Beispielhafter Aufbau
eines Ouvrage der Maginot-Linie


Festungen der französischen Verteidigungslinie,
die ab 1918 von André Maginot errichtet wurde.


In der ganzen Welt ist
jeder Politiker sehr für Revolution,
für Vernunft und Niederlegung der Waffen -
nur beim Feind, ja nicht bei sich selbst.

Hermann Hesse
1877 - 1962


Bei Interesse ... folge auch diesen Links
Übersicht wichtiger Ouvrages der Maginot-Linie
Aufbau eines Ouvrages der Maginot-Linie
Chronik der Maginot-Linie



Aufbau eines Werkes der Maginot-Linie


Die Infanterie- oder Artilleriewerke der Maginot-Linie befinden sich im Regelfall bis zu dreißig Meter unter der Erde. Oberirdisch sichtbar sind immer nur die Kampfblöcke und die Material- bzw. Munitionseingänge. Um Dir einen umfassenden Überblick über den Aufbau eines Ouvrages zu geben, habe ich einen schematischen Lageplan erstellt. Dafür wählte ich das Gros Ouvrage Michelsberg.



Beispiele weiterer Ouvrages der Maginot-Linie - schematische Darstellungen:

    • Maginot-Linie - Gros Ouvrage Bréhain - schematischer Lageplan der Festung

      Gros Ouvrage Bréhain

    • Maginot-Linie - Gros Ouvrage Hackenberg - schematischer Lageplan der Festung

      Gros Ouvrage Hackenberg

    • Maginot-Linie - Gros Ouvrage Schoenenbourg - schematischer Lageplan der Festung

      Gros Ouvrage Schoenenbourg

    • Maginot-Linie - Gros Ouvrage Molvange - schematischer Lageplan der Festung

      Gros Ouvrage Molvange



Das Gros Ouvrage du Simserhof hat eine Gesamtlänge von knapp eineinhalb Kilometern. Die Material- und Munitionseingänge befinden sich weit hinter den in drei Gruppen positionierten Kampfblöcken. .

Maginot-Linie - Ouvrage Michelsberg

Kraftwerk des Artilleriewerks

Typisch und militärisch sehr sinnvoll ist, dass sich zentrale Bereiches eines Ouvrages der Maginot-Linie immer in der Nähe der Ausgänge befinden. Damit meine ich die Kaserne, wo die Soldaten nächtigten und sich auch der Küchentrakt befindet. Das schließt aber auch das Kraftwerk und das Munitionsdepot mit ein. Im Gegensatz dazu finden sich bei einigen Festungswerken der Sanitätsbereich und die Kommandozentrale eher in der Mitte der Anlage. Man könnte auch sagen: ... näher an dem eigentlichen Ort des Geschehens, den Kampfbunkern..

Das Leben der Soldaten in den Festungen war spartanisch. Einmal abgesehen davon, dass in den unterirdischen Anlagen ständige eine hohe Luftfeuchtigkeit bei gleichzeitig 12 bis 15 Grad Celsius herrschte, dröhnte den ganzen Tag die Lüftung bzw. hörte die Soldaten das Arbeiten der Maschinen im Kraftwerk.

Eine für mich immer wieder überraschende Besonderheit aller Festungen ist, dass seinerzeit anscheinend wenig auf die Hygiene geachtet wurde. Meist gab es nur kleine sanitäre Anlagen. Duschen waren Mangelware. Nicht selten standen mehreren hundert Soldaten nur eine Hand voll Duschen zur Verfügung. Geduscht wurde (wenn überhaupt) nur einmal pro Woche. Ach ja ... bevor ich es vergesse: Ein eigenes Bett gab es für die Mannschaften auch nicht. Nicht selten teilten sich drei Soldaten eine sehr schmale Pritsche. Zum Glück mussten Sie nicht mehr in Hängematten schlafen wie noch einige Jahre zuvor ihre Kollegen in den damaligen französischen oder deutschen Festungen, die ich ebenfalls besuchte. Doch ich bin mir da nicht so sicher: Ich glaube, dass ich eine eigene (wenn auch unbequeme) Hängematte gegenüber einem sehr schmalem Bett bevorzugen würde, wenn ich dieses mit zwei weiteren Soldaten teilen müsste. Außerdem gab es in den Schlafräumen der Soldaten stets große Enge. Nicht selten mussten sich dreißig Kammeraden einen kleinen Schlafraum teilen - er war aufgefüllt mit dreistöckigen Metallbetten. Nur die Offiziere hatten eigene Räumlichkeiten.

Maginot-Linie - Ouvrage Michelsberg

Galerie des GO Michelsberg. Auf dem Bild kann man auch die vielen Kabel erkennen, die quer durch die Werke führten.

Da die Munition meist beim Materialeingang gelagert wurde, sich die Kampfblöcke in weiter Entfernung davon befanden, gab es in vielen (und auf jeden Fall in allen größeren) Festungen der Maginot-Linie eine Schmalspurbahn mit der Spurweite 60 cm. Im Regelfall ragten auch Eisenbahnschienen bis unmittelbar an das Werk heran, so dass die Munition oder andere Güter per Eisenbahnwagon direkt an die Festung herangebracht werden konnten, um von dort aus per Schmalspurbahn weiter in der Anlage verteilt zu werden. Wo es eine Eisenbahn gibt, gibt es natürlich auch (kleine) Bahnhöfe. Dies waren letztlich vergrößerte Bereich (oder Ausbuchtungen) der ansonsten meist engen Hohlgänge. Dort war Platz genug für ein Nebengleis und entsprechende Weichen, um die Züge umzuleiten. In der Nähe viele Bahnhöfe gab es kleine Werkstätten. Meist nur ein Raum, der vollgepackt war mit Werkzeugen aller Art, Drehbänken und alles, was man so als anständiger Schlosser benötigte.

Natürlich mussten alle Bereiche der Festung mit Elektrizität versorgt werden. Das war die zentrale Energiequelle der Anlage (wenn man einmal von Muskelkraft der Soldaten absieht). Es gab also unendlich viele Kabelstränge, die von A nach B führten. Sie wurden in den Hohlgängen an den Wänden in fächerförmigen Vorrichtungen verbracht, so dass sie nicht beschädigt werden konnten.

Während sich die bisher beschriebenen Einrichtungen rund dreißig Meter unter der Erde befanden, waren die Kampfblöcke natürlich oberirdisch. Also führte je Kampfblock ein schmaler Treppenaufgang (für die Soldaten) nach oben. Die schwere Munition hingegen wurde über Seilzüge vom Bahnhof (in der Nähe eines Kampfblocks) bis zu einem Aufzug (direkt am Kampfblock) verbracht. Dieser beförderte sie dann nach oben zu den Geschützen oder Maschinengewehren des Blocks.

Ich hoffe, dass ich Dir einen kurzen Einblick in den Aufbau eines Ouvrages der Maginot-Linie und das eher karge Leben der Soldaten rund dreißig Meter unter der Erde geben konnte. Abschließend noch ein paar zusätzliche Impressionen aus dem Ouvrage Michelsberg.




Wissenswert.

Bei Youtube fand ich eine sehenswerten
Dokumentation über die Maginot Linie.
Sie beinhaltet wissenswertes für diese
Bunker-Kette und ordnet sie geschichtlich ein.

    • LINK: FILM

Wenn Du die konkrete Lage der einzelnen
Festungen der Maginot Linie erfahren möchtest,
lade Dir die KMZ für Google Earth herunter.
Ich rate Dir aber zu äußerster Vorsicht bei Besuchen.

Mich fasziniert immer wieder der komplexe und
ausgeklügelte Aufbau eines Bunkers der
Maginot-Linie. Daher habe ich zu dem Thema
eine kleine Übersicht erstellt.

    • LINK: WISSENSWERTES

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