Westwall im Saarland

Der Westwall und das Saarland

Für die Nationalsozialisten galt es, das grenznahe Saarland mit seinem kriegswichtigen Bergbau und Industrieanlagen mittels des Westwalls im besonderen Maße zu schützen. Nirgendwo anders wurde diese Verteidigungslinie so dicht ausgebaut wie hier – fast ein Viertel aller Westwallbauten befanden sich in dieser Region. Im kleinen Saarland baute man insgesamt 4.100 Bunker und legte 340 Minenfelder an. Die Panzersperren, die das Saarland durchzogen hatten eine Länge von 100 Kilometern. Und es gab weitere 60 Kilometer Höckerlinie – ebenfalls zum Schutz vor feindlichen Panzern.

Die Arbeiten am Westwall begannen bereits 1936 und wurden ab 1938 intensiviert. Der Westwall erstreckte sich damals nördlich von Saarbrücken. Er reiche von Oberwürzbach, St. Ingbert und Lebach bis Dillingen. Da die Landeshauptstadt Saarbrücken bis daher relativ ungeschützt vor dem Westwall lag, erging später der direkte Befehl von Adolf Hitler, auch die Stadt mit einzubeziehen. Fortan wurde also auch ein Gebiet von Ensheim und Völkingen reichend bis zur französischen Grenze durch den Westwall gesichert. Ergebnis: Saarbrücken war mit seinen nahe liegenden Industrierevieren vom Westwall nun auch umschlossen und somit geschützt. Die Bunker des Westwalls reichten bis an die Stadtgrenze von Saarbrücken heran. Die umfangreiche Hallbergstellung oder die Höckerlinie bei St. Arnual zeugen noch heute davon.


Arbeiter, die den Westwall erschufen

Dort wo der Westwall entstand, wurden die bisherigen Grundeigentümer faktisch enteignet. Nur selten kaufte man die notwendigen Grundstücke, auf denen die Bunker oder Panzersperren entstehen sollten. Felder wurden unbrauchbar und Obstbaumplantagen mussten weichen, damit man später freie Sicht auf das vor dem Westwall liegende Gelände hat. Zum Bau dieser vielen Anlagen bediente man sich vieler Arbeitskräfte, die vorwiegend aus Mittel- und Ostdeutschland kamen. Natürlich profitierten auch ortsansässige Bauunternehmen von dem Vorhaben. Sie konnten allerdings nicht genügend (und entsprechend billige) Arbeitskräfte zu Verfügung stellen. Also wurden auswärtige Arbeiter „dienstverpflichtet“. Sie mussten in Tages- und Nachtschichten arbeiten und verbrachten ihre (wenige) Freizeit in Massenunterkünften. Wegen der großen Eile und der häufig unzureichenden Sicherungsmaßnahmen gab es auf den Baustellen viele Unglücke mit Todesfolge. Auch die Bahnlinien, die in das Saarland führten, wurden im Eilverfahren ausgebaut, damit sie die Last der Materialversorgung bewältigen konnten. 52-Stunden-Schichten waren damals bei den Lokführern keine Seltenheit. Tag und Nacht rollten Güterzüge mit notwendigem Material durch das Saarland.

Last but not least: Wegen der Geheimhaltung aller Maßnahmen war die Gestapo mit Sondereinheiten in der Region unterwegs und ahndete kleinste Verstöße mit Arrest oder „anderen Maßnahmen“.



KMZ für Google-Earth
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Es gibt im Netz wenige KMZ für Google-Earth, die den Westwall im Saarland zeigen. Deswegen habe ich eine solche Datei erstellt. Sie beinhaltet die Position vieler, aber längst nicht aller Westwall-Bunker. Wichtig dabei: Es sind Regelbauten vermerkt, die heute noch sichtbar sind und solche, die schon vor langer Zeit gesprengt und/oder übererdet wurden. Folge dem Link ...

Regelbauten des Westwalls

Festungen


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