Geschichte des Festungsbaus
im 19. und 20. Jahrhundert

Eine Festung ist ein in Friedenszeiten
ausgebauter Ort, der in Kriegszeiten
gegen einem der Zahl nach überlegenen und
mit allen Angriffsmitteln ausgerüsteten Gegner
nachhaltig verteidigt werden kann.

Meyers Konversations-Lexikon
Jahrgang 1888

Festungsbau - Abbild der Waffentechnik

Der Festungsbau war schon immer ein Abbild der Waffentechnik jeder Zeit. Früher reichten einfache Pfahlbauten, denen später Erd- und Steinwälle folgten. Im Mittelalter waren es Burgen, hinter deren Mauern man sich verschanzte, um Angreifern zu trotzen. Je höher und dicker die Mauern waren, desto sicherer galt eine Burg.

Die Erfindung des Schießpulvers im 14. Jahrhundert wirbelte die damalige Ordnung jedoch gehörig durcheinander. Wie gesagt: Bisher galten Festungen dann als besonders sicher, wenn sie hoch aufragende Mauern hatten. Dann kam 1453 allerdings der Sturm der Osmanen auf die Stadt Konstantinopel. Die Türken schossen die Stadt mit ihren Kanonen in kurzer Zeit sturmreif. Spätestens jetzt war den Militäringenieuren klar, dass sie sich komplett neu orientieren mussten:




Festungsbau bis Ende 18. Jahrhunderts

Ursprünge bastionärer Festungen in der Renaissance und ihre Perfektionierung durch Vauban

Der Festungsbau von der Renaissance bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war vom Bastionärsystem geprägt. Entwickelt wurde es von dem italienischen Festungsbaumeister Alberti - perfektioniert von dem Franzosen Sébastien Le Prestre de Vauban.

Bis in das späten Mittelalter hinein wurde die Wehrhaftigkeit einer Burg von der Höhe der Mauern und Türme abgeleitet. Das leitete sich von den damaligen Belagerungstechniken ab. Angreifer hatten Bogenschützen und Fußsoldaten. Sie rückten gegen die Festung vor und konnten die Mauern meist nur mit Sturmleitern erklimmen. Doch bereits im 14. Jahrhundert wurde dieses Grundprinzip des Festungsbaus in Frage gestellt, weil die ersten Bombarden zum Einsatz kamen. Dabei handelt es sich um ein noch recht primitives Geschütz im Spätmittelalter, mit dem man Projektile aus Stein auf kurze Distanz verschießen konnte. Es war zwar scher, diese wuchtigen Geschütze zu transportieren, doch bei einer Belagerung waren sie eine wirkungsvolle Waffe.

Anfangs reagierten die Festungsbaumeister mit leichten Modifikationen. Die Mauern wurden niedriger (um weniger Angriffsfläche zu bieten) und es wurden breite Wälle vor ihnen angelegt, die als Geschützplattformen dienten. Es zeigte sich allerdings schnell, dass in unmittelbarer Nähe der eigenen Festung tote Winkel entstanden, die man nicht beschießen konnte. Hier sammelten sich feindliche Truppen, um Unterminierungsversuche zu unternehmen. Heißt: Hier wurden Minen mit enormer Explosionskraft platziert, die dem Wall schwere Schäden zufügen konnten.

Der italienische Festungsbaumeister Leon Battista Alberti (1404 - 1472, er lebte und wirkte während der Renaissance in Italien) war der erste, das dafür eine Lösung ersann. Sein Vorschlag war, die Festungsanlage nach einem sägezahnartigen Muster zu errichten, so dass am Ende ein sternförmiger Grundriss entsteht. Anfangs fand die Idee wenige Anhänger. Erst die Weiterentwicklung von Giuliano de Sangallo (ebenfalls ein Italiener) brachte den Impuls. Er fügte in seiner Baupläne erstmals sogenannte Bastionen ein. Dabei handelt es sich um Vorsprünge im Festungswall, von denen es möglich war, den Raum unmittelbar vor dem Wall seitlich einzusehen und zu bestreichen (heißt: zu beschießen). Diese Bastionen hatten fortan bei neuzeitlichen Festungen die gleiche Funktion wie einst die Türme mittelalterlicher Festungswerke.

Das Prinzip zur Vermeidung toter Winkel wurde variantenreich schnell von anderen Festungsbaumeistern aufgegriffen, weil es sehr effektiv war. Das Bastionärsystem moderner Festungen war geboren und es hielt sich über mehrere Jahrhunderte hinweg. Man versteht darunter ein militärisches Grundprinzip zur Vermeidung toter Winkel bzw. zur optimalen Verteidigung des Raums direkt vor dem Festungswerk und des Vorfeldes.

Quelle: Unknown, Festung Groß-Friedrichsburg, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Festung Groß-Friedrichtsburg mit deutlich sichtbaren Bastionen.
Quelle: Unknown, Festung Groß-Friedrichsburg, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons


Die Hochphase erreichte das Bastionärsystem im 17. Jahrhundert und seine Perfektionierung wird dem Festungsbaumeister Sébastien Le Prestre de Vauban (1633 - 1707) unter Ludwig XIV. zugeschrieben. Als sein Meisterstück wird heute vielfach die französische Garnisonsstadt Neuf-Brisach angesehen - eine wirklich eindrucksvolle Anlage, die noch heute gut erhalten ist.

Eigentlich müsste man davon ausgehen, dass in der Folge das Bastionärsystem fortlaufend weiterentwickelt wurde. Dem war aber nicht so, weil sich in der napoleonischen Zeit die Militärstrategien änderte. Kriege waren fortan geprägt von offenen Feldschlachten, in denen man versuchte, die gegnerische Armee zu vernichten. Festungskriege gab es kaum noch und die Belagerung einer Festung diente lediglich als Mittel, die offene Feldschlacht herbeizuführen. Folglich blieben auch Investitionen in die Weiterentwicklung der Festungsbaukunst aus. Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bastioärsystem lediglich verfeinert.

Weitere Informationen:
- Festungen von Sébastien Le Prestre de Vauban.
- Festungen in Deutschland - aus dem Spätmittelalter und dem 18. Jahrhundert.



Beispiel einer bastionären Festungen: Impressionen von der Festung Wülzburg (erbaut zwischen 1588 und 1610)

Festung Wülzburg - Bayern - Festung in Deutschland
Festung Wülzburg - Bayern - Festung in Deutschland
Festung Wülzburg - Bayern - Festung in Deutschland
Festung Wülzburg - Bayern - Festung in Deutschland

Weitere Informationen über die Festung Wülzburg - folge dem internen Link.





Festungsbau im Verlauf des 19. Jahrhunderts

(1) Die neue Friedensordnung in Europa und seine Impulse für den Festungsbau

Vom Wiener Kongress 1814/1815 gingen wichtige Impulse für Europa aus. Es wurde eine neue Friedensordnung geschaffen, was auch zu einer Hochzeit des Festungsbaus in Europa führte. Es entstanden nicht nur etliche neue Festungen, sondern in Folge dessen gab es auch wichtige Impulse beim Festungsbau.

Anfang des 19. Jahrhunderts änderte sich die politische Situation in Europa und in Anlehnung daran auch die Strategien des Militärs: Durch den Wiener Kongress 1814/15 entstand eine neue europäische Friedensordnung. Die Großmächte wendeten sich in dessen Folge einer Defensivstrategie zu, was ein Comeback des Festungsbaus zur Folge hatte. Viele Königshäuser konzentrierten sich auf den Bau neuer Festungsanlagen, um strategisch wichtige Städte vor eventuellen Angriffen zu schützen. Heißt letztlich nichts anderes als: Man traute seinen Nachbarn nach wie vor nicht, durfte sich aufgrund der Ergebnisse des Wiener Kongresses aber nicht offen positionieren. Also sicherte man das eigene Land und die Grenzen.

Historiker sehen diese Epoche daher auch als die Hochzeit des modernen Festungsbaus an, weil in ganz Europa etliche neue Festungsanlagen, Großfestungen (wie Koblenz) oder wuchtige Festungsringe um strategisch wichtige Städte wie Köln, Antwerpen, Paris, Lüttich, entstanden. Gleichzeitig änderte sich auch die Bauweise vieler Festungen: Während die Franzosen noch an dem Bastionärsystem nach Vauban festhielten, setzten die Preußen beispielsweise auf zeitgemäßere Polygonalfestungen. Sie entwickelten einen neuen Festungstyp, den man heute als altpreußische und seine Weiterentwicklung wiederum als neupreußische Festungsbaumanier bezeichnet. Häufig wird auch vom der „neudeutschen Manier“ gesprochen.

Der preußische Stil eine moderne Festungsanlage zu errichten war architektonisch nicht so starr (wie dies das Bastionärsystem vorsah) und man konnte besser auf die Gegebenheiten des Geländes eingehen. Die Festungen hatten außerdem eine polygonale Front, langgezogene Walllinien, von außen nicht einsehbarer Grabenverteidigungen mit massiven Kaponieren und das Mauerwerk der Festung entzog sich der Sicht angreifender Truppen.

Letzteres bedeutet, dass die Festungsanlagen viel flacher wurden und nicht mehr so aufragend waren wie eine Bastionärfestung. So reduzierte man bei feindlichem Beschuss deutlich die Angriffsfläche. Da sich bei modernen Geschützen mit gezogenem Lauf gleichzeitig deren Reichweite erhöhte, begann man Festungssystem zu errichten, indem man die Anzahl der Festungs/-Verteidigungsanlagen und deren Staffelung in der Tiefe rund um eine zu schützende Stadt erhöhte.

Typisch war eine polygonale Kernumwallung der Stadt plus ein vorgelagerter Festungsgürtel bestehend aus starken Forts und Zwischenwerken in gut vier Kilometern Entfernung zur Stadt. Die Aufgabe der vorgelagerten Festungen war es, im Fall eines Angriffes die erste Angriffswelle abzufangen. Sie gaben sich dabei gegenseitig Feuerschutz. Heißt: Wer ein Fort angriff, musste damit rechnen, vom linken und rechten Nachbarn ebenfalls unter Feuer genommen zu werden. Schöne Beispiele dieses Prinzips sind die Anlagen rund um Köln, Ingolstadt, Königsberg, Posen, Straßburg oder Warschau.

Festung


(2) Der neue Festungsstandard der Preußen - das Biehlersche Einheitsfort

Biehlersche Einheitsfort - Standardfestung der Preußen gegen Ende des 19. Jahrhunderts

Schematischer Aufbau eines Biehler-Forts.
Kennzeichnend ist seine kompakte Bauweise, was sich angesichts moderner Artillerie-Technik als Nachteil herausstellte. Das Fort bot gegnerischen Truppen eine noch immer konzentrierte Angriffsfläche.

Eine preußische Besonderheit war das ab 1873 eingesetzt Biehlersche Einheitsfort. Etliche Festungen dieser Zeit rund um Köln, Straßburg, Königsberg oder Ingolstadt folgten diesem standardisierten Bauschema. Sie sind daher hinsichtlich Grundriss und Aufbau sehr ähnlich.

Das Biehlersche Einheitsfort (auch Schemafort) vereinte Eigenschaften früherer Festungen und war eine kostengünstige, schnell zu errichtende und daher typisch preußische Antwort auf die Notwendigkeit, in kurzer Zeit viele Festungen errichten zu können. Alles in allem entstanden zwischen 1870 und 1890 etwa 70 solcher Festungswerke. Einige von ihnen konnte ich in Metz begutachten. Kennzeichnend für das Biehlersche Einheitsfort war, dass Sie tief in das umgebende Gelände eingebettet waren. Sie hatten eine hatten die gestalterische Form einer Lünette. Obendrein wurde die eigene Artillerie besser vor feindlichem Feuer geschützt und bei einem feindlichen Grabenübergang konnte dieser effektiver bekämpft werden.

Wenn Du mehr über die Biehlerschen Einheitsforts wissen möchtest: 2005 erschien das Buch "Fort-Biehler - ein Festungswerk zwischen Mainz, Kastel und Wiesbaden" [externer Link]. Das Buch gibt einen tiefen Einblick in die Militärarchitektur vergangener Zeit und ist reichlich bebildert.


Festung

(3) Der Deutsch-französische Krieg 1870/71 und seine Folgen für den Festungsbau

Ende des 19. Jahrhunderts gab es für den Festungsbau einen weiteren Schub, der speziell Deutschland und Frankreich betraf. Der Deutsch-französische Krieg 1870/71 endete für die Franzosen schmachvoll und sie mussten die wirtschaftlich wichtigen Regionen Elsass und Lothringen an das junge deutsche Kaiserreich abgeben. Fortan waren beide Seiten damit befasst, den neuen Grenzverlauf zu sichern. Die Franzosen begannen in Windeseile die sogenannte Barrière de Fer zu errichten. Sie konzentrierten sich dabei auf die Städte die der neuen Grenze besonders nah waren - also Verdun, Toul, Épinal und Belfort. Gleichzeitig waren die Deutschen damit befasst, die wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im neu gegründeten Reichsland Elsass-Lothringen - also die Städte Metz, Thionville und Straßburg - militärisch auszubauen. Es entstanden auf beiden Seiten wuchtige Festungslinie bzw. die Städte wurden mit mächtigen Festungswällen umgeben. In Abhängigkeit vom Zeitpunkt des Baus entstanden entweder Festungen klassischer Manier, die allerdings mit der Brisanzgranatenkrise gegen Ende des 19. Jahrhunderts als veraltet gelten. Oder es wurden - in Kenntnis der neuen Artillerietechnik - neue Festungsformen realisiert. Letzteres vornehmlich auf deutscher Seite. Dazu aber gleich mehr.


Festungen




Erster Weltkrieg - Westfront - deutsche Soldaten päsentieren Artilleriegranaten | Quelle: Historische Postkarte

Mit dem Aufkommen moderner Artillerietechnik waren viele Festungen veraltet. => Brisanzkranatenkrise
Quelle: Historische Postkarte

(4) Der Festungsbau in der Krise - neue Waffen und und ihre zerstörerische Wirkung

Während sich die Festungsbaumeister fortwährend mit der Weiterentwicklung ihrer architektonischen Prinzipien befassten, tüftelten die Waffeningenieure an immer moderneren und wirkungsvolleren Feuerwaffen herum. Einen regelrechten Schock versetzte des Festungsbaumeistern dann gegen Ende des 19. Jahrhundert eine Kombination aus neuen Artilleriegeschützen (mit gezogenem Lauf, höherer Reichweite und besser Treffergenauigkeit) und einem neuen Typ Granaten – den sogenannten Brisanzgranaten (mit deutlich höherer Sprengkraft als herkömmliche Kanonenkugeln).

Schnell war klar, dass bisherige Festungen dieser Waffentechnik nicht standhalten konnten. Man konnte sich schlicht aus recht sicherer Entfernung in Schutt und Asche schießen. Gemauerte Festungsbauten, die teilweise oberirdisch angelegt waren und deren Geschütze unter freien Himmel standen, waren fette Beute für die Artilleristen mit modernem Gerät.

Das Militär reagierte direkt, denn bisherige Militärstrategien fußten maßgeblich auf der Stärke und Wiederstandfähigkeit ihrer Festungen. Neue Festungen hatten daher einen deutlich niedrigeren Bauhorizont. Heißt: Wo einst hohe Festungsmauern aufragten, entstanden nun tiefe Gräben. Und die einst oberirdisch angelegten Gebäude (ob sie nun durch einen Erdwall geschützt waren oder nicht) wurden unter die Erde verfrachtet. Dieser Logik folgend veränderten sich auch die Baumaterialien. Steine wurden durch modernen Stahlbeton ersetzt.

Weitere Informationen:
- Artillerie gegen Ende des 19. Jahrhunderts - Brisanzgranatenkrise.

feste



Festungsbau gegen Ende des 19. Jahrhunderts

Preußische Antwort auf die neue Waffentechnik - ein neuer Festungstyp entsteht

Zuerst einmal möchte ich die Herkunft der etwas seltsam anmutenden Bezeichnung "Feste" für eine moderne Festungsanlage des 19. Jahrhunderts erläutern. In früheren Zeiten beschrieb das altdeutsche Wort "Veste" (ab dem 16. Jahrhundert auch "Feste" geschrieben) nichts anderes als eine Burg. Es wurde der Einfachheit halber von dem Adjektiv abgeleitet - also "fest". Irgendwann verschwand der Begriff, weil man von Burgen oder Festungen sprach ... nicht von einer Feste. Ende des 19. Jahrhunderts wiederum suchten die deutschen Militärarchitekten nach einem Begriff, der die neue Bauweise der seinerzeit entstehenden Festungsanlagen beschrieb. Und da die Worte "Fort" oder "Festung" im Regelfall mit einer herkömmlichen Bauweise verbunden wurden, grub man den altdeutschen Begriff der "Feste" wieder aus. Soweit semantische Hintergründe; nun wieder zurück zum eigentlichen Thema.


Was kennzeichnet den neuen Festungstyp der Preußen?

Ende des 19. Jahrhunderts machte die Militärtechnik enorme Sprünge - davon habe ich bereits berichtet. Festungen herkömmlicher Bauweise galten schlagartig als veraltet. Geschütze modernen Typs und Brisanzgranaten konnten sie in kurzer Zeit in Schutt und Asche legen. Also galt es, beim Festungsbau darauf zu reagieren. Die preußischen Architekten lösten das mit einem komplett neuen Festungstyp - der sogenannten Feste. Was also unterschied diese Festungen beispielsweise vom biehlerschen Einheitsfort?

(1) Bis dato wurden Festungen kompakt errichtet. Die Feste nutze eine aufgelöste Form. Die einzelnen Werke dieser Festung sind im Gelände verteilt und nutzen so die natürlichen Gegebenheiten zum Schutz. Sie sind außerdem in die Erde eingegraben, so dass ein direkter Beschuss nicht viel anrichten konnte. Und wenn doch ... dann traf es immer nur ein Werk und nicht gleich die gesamte Festungsanlage.

(2) Bisherige Wehrbauten wurden aus Verbundsteinen gemauert. Solche Mauerwerke waren angesichts der Sprengkraft der neuen Brisanzgranaten nicht sehr widerstandsfähig. Fortan verwendeten die preußischen Architekten den modernen Baustoff Beton, der obendrein noch mit Stahl armiert wurde. Ausgehend von einer gewissen Dicke der Außenwände, konnten die neuen Granaten einem solchen Gebäude wenig anhaben - einmal abgesehen von einem Volltreffer.

(3) Die Festung bestand also aus mehreren Werken, die im Gelände verteilt waren. Sie waren in die Erde eingegraben. Natürlich waren die einzelnen Werke unterirdisch durch Hohlgänge miteinander verbunden, so dass die Soldaten sie geschützt erreichen konnten.

(4) Die Preußen statteten die Festungen mit - für damalige Verhältnisse - modernster Technik aus. Alle Werke verfügten über Strom, Zentralheizung und eine Trinkwasserversorgung. Es gab auch Telefon, um äußere Stellungen mit der Kommandozentrale zu verbinden. Selbstredend befanden sich alle Versorgungseinrichtungen unter der Erde.

(5) Bis zur Brisanzgranatenkrise war die Festungsartillerie meist unter freiem Himmel platziert. Auch das änderte sich. Die Geschütze, die den Fernkampf führen mussten, galt es besonders vor dem Feuer feindlicher Artillerie zu schützen. Also wurden sie in die Werke der Feste integriert und mit einer wuchtigen Stahlkuppel geschützt. Es wurden dreh- und teilweise auch versenkbare Geschütztürme verbaut.

Weitere Informationen:
- Festungsartillerie und Panzertürme.

Rundgang durch deutsche Festungen bei Metz - Frankreich - Festung Metz

Einblicke in deutsche Festungen - erbaut vor 1890.

Rund um Metz gibt es eine Vielzahl deutscher Festungen. Sie lassen sich in zwei Epochen teilen. Hier findest Du Impressionen verschiedener Festungen, die vor 1890 errichtet.

Festung Lothringen - deutsche Festung bei Metz - Frankreich

Einblicke in deutsche Festungen - erbaut nach 1890.

Ich sagte ja schon, dass es rund um Metz viele deutsche Festungen gibt. Nachdem sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Militärtechnik sprunghaft entwickelte, wandelten sich auch der Festungsbau. Diese Galerie fasst Impressionen aus den "modernen Festungen" zusammen, die nach 1890 erbaut wurden.

feste



Feste Prinz Friedrich-Karl bei Metz - eine eindrucksvolle Verbindung mehrerer Epochen des Festungsbaus


Die deutsche Feste Prinz Friedrich-Karl wurde 1892 von den Preußen fertiggestellt. Sie ist ein wichtiger Stützpunkt des Festungsgürtels rund um Metz. Der Bau dieser Anlage wurde bereits vor dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 von den Franzosen begonnen. Die Deutschen vollendeten den Bau und fügten diverse Neuerungen hinzu, die die ursprünglichen Baupläne so nicht vorsahen. Insofern vereint diese Anlage Elemente verschiedener Epochen:

Das Ostfort beispielsweise wurde von den Franzosen errichtet und entspricht dem Bastionärsystem. Im Gegensatz dazu ist die Festung Manstein - man findet sie im Westen der großflächigen Anlage - ein Biehlersches Einheitsfort, welches die Preußen standardmäßig bis zum Beginn der 90er-Jahres dieses Jahrhunderts nutzen.

Die übrigen Bauten berücksichtigen schon das Prinzip einer modernen Feste - waren also eine Reaktion auf die Erkenntnisse der Brisanzgranatenkriese. Die einzelnen Werke sind auf dem Gelände verteilt und nutzen die Deckung der natürlichen Gegebenheit. Sie wurden allerdings noch nicht unterirdisch miteinander verbunden.

Schematischer Aufbau der deutschen Feste Friedrich-Karl bei Metz.

Diese riesige Festungsanlage wurde vor dem Deutsch-französischen Krieg von den Franzosen begonnen und später von den Deutschen vollende. Es ist ein schönes Beispiel verschiedener Baustile des Festungsbaus im Verlauf des 19. Jahrhunderts und ein frühes Beispiel der modernen Feste, welche die Preußen gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten.

feste



Rundgang durch die Feste Prinz Friedrich Karl bei Metz

(inkl. Links zu den Bildergalerien)

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