Festungsbau in Deutschland bis Ende des 18. Jahrhunderts:

Festungen, Burgen und
wehrhafte Schlösser
in Deutschland

Laß ruhn die Todten.

Es ragt ein altes Gemäuer hervor aus Waldesnacht,
Wohl standen Klöster und Burgen einst dort in herrlicher Pracht.

Es liegen im kühlen Grunde behauene Steine gereiht:
Dort schlummern die Frommen, die Starken, die Mächt'gen der alten Zeit.

Was kommst du bei nächtlicher Weile durchwühlen das alte Gestein?
Und förderst herauf aus den Gräbern – Nur Staub und Todtengebein!

Unmächtiger Sohn der Stunde, das ist der Zeiten Lauf.
Laß ruhn, laß ruhn die Todten, Du weckst sie mit Klagen nicht auf.

Adelbert von Chamisso
1781 - 1838

Was ist der Unterschied zwischen einer Festung und einer Burg?

Unter einer Burg versteht man eine mittelalterliche Verteidigungsanlage. Man errichtete sie an strategisch wichtigen und leicht zu verteidigenden Orten. Sie erfüllten mehrere Funktionen: Sie repräsentierten die Macht und den Reichtum der Herrschaft, waren Wohnsitz und Verteidigungsbollwerk in einem. Deutlich wird das beispielsweise daran, das mittelalterliche Burgen über einen Burgfried verfügen – er gleichzeitig die Wohnstätte der Adelsfamilie und letzter Rückzugsorg im Fall der Einnahme der Burg.

Mit dem Aufkommen erster Feuerwaffen im 14. Jahrhundert und insbesondere dem Einsatz erster Kanonen auf den Schlachtfeldern begann der Niedergang mittelalterlicher Burgen mit ihren hoch aufragenden Wehrmauern, die ein hervorragendes Ziel für die neu aufkommende Artillerie waren.

Im Gegensatz dazu dient eine Festung ausschließlich militärischen Zwecken. Der Begriff wurde erst im 16. Jahrhundert geprägt und geht auf das altdeutsche Wort „Veste“ zurück.

Der Bau neuer Festungen geht auch mit dem Aufkommen sogenannter „stehender Heere“ einher. Europäische Herrscherhäuser begannen nach und nach Truppen aufzustellen, die dauerhaft unter Waffen standen, jederzeit einsatzbereit waren und letztlich eine Unterkunft benötigten, die gleichzeitig als Verteidigungsbau diente. Festungen wurden natürlich auch an strategisch wichtigen Orten errichtet; man umgab Städte mit befestigten Anlagen oder errichtete sie an wichtigen Verkehrsknotenpunkten.

So wie der Niedergang der Burgen stark durch die Entwicklung der Artillerie beeinflusst wurde, unterlagen auch Festungen seit ihrem Aufkommen einem ständigen Veränderungsdruck – ausgeübt von Kriegstaktikten und ebenfalls den Möglichkeiten, die die Artillerie bot.

Kurzum: Festungen sind militärische Zweckbauten zur Unterkunft von Soldaten, Lagerung von Waffen und Gerät; sie dienten zur Verteidigung strategisch wichtiger Orte. Es gibt sie seit dem 16. Jahrhundert.

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