Kurzportait: Kaiser Wilhelm I.

Kaiser Wilhelm I. und sein Verhältnis zu Frankreich

Kaiser Wilhelm I.
Quelle: Historische Postkarte

Kaiser Wilhelm I. war zu Lebzeiten ein populärer Monarch. 1861 wird er zum König von Preußen gekrönt und 1871 (eher widerwillig) zum ersten Kaiser des neu gegründeten Deutschen Reichs. Die Regierungsgeschäfte übergab er frühzeitig an Otto von Bismarck, den er zu seinem Ministerpräsidenten machte und ihm bei den Regierungsgeschäften weitgehend freie Hand ließ. In Deutschland verehrten ihn viele Menschen zutiefst und waren stolz, dass Deutschland einen in Europa so bedeutenden Herrscher hatte. Ihm zu Ehren wurden damals viele protzige Denkmäler errichtet, die zum Teil bis heute die Zeit überdauerten.

Ganz in der Tradition damaliger Monarchenhäuser trat Wilhelm I. früh in die preußische Armee ein und war bereits in jungen Jahren an den napoleonischen Kriegen beteiligt. Für Preußen war das damals eine schwierige Zeit, denn es drohte, unter französischer Ägide unterzugehen. Erst ein Bündnis mit Russland wendete während der Befreiungskriege zwischen 1812-1815 das Blatt. Wilhelm I. war an ihnen ab 1814 als junger Offizier beteiligt. Seither sagte man Wilhelm I. eine tiefe Abneigung gegen Frankreich nach, die die kommende Zeit prägen sollte. Seine Ansichten waren dabei durchaus im Einklang mit der Haltung vieler Deutschen, bei denen die Machtansprüche Napoleon Bonaparte, seine Feldzüge gegen Deutschland, seine Siege und anschließende Herrschaft durch Vasallen in der Bevölkerung großes Ressentiment gegenüber den Franzosen schürte. Später dann musste Wilhelm I. abermals gegen Frankreich ins Feld ziehen. 1870, im Deutsch-französischen Krieg, führte Wilhelm den Oberbefehl in der kriegsentscheidenden Schlacht bei Sedan und nach dieser gelingt deutschen Truppen die Festnahme des französischen Kaisers Napoleon III..

Spätestens nach Ende des Deutsch-französischen Krieges beruhte diese Abneigung zwischen Franzosen und Deutschen auf Gegenseitigkeit. Der für Frankreich verloren gegangene Krieg, die Erkenntnis, dass man Deutschland militärisch nicht gewachsen war (was zu einer grundlegenden Umstrukturierung der französischen Armee nach 1871 führte) und insbesondere der Umstand, dass man Elsass und Lothringen dauerhaft an das just in Versaille proklamierte Deutsche Kaiserreich abtreten musste, führte unter den Franzosen zu großen Vorbehalten. Die Folgen all dieser Dinge kennen wir: Sie mündeten in den Ersten Weltkrieg.

Steckbrief: Kaiser Wilhelm I.

  • Name: Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen

  • Geboren: 22. März 1797 in Berlin

  • Gestorben: 9 März 1888 in Berlin

  • Vater: Friedrich Wilhelm III. von Preußen (1770-1840)

  • Mutter: Luise von Mecklenburg-Strelitz (1776-1810)

Wichtige Ereignisse in seinem Leben:
  • 1807: Ernennung zum Offizier.

  • 1814: Bereitungskriege gegen Napoleon.

  • 1858: Eid auf die preußische Verfassung

  • 1859: Sein erstes Kind wird geboren (später Kaiser Friedrich III.)

  • 1861: Wilhelm I. wird König von Preußen.

  • 1862: Ernennung Otto von Bismarck zum Ministerpräsidenten.

  • 1864: Oberbefehl der Armee im Deutsch-Dänischen Krieg.

  • 1867: Vorsitz im Norddeutschen Bund.

  • 1870: Beginn des Deutsch-französischen Krieges.

  • 1870: Wilhelm hat das Kommando in der Schlacht von Sedan.

  • 1871: Wilhelm wird zum Kaiser des Deutschen Reichs ausgerufen.

  • 1888: Kaiser Wilhelm I. stirbt in Berlin.

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