Schützengräben
Schlachtfelder vor Verdun


Nachbildung eines Schützengrabens
wie sie einst die bluten Schlachtfelder
rund um Verdun durchzogen.

Siehe auch:
Erster Weltkrieg - Dokumentation



Verdun - Schützengräben der Schlachtfelder

Der Erste Weltkrieg wird von vielen Menschen auch als Grabenkrieg bezeichnet. Kein Wunder … steht der Schützengraben doch für die Grausam- und Sinnlosigkeit dieses Krieges. Anfangs war er noch ein sogenannter Bewegungskrieg – die deutschen Truppen kamen bei ihrem Vormarsch schnell voran, überrannten Belgien, zertrümmerten die Festungen rund um Lüttich und Namur und wendeten sich dann in Richtung Frankreich. Die Idee hinter diesem Vorgehen war der Schlieffen-Plan, der bereits 1906 entwickelt wurde. Doch dann – bereits Ende 1914 – kamen die Truppen zu Stillstand. Nichts ging mehr. Der Gegner war zu stark, um ihn einfach zu überrollen. Die Armeeführung war ratlos und wusste keine bessere Lösung, als dass sich die Truppen eingraben und versuchen, den Gegner mit schwer(st)em Artilleriefeuer zu zermalmen. Dumm nur, dass das der Gegner ebenso sah.

Da diese Taktik zu keinem Ergebnis führte, gruben sich die Truppen halt noch tiefer in die Erde. Nach und nach entstand eine fast siebenhundertfünfzig Kilometer lange Frontlinie aus mehreren, hintereinander gestaffelten Schützengräben. Und der Alltag der Soldaten bekam einen dumpfen, mörderischen Gleichklang: Trommelfeuer, Angriff, Abwehrfeuer, Gegenangriff, abermals Trommelfeuer. Und so weiter. Wie heftig das Artilleriefeuer sein konnte, zeigen geografische Vermessungen der Höhe Mort Homme nahe Verdun nach dem Krieg. Die Bergkuppe war nämlich 16 Meter niedriger als zuvor.

Leichen fand man bis zu einer Tiefe von 10 Metern unter der Erde. Und wofür das alles … für ein paar Meter Geländegewinn, den sich der Gegner wenige Tage später wiederholte. Dafür jedoch starben allein bei Verdun mehr als 6.000 Soldaten … Tag für Tag.

Der Schützengraben war dabei der einzige Schutz den der Soldat hatte. Hier konnte er sich verkriechen und verschanzen (was allerdings gegen heftiges Artilleriefeuer oder gar Giftgas auch nicht half). Beide Seiten legten dabei meist tiefgestaffelte Grabensystem an. Sie bestanden aus drei Schützengräben, die wiederum durch Verbindungs- oder Nachschubgräben verbunden waren. Die deutschen Infanteriesoldaten rotierten zwischen dem vordersten Schützengraben an der sogenannten Hauptkampflinie. Dort war es besonders mörderisch. Etwas später wechselten sie in das dahinter liegende, zweite Grabensystem. Dort konnten sie sich erholen – waren aber noch immer in Reichweite gegnerischer Artillerie. Hierhin zogen sie sich auch zurück, wenn das Trommelfeuer an der Hauptkampflinie zu heftig war oder der erste Graben genommen wurde. Letzteres war letztlich ein Schlachten Mann gegen Mann, bei dem die Soldaten mit Messer, Sparten und Gewehrkolben aufeinander losging, bis niemand mehr übrig war. Zuletzt gab es eine dritte Grabenlinie, wo sich die Soldaten wirklich erholen konnten und auf den nächsten Fronteinsatz in vorderste Linie warten.


Schlendert man durch die Wälder, die auf den Schlachtfeldern von Verdun wieder entstanden, kann man noch heute die Schützengräben – umringt von tiefen Granattrichtern – erkennen. An einigen Stellen wurden die Schützengräben auch wieder „hergerichtet“ oder zu Anschauungszecken angelegt. Letzteres ist beispielsweise beim Ouvrage de la Falouse der Fall. Die nachfolgenden Farbaufnahmen sind dort entstanden. Die s/w-Aufnahmen sind wiederum alte Ansichtskarten aus dem Ersten Weltkrieg, die ich sammelte, um sie Dir hier ebenfalls zu zeigen.



Ouvrage de la Falouse - Nachbildung eines Schützengrabens

Ouvrage de Froideterre


Historische Aufnahmen - Soldaten in Schützengräben an allen Fronten des Weltkriegs

Ouvrage de Froideterre



Wissenswert.

Bei Youtube habe ich eine neunteilige
Dokumenation über die Schlacht von Verdun gefunden.
Ich kann Sie dir nur empfehlen, denn es werden
Hintergründe und Ereignisse gut erläutert.

    • LINK: FILM

Wenn Du die konkrete Lage der einzelnen
Festungen rund um Verdun erfahren möchtest,
lade Dir die KMZ für Google Earth herunter.
Ich rate Dir aber zu äußerster Vorsicht bei Besuchen.

Der Erste Weltkrieg war die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Es war ein industrieller Krieg. Um Dir einen Eindruck zu vermitteln, habe ich einige Bilder zusammengetragen.

    • LINK: WISSENSWERTES

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