Festungsbau -
Blick in die Geschichte:

Begriffe des Festungsbaus
mit Fokus auf Festungen des
19. und beginnenden 20. Jahrhunderts

Eine Festung ist ein in Friedenszeiten
ausgebauter Ort, der in Kriegszeiten
gegen einem der Zahl nach überlegenen und
mit allen Angriffsmitteln ausgerüsteten Gegner
nachhaltig verteidigt werden kann.

Meyers Konversations-Lexikon
Jahrgang 1888



Was ist der Unterschied zwischen einer Burg und einer Festung?

Werk Sebastiano

Beispielhafter Grundriss einer modernen Panzerfestung
der K.u.k.-Doppelmonarchie gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Quelle der Ursprungszeichnung: Sonderdruck aus den "Militärwissenschaftlichen Mitteilungen" - Ergänzungsheft 10 zm Werke "Österreich-Ungarns letzter Krieg" - Die Reichsbefestigungen Österreich-Ungarns zur Zeit Conrad von Hötzendorf - Wien - 1937

Unter einer Burg versteht man eine mittelalterliche Verteidigungsanlage. Man errichtete sie an strategisch wichtigen und leicht zu verteidigenden Orten. Sie erfüllten mehrere Funktionen: Sie repräsentierten die Macht und den Reichtum der Herrschaft, waren Wohnsitz und Verteidigungsbollwerk in einem. Deutlich wird das beispielsweise daran, das mittelalterliche Burgen über einen Burgfried verfügen – er gleichzeitig die Wohnstätte der Adelsfamilie und letzter Rückzugsorg im Fall der Einnahme der Burg. Mit dem Aufkommen erster Feuerwaffen im 14. Jahrhundert und insbesondere dem Einsatz erster Kanonen auf den Schlachtfeldern begann der Niedergang mittelalterlicher Burgen mit ihren hoch aufragenden Wehrmauern, die ein hervorragendes Ziel für die neu aufkommende Artillerie waren.

Im Gegensatz dazu dient eine Festung ausschließlich militärischen Zwecken. Der Begriff wurde erst im 16. Jahrhundert geprägt und geht auf das altdeutsche Wort „Veste“ zurück. Der Bau neuer Festungen geht auch mit dem Aufkommen sogenannter „stehender Heere“ einher. Europäische Herrscherhäuser begannen nach und nach Truppen aufzustellen, die dauerhaft unter Waffen standen, jederzeit einsatzbereit waren und letztlich eine Unterkunft benötigten, die gleichzeitig als Verteidigungsbau diente. Festungen wurden natürlich auch an strategisch wichtigen Orten errichtet; man umgab Städte mit befestigten Anlagen oder errichtete sie an wichtigen Verkehrsknotenpunkten. So wie der Niedergang der Burgen stark durch die Entwicklung der Artillerie beeinflusst wurde, unterlagen auch Festungen seit ihrem Aufkommen einem ständigen Veränderungsdruck – ausgeübt von Kriegstaktikten und ebenfalls den Möglichkeiten, die die Artillerie bot.

Kurzum: Festungen sind militärische Zweckbauten zur Unterkunft von Soldaten, Lagerung von Waffen und Gerät; sie dienten zur Verteidigung strategisch wichtiger Orte. Es gibt sie seit dem 16. Jahrhundert.


Weitere Information (interner Link):

- Geschichte des Festungsbaus.
- Preußischer Festungsbau.
- Deutsche Panzerfestungen.



x



Fachbegriffe des Festungsbaus

A

Außenwerk

Mit einem Außenwerk bezeichnet man eine der eigentlichen Festung vorgelagerte Stellung. Dabei kann es sich beispielsweise um einen Kampfbunker handeln, der durch einen unterirdischen Hohlgang mit der Festung verbunden ist. Wenn der Hohlgang fehlt, spricht man von einem detachierten Werk.

Aufgelöste Festung

Lageplan - Feste Kaiserin - deutsche Panzerfestung bei Metz

Lageplan der Panzerfestung Kaiserin des deutschen Kaiserreichs bei Metz (Elsass-Lothringen).

Die aufgelöste Festung ist eine Entwicklung gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Bis dato errichtete man Festungen recht kompakt. Heißt: Einzelne Funktionsbereiche wurden in einem geschlossenen Festungskomplex untergebracht. Das Biehlersche Einheitsfort, welches die Preußen lange Zeit beim Bau neuer Festungen bevorzugten, ist ein gutes Beispiel für eine solch kompakte Bauweise. Die Unterkünfte der Mannschaften und Offiziere, Versorgungsbereiche, Munitionsdepot und die Geschützstellungen bildeten eine Einheit, die von äußeren Verteidigungsanlagen umgeben bzw. einem Graben umgeben waren. Auf der Rückseite der Festung (der Kehle) befand sich der zentrale Zugang zur Festung. Ein gut gesetzter, direkter Treffer hätte weite Teile einer Festung auf einen Schlag außer Gefecht setzen können.

Im Gegensatz dazu verteilte man bei einer aufgelösten Festung diese einzelnen Bereiche unter Ausnutzung der örtlichen Gegebenheit mittels einzelner Werke im Gelände. Dabei unterschied man beispielsweise zwischen Artillerie- und Infanteriewerken - also bunkerähnlichen Anlagen, in denen die durch Panzerung geschützte Artillerie untergebracht waren (siehe: Panzerturm) oder als Unterkünfte für die Infanterie dienten. All diese im Gelände verteilten Werke waren mittels unterirdischer Hohlgänge miteinander verbunden.

Die aufgelöste Festung wurde von Festungsbauingenieuren des deutschen Kaiserreichs entwickelt. Sie bezeichneten solche Festungen als "Feste".

Weitere Informationen:
- Biehlersches Einheitsfort.
- Panzerfestungen des Deutschen Kaiserreichs.

Artilleriewerk

Feste Wagner - Artilleriewerk

Aufnahme eines Artilleriewerks der deutschen Panzerfestung Wagner bei Metz (Elsass-Lothringen).

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten die Deutschen einen neuen Festungstyp - die Feste. Bei ihr handelte es sich um eine aufgelöste Festung (siehe Abschnitt zuvor), die letztlich aus unterschiedlichen Werken bestand, die man im Gelände verteilte. Man unterschied dabei zwischen Infanteriewerken zur Unterbringung der Mannschaften und Artilleriewerken, in denen die Hauptbewaffnung der Festung - die Artillerie - untergebracht war. Die Geschütze wurden zu deren Schutz in Panzertürme installiert.

Später - nämlich beim Bau der Maginot-Linie - verwendete man den Begriff abermals: Die Maginot-Linie war eine Festungslinie Frankreichs zum Schutz vor dem Einmarsch deutscher Truppen. Sie bestand aus weitläufigen unterirdischen Bunkern. In Abhängigkeit von der Bewaffnung dieser Festungen unterschied man zwischen Gros Ouvrages (Artilleriewerken) und Petit Ouvrages (Infanteriewerke).

B

Brisanzgranaten

Erster Weltkrieg - Westfront - deutsche Soldaten präsentieren Artilleriegranaten | Quelle: Historische Postkarte

Historische Postkarte aus dem Ersten Weltkrieg:
Soldaten mit Brisanzgranaten

Das Wort Brisanzgranate ist abgeleitet von dem französischem Wort "brisant" - es steht für zerbrechen, zertrümmern oder auch zerquetschen und beschreibt die Möglichkeiten dieser neuartigen Artilleriegeschosse, die gegen 1880 entwickelt wurden sehr gut. Als Brisanzgranaten (auch Sprenggranaten) bezeichnet man Artilleriegranaten, die mit Sprengstoff anstatt des lang Zeit üblichen Schwarzpulvers gefüllt waren. Es kamen auch Pikrinsäure oder Zellulosenitrat zum Einsatz.

Die Wirkung von Brisanzgranaten übertraf die herkömmlicher Geschosse um ein Vielfaches und ihr Aufkommen hatte maßgeblichen Einfluss auf den Festungsbau gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Welche verheerende Wirkung ein solcher Beschuss hatte, dokumentierte die Deutschen ausführlich zu Beginn des Ersten Weltkriegs. Seinerzeit entstand eine Denkschrift zur Beschießung der belgischen Städte Lüttich, Namur und Antwerpen. Dieses ausführlich bebilderte Dokument befindet sich heute in einem russischen Archiv.

Weitere Informationen:
- Denkschrift zur Beschießung der Städte Lüttich, Namur und Antwerpen.
- Brisanzgranatenkrise im Festungsbau.
- Artillerie im Ersten Weltkrieg.

Biehler-Fort

Biehlersche Einheitsfort - Standardfestung der Preußen gegen Ende des 19. Jahrhunderts

Das Fort Manstein ist ein Biehler-Fort. Weitere Informationen findest Du, wenn Du dem Link zur Feste Prinz Friedrich-Karl folgst.

Als Biehler-Fort (oder Biehlersches Einheitsfort) bezeichnet man preußische Festungen, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurden und einem einheitlichen Grundriss haben. Hans Alexis von Biehler entwickelte ihn. Er nutzte dabei die Grundform einer Lünette, die seit dem 17. Jahrhundert häufig verwendet wurde, verzichtete dabei aber auf das bis dato bevorzugte Bastionärsystem. Die Biehler-Forts haben sowohl die gleiche Grundform als auch einen identischen Innenausbau. Zwischen 1870 und 1890 entstanden siebzig Festungswerke.

Mit Weiterentwicklung der Artillerie- und Waffentechnik wurde das Prinzip kompakter Festungsbauten, welchem letztlich auch das Biehler-Fort folgte, durch die Idee abgelöst, die einzelnen Werke einer Festung im Gelände zu verteilen. Man bezeichnete diese Art einer Festungsanlage als "Feste".

Weitere Informationen:
- Geschichte des preußischen Festungsbaus.
- Biehlersche Einheitsfort.

Brustwehr

Moselstellung - Infanteriestellung der Festung Obergentringen

Beispiel einer Brustwehr: Feste Obergentringen
nahe Thionville (Elsass-Lothringen).

Der Begriff der Brustwehr mutet altertümlich an. Gab es sie doch schon bei mittelalterlichen Burgen. Aber auch moderne Festungen, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurden, kannten sie. Hier bezeichnet die Brustwehr ein bauliches Element beispielsweise betonierter Infanteriestellungen. Es ist ein mannshoher Wall oder Mauer, die als Deckung der Soldaten gegen feindliches Gewehrfeuer diente und über die die verteidigenden Soldaten hinweg selbst auf die Angreifer schießen konnten.

Man unterscheidet zwischen einer geschlossenen und einer krenelierten Brustwehr. Wenn sie Zinnen besitzt oder mit Schießscharten ausgestattet ist, wird sie als kreneliert bezeichnet, sonst als geschlossene Brustwehr.

Die hier dargestellte Infanteriestellung mit betonierter Brustwehr und kleinen, durch Stahltüren geschützte Nischen zur Lagerung von Munition ist Teil der Panzerfestung Obergentringen bei Thionville.

Beispiele moderner, betonierter Brustwehren:
- Panzerfestung Luitpold bei Metz.
- Panzerfestung Obergentringen bei Thionville.
- Schütengräben im Ersten Weltkrieg.

C

Casematte

Steinmetz-Kaserne - Kommandantur der deutschen Truppen bei Metz

Blick in eine altertümliche Aufbewahrungskasematte der Kaserne Steinmetz bei Metz (Elsass-Lothringen).

Eine Casematte (auch Kasematte) ist ein vor Artilleriebeschuss besonders geschütztes Gewölbe. Sie dienten zur Unterbringung von Soldaten (Wohn- oder Bereitschaftskasematten) oder zur Aufbewahrung von Munition und Material (Aufbewahrungskasematten). Mit der Zeit ging man dazu über, sie in das Verteidigungskonzept der Festung einzubinden, um derart geschützt mittels Gewehren oder Geschützen gegen vorrückende Truppen vorgehen zu können. In dem Fall spricht man von Geschütz- oder Defensionskasematten. Diese Idee wurde im Verlauf des 19. Jahrhunderts weiter ausgefeilt: Man versah Geschützkasematten mit mehrere Zentimeter dicke Panzerplatten und führte das Geschützrohr durch bewegliche Scharten blenden nach außen. Das waren in gewisser Weise einfache Vorläufer späterer Panzertürme, bei denen man das Geschütz in einen beweglichen Turm installierte, der dreh- und zum Schutz des Geschützes häufig auch versenkbar war.

Die hohe Beschussfestigkeit von Kasematten erreichte man durch ihre besondere Mauerstärke und den gewölbten Decken. Anfangs mauerte man sie – wie im Übrigen auch die restliche Festung – aus Bruch- oder Ziegelsteinen. Mit dem Aufkommen der Brisanzgranaten reichte das allerdings nicht mehr aus, um das Innere zu schützen. Also ging man über, Beton oder gar Stahlbeton zum Bau zu verwenden (was auch bei dem restlichen Teil der Festung dann der Fall war). Außerdem wurden Kasematten mit einer meterdicken Erdschicht, später mit einer weiteren Stahlbetonschicht überdeckte.


Casemate de Bourges

Fort Domgermain - Festung rund um Toul - Festung der Barrière de Fer

Aufnahme aus dem Inneren einer Casemate de Bourges
Fort Domgermain - Festung rund um Toul

Eine Casemate de Bourges ist eine durch die Franzosen vorgenommene Weiterentwicklung klassischer Kasematten. Dabei handelt es sich um einen schusssicheren Raum einer Festung - entweder unter meterdicker Erde platziert und/oder in einen Wall bzw. einem besonders geschütztem Gebäude integriert. Die Franzosen unterschieden hier zwischen der Casemate de Bourges und der Casemate Pamart - siehe nächsten Abschnitt.

Die Casemate de Bourges ist ein kleiner, im Regelfall zweistöckiger Artilleriebunker. Sie wurde im ausgehenden 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts meist an den Schultern von Forts und Ouvrages errichtet. Von hier aus konnte man die Kehle des Werkes selbst oder den Raum zwischen zwei Werken decken. Die Standardkonstruktion war aus Stahlbeton und umfasste einen ebenerdigen Kampfraum (als Obergeschoss) und ein darunter (unterirdisches) Munitionslager inklusive Ruhemöglichkeiten für die Soldaten. Eine Casemate de Bourges war standardmäßig mit zwei versetzt angeordneten Schneider-Festungskanonen mit 75 mm ausgestattet.

Casemate Pamert

Diese Casemate ist quasi "der kleine Bruder" der zuvor vorgestellten Casemate de Bourges. Auch dieser kleine Bunker verfügte im Regelfall über zwei Stockwerke. Er war bis in das frühe 20. Jahrhundert allerdings als Standard mit zwei Hotchkiss-Maschinengewehren ausgestattet. Der Korpus bestand aus Stahlbeton mit einer eigentümlichen Panzerplatte mit Doppelschießscharten. Der Zugang war auf der Rückseite durch einen Hohlgang oder gedeckten Gang möglich.

D

Detachiertes Werk

Ein detachiertes Werk ist eine der eigentlichen Festungsanlage vorgeschobenes Werk, welches nicht mit der Hauptfestung verbunden ist und daher auf dem selbständigen Kampf ausgelegt wurde. Detachierte Werke waren bei modernen Festungssystemen im 19. Jahrhundert von zentraler Bedeutung. Letztlich wurde diese Idee bei modernen preußischen Festungen (siehe Feste) zur Perfektion gebracht.

E
F

Face

Die Face ist die dem Feind zugewandte Seite einer Bastion, Schanze oder Festung. Man könnte die Face auch als Stirnseite der Festung bezeichnen, wo der erwartete Angriff des Feindes wohl am Heftigsten ausfallen wird.

Feste

Quelle gallica.bnf.fr / Bibliothèque nationale de France - Fortification cuirassée et les forteresses au début du XXe siècle

Quelle: gallica.bnf.fr / Bibliothèque nationale de France - Fortification cuirassée et les forteresses au début du XXe siècle

Eine Feste (französisch: groupe fortifié) ist letztlich ein aufgelöste Festung (siehe einige Abschnitte zuvor). Dabei handelt es sich um einen neuen Festungstyp, der von den Deutschen gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Reaktion auf das Aufkommen moderner Brisanzgranaten entwickelt wurden. Man spricht häufig auch von Panzerfestungen. Letztlich handelt es sich um Artilleriefestungen, bei der die Geschütze konsequent in Panzertürme verbaut wurden, die drehbar waren und besonderen Schutz vor feindlicher Artillerie boten und man die einzelnen Werke der Festung im Gelänge verteilte, um insgesamt weniger Angriffsfläche zu bieten.

Der erste Prototyp einer solchen Festung entstand in den 1890er-Jahren bei Thron, dem heutigen Torun in Polen. Es handelt sich um die Feste König Wilhelm I.. Kurz darauf errichtete man bei Straßburg die erste "echte" Panzerfestung - nämlich die Feste Kaiser Wilhelm II.. Die hier gesammelten Erfahrungen flossen dann in den Bau etlicher Festungen ein, die man rund um die damals unter Deutscher Vorherrschaft stehenden Stadt Metz errichtete. Quasi alle Festungen des zweiten (und somit neueren) Festungsrings rund um die Stand sind Panzerfestungen.

Fotografischer Rundgang durch Panzerfestungen:
- Rundgang durch die Feste Friedrich-Karl.
- Rundgang durch die Feste Wagner.
- Rundgang durch die Fete Kaiserin.
- Rundgang durch die Feste Kronprinz.

Weitere Informationen:
- Merkmale einer deutschen Panzerfestung.
- Rundgang durch die Feste Kaiserin bei Metz.
- Rundgang durch die Feste Kronprinz bei Metz.
- Rundgang durch die Feste Kaiser Wilhelm II. bei Straßburg.

G

Glacis

Als Glacis bezeichnet man das Vorfeld einer Festung, welches von jeglicher Bebauung und Bewuchs freigehalten wird. Dadurch haben die Verteidiger ein freies Schuss- und Beobachtungsfeld. Optimalerweise ist die Glacis zur Festung hin leicht ansteigend, damit der Feind beim Anstürmen bergauf laufen muss.

Gürtelfestung

Als Gürtelfestung bezeichnet man ein komplexes Festungssystem – bestehend aus mehreren sich gegenseitig schützenden und dennoch allein stehenden Forts, die um den eigentlich zu schützenden Port herum einen Festungsring bilden.

Kern der Festung ist meist eine Stadt. Dieser soll so lange wie möglich vor einer Einnahme durch feindliche Truppen geschützt werden. Zusätzlich zu den einzelnen (detachierten) Forts können zwischen den einzelnen Werken der Gürtelfestung weitere Feldarmeen und Geschützbatterien positioniert werden.

Weitere Informationen:
- Geschichte des Festungsbaus.
- Wissenswertes über Gürtelfestungen.

Graben

Der Graben einer Festung dient zur Verteidigung und stellte bei altertümlichen Festungsanlagen zusammen mit der hoch aufragenden Festungsmauer ein schwer zu überwindendes Hindernis dar. War er obendrein mit Wasser gefüllt (feuchter Graben) erhöhte dieses die Schwierigkeiten für angreifende Truppen.

Selbst moderne Festungen des auslaufenden 19. Jahrhunderts, ja sogar die modernen Panzerfestungen, die von den Deutschen errichtet wurden, verfügten über einen Graben. Er hatte zwar die gleiche Funktion wie bei den Festungen vergangener Jahrhunderte, wies aber gänzlich andere Merkmale auf. Es handelte sich im Regelfall um „trockene Gräben“, in denen weitere Verteidigungsanlagen (Grabenstreiche) installiert waren und/oder in denen man auch eine Vielzahl an Hindernissen platzierte, um ein eventuelles Vorrücken feindlicher Soldaten zu verlangsamen, damit man sie besser bekämpfen konnte.

Grabenstreiche

Feste Friedrich Karl bei Metz (Elsass-Lothringen).

Als Grabenstreiche bezeichnet man im modernen Festungsbau einen Raum oder eine Anlage aus der heraus man mit Gewehren, meist aber Maschinengewehren oder kleinkalibrigen Geschützen in den Graben schießen konnte, um ihn zu verteidigen (bestreichen nennt man das im Militärjargon). Sie diente also zur Nahverteidigung einer Festung und kam zum Einsatz, wenn sich angreifende Truppen so nah an die Festung herankämpfen konnten, um sie im Kampf Mann gegen Mann einnehmen zu wollen. Zuletzt wurden eigentlich nur noch bombensichere Grabenstreichen installiert, die man in Kasematten unterbrachte. Früher nutzte man auch offene Galerien in der Grabenmauer oder Kaponièren. Da typische Vauban-Festungen baubedingt über viele Gräben verfügten, gab es hier auch eine Vielzahl unterschiedlicher Möglichkeiten, eine Grabenstreiche einzuplanen (Grabentenaille, Grabenschere, Grabenkoffer, freistehende Mauern im Graben, Schießscharten in den Wänden des Grabens etc.).

Mit dem Aufkommen neuer Festungstypen – beispielsweise den Polygonalfestungen der Preußen – änderte sich das Konzept der Grabenstreichen, wenngleich ihre Funktion unverändert blieb. Neu-Preußische Festungen kennzeichnet eine große Kaponniere. Nach aufkommen moderner Brisanzgranaten wurden Grabenstreichen vornehmlich in der sogenannten Kontrescarpe errichtet. Sie befanden sich also auf der Grabenseite, die dem Feind zugewendet war und waren so schwerer zu bekämpfen bzw. durch feindliches Artilleriefeuer zu treffen.

Zur Verteidigung eines Festungsgrabens wurden stets mehrere Grabenstreichen benötigt.

H

Hohlgang

Festung Metz: Feste Freiherr von der Goltz - Groupe fortifié de la Marne - Metz - Frankreich

Hohlgang unterhalb der Feste von der Goltz
bei Metz (Elsass-Lothringen).

Als Hohlgang bezeichnet man einen unterirdisch angelegten Gang zur Verbindung zweier Werke. Hohlgänge waren beispielsweise bei den preußischen Festungsanlagen, die Anfang des 20. Jahrhunderts angelegt wurden, die einzige Verbindung zwischen den einzelnen Werken, weil man aus Sicherheitsgründen auf oberirdische Verbindungswege verzichtete. Unterbrochen wurden die Hohlgänge in regelmäßigen Abständen durch Stahltüren, die beim Eindringen des Feindes geschlossen werden konnten.

I

Infanteriewerk

Festung Metz - Feste Prinz Friedrich Karl - Groupe fortifié St. Quentin - deutsche Festung bei Metz

Im Inneren eines Infanteriewerks des Feste Friedrich Karl. Hier handelt es sich um die Zentralkaserne der Festung bei Metz (Elsass-Lothringen).

Die Architekten moderner Festungen des 20. Jahrhunderts unterschieden zwischen Infanterie- und Artilleriewerken. Der Begriff „Werk“ wurde ab dem 16. Jahrhundert im Festungsbau als Überbegriff für eine isolierte Befestigungsanlage verwendet. Ein Infanteriewerk ist somit eine eigenständige Befestigungsanlage, die „nur“ über eine Infanteriebewaffnung verfügt.

Dies wiederum lässt sich besonders gut am Beispiel der Maginot-Linie beschreiben. Denn die Infanteriewerke dieses Verteidigungswalls besaßen meistens ein oder mehrere Kampfblöcke, die mit Maschinengewehren oder 25-mm-Panzerabwehrkanonen ausgestattet waren. Nur in seltenen Fällen verbaute man auch 81-mm-Granatwerfer. Dies war jedoch die große Ausnahme. Selbstredend ist, dass die einzelnen Werke der Maginot-Linie abgeschlossene Einheiten bildeten und dementsprechend über eigene Ruheräume, eine Küche und eigene Stromversorgung verfügten. Sie konnten autonom agieren und waren für einen gewissen Zeitraum von einer Außenversorgung unabhängig.

Blickt man hingegen auf die Festungsanlagen rund um Metz, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts vom deutschen Kaiserreich errichtet wurden, ergibt sich ein leicht anderes Bild. Hier spricht man von einem Infanteriewerk, wenn man damit einen befestigten Bau innerhalt einer größeren Festungsanlage meint, der zur Unterbringung von Infanteriesoldaten gedacht war. Besser wäre hier sicher der Begriff einer befestigten Infanteriekaserne.

J
K

Kehle

Mit der Kehle einer Festung bezeichnet man den schwächsten Teil der Festung – nämlich die dem Feind abgewandte Seite, wo sich dann auch der Zugang zur Festung befindet. Dieser wäre im Fall eines Kampfes am schwierigsten zu verteidigen gewesen. Um diesen baulich bedingten Schwachpunkt der Festung dennoch besser zu schützen, wurde hier häufig ein Graben angelegt (Kehlgraben). Ältere Festungen verfügen zusätzlich über eine Zugbrücke. Selbstredend ist, dass der Zugang zur Festung selbst nochmals mit Schießscharten gesichert wurde, damit man direkt vor dem Werk befindliche Soldaten unmittelbar unter Feuer nehmen konnte.

Kaponniere

Festung Metz - Feste Prinz Friedrich Karl - Zentraler Eingang auf der Nordseite

Kaponniere beim Zugang Nord zur Feste Friedrich Karl;
Festung bei Metz (Elsass-Lothringen)

Dabei handelt es sich um ein frei im Festungsgraben stehendes Werk, von dem aus man feindliche Soldaten, die in den Graben eingedrungen sind, bekämpfen konnte. In Abhängigkeit, ob man nur eine oder beide Richtungen des Grabens unter Feuer nehmen konnte, sprechen Fachleute von einer Kaponniere oder Doppelkaponniere. Der Zugang erfolgt meist durch eine Poterne.

Häufig wird die Kaponniere auch als Grabenwehr oder Grabenkoffer bezeichnet.

L
M-N
O

Ouvrage

Festungen der Maginot-Linie - französische Bunker des 20. Jahrhunderts - www.festungen.info

Informationen über die Maginot-Linie.

Ein Ouvrage ist der französische Begriff für "Werk". Damit werden allerdings eher die Befestigungen bezeichnet, die gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurden. Und die Franzosen meinen damit einzelne Befestigungsanlagen, die zusammen mit anderen eine Kette - also ein Verteidigungssystem) ergeben. Die einzelnen Festungen der Maginot-Linie werden daher als Ouvrage bezeichnet, wobei man zusätzlich zwischen Gros Ouvrages (Artilleriewerke) und Petit Ouvrages (Infanteriewerke) unterscheidet. Wenn Du mehr über den typischen Aufbau eines Ouvrages der Maginot-Linie wissen möchtest, folge bitte dem Link. Dort findest Du weitere Bilder und einen Lageplan.

Weitere Informationen:
- Festungen der Maginot-Linie.
- Gros Ouvrage des Maginot-Linie.
- Petit Ouvrages der Maginot-Linie.

P

Panzerplatte

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts veränderten sich die Prinzipien des Festungsbau grundsätzlich. Inzwischen waren neue Granatentypen im Einsatz, denen Festungen herkömmlicher Bauart nicht standhalten konnten. Also setzte man zunehmend auf Stahl zum Schutz der Geschütze oder fest installierten Maschinengewehren. Hierbei unterscheidet man zwischen Panzerkuppeln (siehe nächsten Abschnitt) und normalen Panzerplatten. Im Gegensatz zu den Panzerkuppeln konnte die Panzerplatte jedoch nur in eine Richtung schützend eingesetzt werden.

Panzerturm

Festung Metz - Feste Haeseler (Werk Sommy) - Groupe fortifié Verdun - Metz - Frankreich

Panzerturm der Feste Haeseler.

Die Panzerkuppel (bzw. der Panzerturm) ist ein Element des Festungsbaus, welches gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufkam. Die Artillerietechnik hatte sich sprunghaft weiterentwickelt und Brisanzgranaten hatten zunehmend mächtigere Sprengwirkung. Also galt es, die Geschütze einer Festung zu schützen. Sie wurden in Panzerkuppeln eingebaut, die wiederum dreh- und häufig auch versenkbar waren. Dadurch waren sie deutlich besser geschützt als unter freiem Himmel aufgestellte Artilleriestellungen. Die Preußen wiederum bündelten Geschütze zu Artilleriewerken, die häufig mit zwei, meisten drei Geschützen ausgestattet waren. In der Nähe eines Panzerturms installierte man meist einen ebenfalls durch eine Stahlkuppel geschützten Beobachter, von wo aus das Artilleriefeuer geleitet werden konnte.

Perfektioniert wurde diese Idee beim Bau der Maginot-Linie. Die Kampfbunker waren aus der Ferne kaum auszumachen, weil unter anderem die Panzerkuppeln versenkbar waren, was für die Artillerietechnik in ihnen einen weiteren Schutz darstellte.

Weitere Informationen:
- Deutsche Panzertürme.
- Französische Panzertürme.

Panzerfestungen

15-cm-Haubitzpanzerturm - Quelle: Das Gerät der Artillerie vor, in und nach dem Weltkrieg, Alfred Muther / Hermann Schirmer, Verlag Bernard & Graife, Berlin SW 68, 1937

Zeichnung eines deutschen Panzerturms
gegen Ende des 19. Jahrhunderts

Quelle: Das Gerät der Artillerie vor, in und nach dem Weltkrieg, Alfred Muther / Hermann Schirmer, Verlag Bernard & Graife, Berlin SW 68, 1937

Eine Panzerfestung ist eine Entwicklung gegen Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie ist eine Reaktion auf die rasante Weiterentwicklung der Artillerie. In der ersten Hälfte des Jahrhunderts kamen beim Kampf um eine Festung sogenannte Vorderlader, die einen glatten Lauf hatten. Und es kamen Eisenkugeln zum Einsatz. Derartige Geschütze hatten eine kurze Reichweite, waren recht ungenau und den Eisenkugeln fehlte die Durchschlagskraft (im Vergleich zu späteren Geschossen). Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts kamen Hinterlader mit gezogenem Lauf zum Einsatz. Man verwendete auch keine Eisenkugeln mehr, sondern sog. Langeschosse. Dadurch erhöhte sich die Reichweite der Geschütze, ihre Treffgenauigkeit. Anfangs füllte man die Langeschosse mit Schwarzpulver, was deren Wirkung (gegenüber eine Eisenkugel) deutlich erhöhte. Dann - so gegen 1880 - begann man das Schwarzpulver durch Explosivstoffe wie TNT auszutauschen. Das war die Geburtsstunde der Brisanzgranaten - auch Sprenggranaten genannt. Wie Wirkung eines solchen Geschosses war enorm. Festungen herkömmlicher Bauweise - beispielsweise aus Bruch- oder Ziegelsteine gemauert und mit freistehenden Geschützen - konnten einem solchen Beschuss nicht lange widerstehen.

Die Festungsbauingenieure reagierten darauf, indem sie beispielsweise in Deutschland einen komplett neuen Festungstypen entwickelten (siehe: Feste). Man verwendete (Stahl-) Beton als Baumaterial, schützte relevante Teile der Festung mit meterdicken Mauern, integrierte die Geschütze, so dass sie nicht mehr unter freiem Himmel standen und schützte diese wiederum mit einer Panzerung: Man begann Panzertürme in den Festungen zu verbauen. Anfangs waren diese aus Gusseisen, später setzte man auf Stahl. Die Panzertürme prägten die Festungen. Denn es wandelte sich auch die Art und Weise, einen Festungskrieg zu führen. Die Infanterie verlor an Bedeutung und hatte die (durchaus wichtige) Aufgabe, die Festung im Fall eines Durchbruchs des Feindes im Nahkampf zu verteidigen. Die Hauptbewaffnung moderner Panzerfestungen war allerdings die Artillerie, die in zuvor beschriebener Weise gepanzert wurde.


Weitere Informationen (interne Links):

- Deutsche Panzerfestungen in Elsass-Lothringen.
- Deutsche Panzertürme gegen Ende des 19. Jahrhunderts.
- Französische Panzerfestungen der Barrière de Fer.
- Französische Panzertürme gegen Ende des 19. Jahrhunderts.




Q
R

Redoute

Als Redoute bezeichnet man im Festungsbau eine geschlossene Schanze – also ein ursprünglich errichtetes (später aber dauerhaft genutzte) Verteidigungsanlage, die nach allen Seiten von gleich starken Verteidigungsanlagen umgeben ist. Eine einfache Redoute hat einen viereckigen Grundriss. Ungünstig war, dass die Verteidiger dann allerdings tote Winkel hatten, die sie mit ihren Waffen nicht ausreichend erreichen konnten. Deswegen wurden häufig auch fünf- oder sechseckige Redouten errichtet.

Eine Redoute wurde früher von 100 bis 300 Soldaten und wenigen Feldgeschützen gehalten. Die Geschütze stelle man sinnvollerweise an den Ecken der Redoute auf, so dass sie die größte Wirkung (im Sinne eines weiten Schussfeldes) erzielen konnten.

Redouten galten bereits im 19. Jahrhundert als überholt. Sie waren für feindliche Artillerie wegen ihrer aufragenden Bauweise weithin sichtbar und konnten so leicht bekämpft werden.

S

Schanze

Eine Schanze ist ein selbständiges Befestigungswerk, das früher für den Bau einer vorübergehenden Feldbefestigung benutzt wurde. Umgangssprachlich werden heute allerdings häufig auch permanente Befestigungsanlagen als Schanze bezeichnet. Die Ursache ich leicht erklärt: Während Kriegszeiten wurde das Bollwerk gegen den Feind kurzfristig errichtet. Später baute man es aus und nutzte es dauerhaft. Die Herleitung des Wortes Schanze ist recht einfach. Im Mittelalter bezeichnete man so Reisigbündel. Diese wiederum nutze man häufig zum Errichten provisorischer Befestigungsanlagen. Später errichtete man Schanzen aus Erdwällen, so dass im 16. Jahrhundert Erdarbeiten aller Art (zu militärischen Zwecken) als schanzen bezeichnet wurden. Dieser Hintergrund erklärt beispielsweise auch, warum man heute von sich verschanzen spricht, wenn man Deckung hinter einem Wall nimmt, um sich dort auf einen Angriff vorzubereiten.

Eine Schanze ist also ein Befestigungswerk. Man setzte es häufig ein, um Wege oder (im Gebirge) Pässe zu sperren. Dem Grundriss nach unterscheidet man dabei zwischen einer geschlossenen und offenen Schanze – letztere wird auch häufig als Redoute bezeichnet. Der Unterschied zwischen beiden Werken ergibt sich letztlich dadurch, ob alle Seiten geschützt wurden oder ob die Seite, wo die eigenen Truppen lagern ungefestigt war.

Stacheldraht bzw. spanischer Reiter

Spanischer Reiter nahe
der Infanteriestellung Saint Hubert bei Metz.

Stacheldraht war eigentlich eine zivile Erfindung. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen in den USA die Farmer, ihre Weiden damit einzuzäunen, um eigenes Vieh auf den Weiden zu halten bzw. den Viehtrieb durch Cowboys zu erleichtern. Militärisch spielte der Stacheldraht erstmals im Burenkrieg (1899) eine Rolle. Normaler Stacheldraht besteht aus mindestens zwei Spanndrähten und zwei- bis vierspitzigen Stacheln. Im Ersten Weltkrieg wurde er von den Franzosen an sogenannten Schweineschwänzen (frz. Oueue de Cochon) mittels einer Öse befestigt. Deutscher Stacheldraht hingegen glich damals schon dem heutigen Natodraht. Im Deutschen Reich gab es einen Mangel an Draht. Also begann man aus dünnen Stahlbändern dreieckige Schneiden auszustanzen und diese anstatt der Spitzen mit dem Draht zu verbinden.

Als spanischen Reiter wiederum bezeichnet man einen Stacheldrahtverhau, der an einem Holz- oder Stahlhindernis angebracht wurde. Er sollte die Erstürmung einer Stellung oder ihres Vorfeldes verhindern bzw. erschweren. Der Vorteil des spanischen Reiters liegt auf der Hand: Er konnte mobil eingesetzt werden und machte umfangreiche Sicherungsarbeiten überflüssig, einen Stacheldrahtverhau anzubringen.

Schnecke

Feste Lothringen / Infanteriestützpunkt I - deutsche Festung rund um Metz - Frankreich

Beispiel einer Schnecke
Feste Lothringen bei Metz (Elsass-Lothringen).

Eine Schnecke ist ein Unterstand für einen Beobachter. Sie sind meist aus Stahl gefertigt und man grub sie 3/4 in die Erde ein, so dass nur der obere Teil mit den Beobachtungsluken aus der Erde ragte. Von hier aus konnten Infanteristen das Umfeld einer Festung beobachten, um Bewegungen feindlicher Truppen im direkten Umfeld der Festung frühzeitig bemerken zu können. Sie wurden dazu am äußeren Rand einer Festung platziert und waren Umgeben von Stacheldraht. Erreichen konnte man sie nur über Laufwege, die den Soldaten eine leichte Deckung gaben. Weiter im Inneren einer Festung setzte man Schnecken nicht ein. Hier verbaute man Beobachtungskuppeln, die unterirdisch zu erreichen waren. Die Grundform einer Schnecke ist rund und - wie es der Name schon sagt - schneckenförmig. Dadurch waren die Soldaten bei Beschluss gut vor Schlitterwirkungen geschützt.

T

Tote Winkel

Der tote Winkel ist der Bereich, in denen die Geschütze einer Festung nicht wirken konnten. Zentrales Anliegen der Festungsbaumeister des 18. Und 19. Jahrhunderts war, diese Bereiche möglichst gering zu halten. Daher entwickelten Sie anfangs Bastionen (also Ausbuchtungen einer Festungsmauer, von denen man direkt vor diese sehen konnte). Perfektioniert wurde dieses Prinzip durch das Bastionärsystem.

Weitere Informationen:
- Geschichte des Festungsbaus.
- Bastionäre Festungen.

U
V
W

Werk

Festung Metz: Feste Freiherr von der Goltz - Groupe fortifié de la Marne - Metz - Frankreich

Eines von mehreren Infanteriewerken
der Feste von der Goltz bei Metz.

Hierbei handelt es sich um einen Sammelbegriff. Man bezeichnet damit isolierte Befestigungsanlagen, die jedoch immer Teil einer größeren Festungsanlage oder eines Befestigungssystems waren. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts konnte das eine Schanze, Bastion, ein Blockhaus oder ein Ravelin sein - also eher Elemente einer kompakt errichten Festung, die als Bastionärsystem angelegt wurde.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wandelte sich maßgeblich der Festungsbau und somit auch die Verwendung des Sammelbegriffes. Fortan bezeichnete man damit Forts oder isoliert errichtete Bunker. Geblieben ist, dass diese auch weiterhin zu einem größeren Festungskonzept oder Befestigungssystem gehören. Häufig wurde auch eine Spezifizierung vorgenommen, die sich auf die Bewaffnung des Werks, jedoch nicht auf die eigentliche Bauweise bezog (Artilleriewerk, Infanteriewerk).

Ab 1937 definierte in Deutschland ein Werk immer eine selbständige und zur Verteidigung errichtete Festungsanlage (egal welcher Größe) mit maschinellen Einrichtungen zur Luft- und Energieversorgung.

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Zwischenwerk

Ein Zwischenwerk ist eine kleinere Festungsanlage, die zwischen zwei sogenannten Hauptwerken (also größeren und besser befestigten Anlagen) errichtet wurde. Ziel dabei ist, den Raum zwischen den Werken nochmals gesondert zu schützen, weil er schwierig zu verteidigen war. Diese Kombination aus Haupt- und Zwischenwerken wurde von allen Festungsbaumeistern angewendet. Man findet es bei der Barrière de Fer ebenso wie beispielsweise beim Festungsring rund um Straßburg.

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