Festungsbau:

Deutsche Festungen -
errichtet zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert



Im Verlauf der letzten Jahrhunderte waren Festungen ein Stützpfeiler der Landesverteidigung. Man errichtete sie zum Schutz strategisch wichtiger Orte oder Verkehrswege. In diesem Abschnitt stelle ich verschiedene Festungen vor, portraitiere sie und fasse die geschichtlichen Hintergründe ihrer Entstehung kurz zusammen.




Preußische
Festungen


18. und 19. Jahrhundert



Denkt man heute an Preußen, kommt einem schnell der "Alte Fritz" in den Sinn (1712-1786). Er war König von Preußen und Markgraf von Brandenburg.

Während seiner Regentschaft führte er das damals eher kleine und unbedeutende Preußen durch etliche Kriege. Preußen entwickelte sich zu einer der fünf entscheidenden (Militär-) Mächte in Europa - neben Frankreich, Großbritannien, Österreich und Russland). Angesichts der vielen Kriege bedurfte es auch etliche Festungen, die im 18. und 19. Jahrhundert in Deutschland, dem heutigen Polen oder Russland errichtet wurden. Sie waren wichtige preußische Symbole der Macht, aber auch zwingend, um die Landesverteidigung zu sicher.




Weitere Informationen:

- Wissenswert: Preußischer Festungsbau.
- Preußische Festungen in Deutschland und Osteuropa.


Festungen
des deutschen Kaiserreichs


1871 - 1918



Noch während der Deutsch-französische Krieges wurde 1871 in Versaille das Deutsche Kaiserreich ausgerufen. Unter der Führung Kaiser Wilhelm I..

Er und sein Nachfolger Kaiser Wilhelm II. prägten den Festungsbau zum Ende des 19. Jahrhunderts maßgeblich. Unter ihnen verschob sich aber auch der Fokus. Während Preußen seine Grenzen zu Frankreich und Russland sicherte, konzentrierte sich das Kaiserreich auf die Westgrenze zu Frankreich und hier insbesondere auf die einst französischen Regionen Elsass und Lothringen, die seit Ende des 70er-Krieges von Deutschland annektiert wurden. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs entstanden hier modernste Panzerfestungen, die den Festungsbau bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs prägten.


Weitere Informationen:

- Wissenswert: Erster Weltkrieg.
- Wissenswert: Deutsche Panzerfestungen.
- Deutsche Festungen in Elsass-Lothringen.


Festungen
im Zweiten Weltkrieg

1918 - 1945



Der Zweite Weltkrieg - eine abermals dunkle Zeit in Deutschland, Europa und der restlichen Welt. Nachdem Deutschland bereits den Ersten Weltkrieg verlor, versank das Land abermals in Vernichtung und Krieg. Millionen Menschen starben.

Aus den Schrecken des Ersten Weltkriegs lernen, wurde von den Deutschen der sogenannte Blitzkrieg entwickelt. Der recht jungen Panzerwaffe kam dabei eine ganz neue Bedeutung zu. Es schien als würden Festungen nicht mehr benötigt. Irgendwie ja und irgendwie auch nicht. Bereits vor Ausbruch des Krieges errichtete Nazi-Deutschland zur Sicherung der West- und Ostgrenze wuchtige Verteidigungsanlagen. Den West- und Ostwall. Und während des Krieges wollte man sich vor einer Invasion alliierter Truppen schützen, was zum Bau des Atlantikwalls führte, der von Frankreich bis Norwegen reichte.


Weitere Informationen:

- Westwall.
- Ostwall.
- Atlantikwall.

Festung

Deutsche Festungen - im heutigen Deutschland, Frankreich, Polen und Russland


Ein Verteidigungsheer ohne Festungen
hat hundert verwundbare Stellen,
es ist ein Körper ohne Harnisch.

Carl von Clausewitz
1780 - 1831

Warum gibt es in Deutschland so wenige Festungen aus dem 19. Jahrhundert?

Hat man den zuvor beschriebenen Unterschied im Kopf, findet man in Deutschland zwar viele Burgen, aber nur wenige Festungen, die im Verlauf des 19. Jahrhunderts errichtet wurden. Dies hat zwei Gründe:

  • Das heutige Norddeutschland war im 19. Jahrhundert Teil Preußens, wenngleich Preußen deutlich größer war von um Rhein im Westen bis ins heutige Russland im Osten reichte – inkl. Teile des heutigen Polens. Preußen wiederum stand in einer Rivalität mit Frankreich, Russland und Österreich. Also errichtete man im Verlauf des 19. Jahrhundert etliche Festungen entlang seiner Grenze – rund um Köln und Koblenz, aber insbesondere auch im heutigen Polen (Toruń, Poznań oder Küstrin). Es gibt auch Festungen in Russland (Königsberg / Kalingrad).

  • Süddeutschland wiederum wurde zwischen 1815 und 1865 eher geprägt vom Deutschen Bund – jedenfalls wenn man es grob formulieren möchte. Das war ein Staatenbund souveräner Fürsten und freier Städte Deutschlands mit starkem Einfluss des Kaisers von Österreich und dem König von Preußen. Mit Blick auf den Festungsbau im 19. Jahrhundert ist entscheidend, dass dieser ebenfalls seine Grenzen sicherte, indem er ausgewählte Städte nahe der Grenze zum Rivalen Frankreich militärisch ausbaute. Es entstanden die sogenannten „Bundesfestungen“: Luxemburg, Mainz und Landau. Später dann auch Ulm und Rastatt.

Nach einigen Wirrungen und damit verbundenen Kriegen nach Ende des Deutschen Bundes 1866 wurde zum Ende des Deutsch-französischen Krieges 1870/71 das Deutsche Kaiserreich unter der Führung Preußens (also Wilhelm I.) ausgerufen. Anfangs investierte das Kaiserreich sowohl in seine Festungsanlagen nahe der russischen und französischen Grenze. Allerdings verschob sich schnell der Fokus in Richtung der neuen deutsch-französischen Grenze. Man baute (fast nur noch) neue Festungen im damaligen Reichsland Elsass-Lothringen – zweier französischen Regionen, die Ende des 70er-Krieges annektiert wurden.

Dann folgten die Schrecken des Ersten Weltkriegs.
Deutschland verlor ihn und musste sich dem Versailler-Vertrag fügen.

Dieser sah unter anderem vor, dass Deutschland viele der im Jahrhundert zuvor errichteten Festungen schleifen musste (… heißt: abreißen). Koblenz ist dafür ein eindrucksvolles Beispiel.

Es folge der Zweite Weltkrieg, den Deutschland abermals verlor. Es formte sich das heutige Deutschland wie wir es kennen. Den Umstand, dass zwischen bis 1990 zwei deutsche Staaten existierten, blende ich hier einmal aus. Festungen, die nicht dem „Diktat des Versailler Vertrages“ zum Opfer fielen, wurden entweder gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört oder befinden sich heute in Frankreich (Elsass-Lothringen), in Polen oder Russland.

In Deutschland sind unter anderem Bundesfestungen (Landau, Ulm, Rastatt), einige Festungen des einstigen Festungsrings rund um Köln oder Koblenz erhalten geblieben. Mehr leider nicht …

Der Krieg hat einen langen Arm.
Noch lange, nachdem er vorbei ist,
holt er sich seine Opfer.

Martin Kessel
1901-1990

Wissenswertes über Panzerfestungen gegen Ende des 19. Jahrhunderts

Das war ein Schock für die Festungsbauingenieure: Bereits 1840 entwickelte der Schwede Martin von Wahrendorff den Hinterlader und kurz darauf Geschütze mit gezogenem Lauf, was der Artillerie auf den Schlachtfeldern zu einem Bedeutungssprung verhalf. Das hatte natürlich auch Einfluss auf den Festungsbau, erschütterte ihn aber nicht.

Dann - 1880 - kamen Brisanzgranaten auf den Markt - Sprenggeschosse, die mit TNT und ähnlich explosivem Material gefüllt waren, und eine enorme Zerstörungskraft hatten. Eine Wucht, der bisherige Festungen - selbst wenn sie kurz zuvor errichtet wurden - nichts entgegenzusetzen hatten. Alle Festungsbauingenieure in Europa suchten händeringend nach einer Lösung. Die Deutschen entwickelte als Antwort auf diese Bedrohung die moderne Panzerfestung.


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