Schützengräben im Ersten Weltkrieg

1914 … der Erste Weltkrieg war erst wenige Wochen alt und schon wandelte er sich grundlegend zu dem, was wir heute von ihm wissen: erstarrte Fronten, eine Materialschlacht, ausharrende Soldaten in verschlammten Schützengräben, die zu ihrem Grab wurden, Maschinengewehr, die alles niedermachten, was sich ihnen näherte und Artilleriefeuer – unaufhörliches Artilleriefeuer. Millionen toter und verwundeter Soldaten auf beiden Seiten. Schrecken ohne Ende – Tag für Tag.

Schützengräben sind allerdings keine Erfindung des Ersten Weltkriegs: Es gibt sie schon fast so lange wie es Armeen gibt. Ursprünglich waren sie Teil der Belagerungskriegsführung, die es dem Angreifer ermöglichte, sich trotz der Pfeile, Schleuderschüsse und Katapultlasten, die von den Belagerten auf ihn gerichtet wurden, näher an den Verteidigungswall des Gegners heranzuarbeiten. Mit dem Aufkommen der Feuerwaffen setzte man mehr und mehr auf Schützengräben. In ihnen konnten die Soldaten stehen und ihre Waffen in Deckung laden. Zu den ersten Grabenkämpfen "im großen Stil" kam es erstmals 1854 im Krimkrieg. Danach wurde unter anderem im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) und im Russisch-Japanischen Krieg (1904-1905) auf die Kämpfe aus dem Schützengraben heraus gesetzt. Denn: In einem Graben konnte der Soldat stehen und seine Waffe in Deckung laden. Sie waren (einigermaßen) geschützt und dennoch effektiv - so die Logik der Militärs. Diese Art der Kriegsführung erreichte einen blutigen Höhepunkt in den Grabenkämpfen des Ersten Weltkriegs. Allein in den Kämpfen vor Verdun wurden von Februar bis Dezember 1916 über 700.000 Soldaten getötet oder verletzt, doch stellte sich der Frontverlauf am Ende der Schlacht nahezu unverändert dar. Noch im Zweiten Weltkrieg war die Masse der Soldaten nicht motorisiert. Dennoch wurden Gefechte aus Feldstellungen (und kaum aus Schützengräben) heraus geführt, weil beide Seiten durch den Einsatz von Panzern und deren schnellen Vorstößen auf den Bewegungskrieg setzten. Deutschland hatte es seinerzeit mit seiner Blitzkriegtaktik zur "Perfektion" gebracht.

Zeichnung eines "idealtypischen Schützengrabens"

Schematische Zeichnung eines Schützengrabens. Quelle: Die italienische Armee, fünfte veränderte Auflage, Verlag von L.W. Seidel & Sohn, Wien, 1915;
Weitere historische Dokumente: k.u.k. Armeeoberkommando - Ausführung und Verteidigung von Feldbefestigungen - August 1916 (externes Dokument)




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