Festungen
in Norditalien und der Toskana


Festungen in Italien.
Vornehmlich Werke, die im 19. und
20. Jahrhundert errichtet wurden.
Aber auch deutlich ältere
Festungsanlagen.



An allem Unfug, der passiert,
sind nicht etwa nur die schuld,
die ihn tun, sondern auch die,
die ihn nicht verhindern.

Erich Kästner
1899 - 1874



Österreichische Festungen in Norditalien


23. Mai 1915. Der Erste Weltkrieg tobt bereits mit menschenverachtender Grausamkeit an vielen europäischen Fronten. Deutschland, Österreich-Ungarn, das Osmanische Reich, Frankreich, England, Serbien und Russland befinden sich bereits im Krieg. Die erste Million tote und verwundete Soldaten wurde bereits überschritten.

Das Königreich Italien wiederum wurde bis dato in keine nennenswerten Kampfhandlungen verwickelt, obwohl es doch eigentlich durch den sogenannten Dreibund von 1882 dem Deutschen Kaiserreich und der Donaumonarchie im Fall eines Krieges zum Beistand verpflichtet war. Doch Italien verfolgte seine eigenen (territorialen) Ziele und war daher auch bereit, wechselnde Partnerschaften einzugehen. Also erklärte der italienische König Viktor Emanuel III. direkt nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 als neutral.

Historische Karte - Festungen in Italien von 1898

Historische Karte - Festungen in Italien
Brockhaus Konversationslexikon | 14. Auflage | Leipzig

Alternativ:
Historische Kriegskarte
Frontverlauf 1914 - 1918
Kriegsschauplätze der Südwestfront

Italien verhandelte fortan mit beiden Kriegsparteien, um auszuloten, ob und wo ein Kriegseintritt die meisten Vorteile bringen könnte. Schlussendlich entschied man sich, die Ententmächte zu unterstützen, weil die Aussicht bestand, dadurch die eigenen Gebietsansprüche auf Südtirol, das Trentino und Triest gegen den bisherigen Bündnispartner Österreich-Ungarn durchzusetzen. Die Kriegerklärung erfolgte am 23. Mai 1915. Dieser Kriegseintritt und damit die Eröffnung einer neuen Front im Süden war vom militärischen Standpunkt Österreichs-Ungarns ein katastrophaler Wendepunkt im Ersten Weltkrieg. Das Kräftegleichgewicht verschob sich massiv und beeinflusste dadurch wesentlich den Ausgang des Krieges.

Wenn bisher der Eindruck entstanden ist, dass das eingangs erwähnte Dreierbündnis ein stabiles Gebilde war, ist das nicht ganz korrekt. Es galt zwar schon seit Ende des 19. Jahrhunderts, war aber durchweg von Misstrauen der Bündnispartner gegenüber Italien geprägt. Nachvollziehbar wird das, wenn man sich daran erinnert, dass die Staatsgrenze der Donaumonarchie zu Italien gänzlich anders verlief als heute. Etliche italienischsprachige Gebiete gehörten damals (noch) zu Österreich-Ungarn, was dem Königreich Italien ein Dorn im Auge war.

Österreich misstraute also Italien und sah sich zum Selbstschutz gezwungen, seine Grenze zum „Bündnispartner“ durch eine Vielzahl kleiner und großer Festungsanlagen zu schützen. Die ersten Festungen wurden bereits 1830 errichtet - also bereits etliche Jahre bevor man den sogenannten Dreierbund mit Italien einging. Die letzten Anlagen stellte man noch während des Ersten Weltkriegs fertig. Das erklärt auch, dass man im heutigen Norditalien etliche Festungen erkunden kann, die österreichischen Ursprünge sind.

Wie bereits erwähnt war der Kriegseintritt Italiens auf der Seite der Ententemächte für die Donaumonarchie eine Katastrophe. Fortan waren große Truppenteile in den verlustreichen Gebirgskriegen gebunden (Isonzoschlachten, Alpenschlachten, etc.).

Festungen in Norditalien

Italienische Festungen an der französischen Alpengrenze

Historische Karte - Festungen in Frankreich und Norditalien

Historische Karte - Festungen im Frankreich und Italien
Brockhaus Konversationslexikon | 14. Auflage | Leipzig


Einmal abgesehen von den vielen österreichischen Festungen in Norditalien findet man aber auch etliche und sehr eindrucksvolle Befestigungsanlagen an der italienisch-französischen Grenze. Sie wurden im 19. Jahrhunderts (oder deutlich früher) von Italien errichtet und dienten zum Schutz eigener Territorialinteressen gegenüber dem damaligen Feind Frankreich. Das Pendant dazu finden man auf der französischen Seite. Denn damals - also während des 19. Jahrhunderts als diese mächtigen Festungsanlagen mehrheitlich errichtet wurden - standen sich Frankreich und Italien wenig freundlich gesonnen gegenüber. Beide Seiten fürchteten den Einmarsch des jeweiligen Nachbarn und schützten so wichtige Alpenpasse und Talstraßen.

In dieser Region befindet sich beispielsweise auch die Festung Fenestrelle (italienisch Fortezza di Fenestrelle). Es ist eine der größten Festungsanlagen in Europa und nach der chinesischen Mauer das nächstgrößte Mauerwerk auf der Welt. Sie besteht insgesamt aus drei einzelnen Festungen, die miteinander durch Tunnel verbunden sind, in dem sich die längste gedeckte (also vor Angriffen geschützte) Treppe Europas mit fast 4.000 Stufen befindet.



Bildergalerien: Festungen in Italien


Ein eigener Sache ... bitte habe Verständnis dafür, dass diese Serie erst im Entstehen ist. So oft bin ich leider nicht in Italien. Dennoch konnte ich einen Anfang machen. Denn eine erste Festung in der Toskana, die ich vor Jahren besuchte. Seinerzeit hatte ich meine Vorliebe für dieses Thema noch nicht entdeckt.

Festungen Rocca di Radicofani
Toskana

Festungen in Frankreich



Wissenswert.

Außerdem empfehle ich Dir diese
zweiteilige Dokumenation über den .
Ersten Weltkrieg, die ich bei Youtube
fand. Sie ist sehenswert - wenn auch grausam.

    • LINK: FILM

Wenn Du die konkrete Lage der einzelnen Festungen rund um Metz erfahren möchtest, lade Dir die KMZ für Google Earth herunter. Ich rate Dir aber zu äußerster Vorsicht bei Besuchen.

Ich habe auch eine eigene Dokumentation über den
Ersten Weltkrieg erstellt. Meiner Ansicht nach
ist diese wichtig, um Inhalte der Homepage geschichtlich
entsprechend und richtig einzuordnen.

    • LINK: WISSENSWERTES

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