stehenden Festungsgeschütze.

Es war also zwingend notwendig, die eigenen Festungsgeschütze gegen einen solchen Beschuss zu schützen. Man erreichte dieses, indem man sie mit glockenähnlichen Kuppeln aus Hartguss oder Gussstahl versah; optimalerweise waren sie auch versenkbar, um noch weniger Angriffsfläche zu bieten.


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Weitere Panzertürme aus ehemals
deutschen Festungen rund um Metz und Thionville.



Panzerkuppeln, die fortan in Festungen eingebaut wurden, konnten massive Größen erreichen. Die Panzertürme (also der untere Teil) konnten bis zu 400 Tonnen wiegen. Sie waren häufig versenkbar und beweglich – heißt, dass man sie um 360 Grad schwenken konnte. Solche Geschütze konnten bis zu 17 Kilometer weit schießen, der Regelfall war jedoch eine Reichweite von neun bis zehn Kilometer, was allerdings im Vergleich zu früheren Vorderladern eine sagenhafte Steigerung war. Natürlich sehen die Geschützmannschaften nichts mehr, so dass in unmittelbarer Nähe der Panzertürme meist auch – ebenfalls durch Stahl geschützte – Beobachtungspunkte entstanden. Von hier aus wurde die Feuerkraft geleitet und gelenkt.

Die Entwicklung der Panzertürme kann man gut beobachten, wenn man einerseits die gegen Ende es 19. Jahrhunderts errichteten Festungen der Barrière de Fer besucht und anschließend die moderneren Festungen rund um Metz.


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Beispiele französischer Panzertürme, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts
produziert und in den Festungen der Barrière de Fer eingebaut wurden.



Wissenswert.

Außerdem empfehle ich Dir diese
zweiteilige Dokumenation über den .
Ersten Weltkrieg, die ich bei Youtube
fand. Sie ist sehenswert - wenn auch grausam.

    • LINK: FILM

Ich habe auch eine eigene Dokumentation über den
Ersten Weltkrieg erstellt. Meiner Ansicht nach
ist diese wichtig, um Inhalte der Homepage geschichtlich
entsprechend und richtig einzuordnen.

    • LINK: WISSENSWERTES

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