Festung Metz
Rundgang durch Festungen,
die vor 1890 erbaut wurden.


Die Schriftsteller können nicht so schnell schreiben,
wie die Regierungen Kriege machen;
denn das Schreiben verlangt Denkarbeit.

Bertolt Brecht
1889-1956



Rundgang durch die Festungen rund um Metz

Die alten Festungsanlagen rund um Metz kann man eigentlich in zwei Gruppen unterteilen. Kennt man ihre Geschichte und die der Waffenentwicklung, ist das leicht nachvollziehbar: Auf der einen Seite gibt die Festungsanlagen, die vor 1990 errichtet wurden. Obwohl man ihre Fertigstellung den Deutschen zuschreibt, basieren die Baupläne häufig auf den Konzepten der Franzosen. Baubeginn viele dieser Festungen war bereits vor Ausbruch des Deutsch-französischen Krieges 1870/71. Die Franzosen wollten Metz befestigen und planten einen Festungsring rund um die Stadt. Nach der Annexion von Elsass-Lothringen durch das deutsche Kaiserreich griffen die Deutschen die bisherigen Pläne auf und beendeten die Werke mit ein paar Anpassungen. Diese Festungen sind meist gemauert und ihre Anlagen sind teilweise oberirdisch. Heißt: Ein typisches Infanteriewerk dieser Zeit wird auf drei Seiten von einem mächtigen Erdwall geschützt, während die Front (auch Kehlseite genannt) frei zugängig ist. Beste Beispiel dafür ist die wuchtige Zentralkaserne der Feste Prinz Friedrich Karl.



Rundgang durch deutsche Festungen bei Metz - Frankreich - Festung Metz

Festung Metz: Zentralkaserne der Feste Prinz Friedrich Karl - heute auch bekannt als Groupe fortifié St. Quentin



Viele Festungen rund um Metz entstanden vor 1890. Letztlich bilden sie den ersten Festungsring rund um die Stadt. Die einzelnen Werke dieser Festungen wurden meist aus Bruch- oder Ziegelsteinen gemauert. Besonders eindrucksvoll finde ich die Infanteriewerke und Kasernen dieser Festungen. Nicht selten sind dieses langgezogene Gebäude mit einem langen Versorgungsgang, von dem die Sammelunterkünfte der Soldaten abgehen. Die Räume waren noch lichtdurchflutet ... die Fenster hatten jedoch anscheinend keine Fensterscheiben, sondern im Bedarfsfall mit Stahlplatten verschlossen werden. Außerdem gab es in jedem Zimmer einen kleinen Ofen, der von den Soldaten befeuert werden musste.

Auch wenn die Unterkünfte der Soldaten recht schmucklos gehalten wurden, gaben sich die Architekten meist in den Eingangsbereichen Mühe, mit Schmuckelementen die militärische Schlichtheit zu verdecken. Der Zentraleingang der riesigen Kaserne der Festung von St. Quentin ist dafür ein schönes Beispiel. Ein Bild davon findest Du am Fuß dieser Seite.


Rundgang durch die unterirdischen Bereiche deutscher Festungen rund um Metz:



WARNUNG: Gut möglich, dass Du beim Ansehen dieser Bilder selbst auf die Idee kommst, die eine oder andere Festung einmal selbst zu besuchen. Deswegen muss ich hier eine deutliche Warnung aussprechen. Das Erkunden der alten und verlassenen Festungsanlagen rund um Metz ist mit großen Gefahren verbunden. Jeder Interessierte sollte sich vorher genau überlegen, was er tun möchte. Und natürlich ist angemessene Vorbereitung unabdingbar. Eine entsprechende Ausrüstung ist Pflicht. Außerdem sollten Dritte wissen, wo man ganz genau ist. Nur für den Fall der Fälle. Denn im Inneren der Festungen warten viele Überraschungen auf einen Besucher. Nicht alle sind angenehm. Beherzigt man dieses kleine Einmaleins, kann eine Erkundungstour zu einem spannenden Erlebnis werden.

Ganz unabhängig davon ist natürlich, dass die Festungen heute von militärischem Sperrgebiet umgeben sind. Sie liegen meist abseits einer Siedlung und man könnte denken, dass da eh niemand vorbeischaut. Weit gefehlt. Militär und Gendarmerie inspizieren in unregelmäßigen Abständen die Anlagen und reagieren auf Besucher wenig freundlich. Lange Zeit musste man nur ein "erhöhtes Eintrittsgeld" zahlen - also eine Strafe von 150 Euro. Inzwischen erfuhr ist, dass die Maßnahmen teilweise deutlich drakonischer sein sollen: eine Übernachtung bei denen, die einen aufgreifen plus bis zu 700 Euro. (Stand: 10/2018).



Rundgang durch deutsche Festungen bei Metz - Frankreich - Festung Metz

Festung Metz: Eingangsbereich der Zentralkaserne der Feste Prinz Friedrich Karl - heute auch bekannt als Groupe fortifié St. Quentin

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