Festung Rosenberg

Eine eindrucksvolle Festungsanlage
aus dem 13. Jahrhundert, die im Laufe der Zeit
immer weiter ausgebaut wurde und dadurch
einen guten Einblick in die Entwicklung
des Festungsbaus der letzten Jahrhunderte gibt.
Sehenswert!

Festung Rosenberg bei Kronach

Festung Rosenberg

Festung in Deutschland: Festung Rosenberg bei Kronach

Historische Ansichtskarte der Festung Rosenberg

Die eindrucksvolle Festung Rosenberg ist eine barocke Festungsanlage oberhalb der oberfränkischen Stadt Kronach. Sie zählt zu den am besten erhaltenen Festungsanlagen Süddeutschlands. Ihre Ursprünge reichen bin in das 13. Jahrhundert zurück, wobei man sich dabei auf die erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1249 bezieht – Teile der Festung sollten sogar noch älter sein, was man heute allerdings nicht mehr (mangels entsprechender Aufzeichnungen) nachvollziehen kann.

Als Bauplatz wurde einst die Bergkuppe des Rosenbergs gewählt, von dem aus man Flusstäler und bereits damals wichtige Verkehrsstraßen in Richtung des Frankenwalds und nach Thüringen überblicken und somit beherrschen kann. Den Bewohnern des bereits 1003 urkundlich erwähnten Kronach bot die Festung Schutz bei Belagerung und Angriffen.

Über die Jahrhunderte hinweg durchlebte (und durchlitt) die Festung Rosenberg etliche Hochs und Tiefs. Ihre schwerste Zeit hatte sie im Dreißigjährigen Krieg, als in den Jahren 1632 bis 1634 schwedische Truppen versuchten, Kronach einzunehmen. Die militärischen Erfahrungen dieser Belagerung (und etlicher weiterer Auseinandersetzungen) waren immer wieder Anlass für bauliche Veränderungen.

Experten sind heute der Ansicht, dass die Festung Rosenberg auch ein schönes Beispiel für die Entwicklung des Festungsbaus in Deutschland ist. Aus jeder Epoche finden sich quasi bauliche Veränderungen, die nach und nach vorgenommen wurden. Zwei Beispiele: Nach dem zuvor genannten Dreißigjährigen Krieg wurden die Bastionen der Festung ausgebaut und deutlich verstärkt. Es zeigte sich, dass dies seinerzeit gefährliche Schwachstellen waren. Das heute die Festung prägende bastionäre System entstand also erst im 17. Jahrhundert. Gut hundert Jahre später errichtete man die vorgelagerten Wehranlagen. Im Jahr Jahr 1867 jedoch verlor die Festung ihre Bedeutung, weil sie baulich schlicht veraltet war und angesichts der damals vorhandenen Waffentechnik einem erneuten Angriff nicht lange hätte standhalten können.

Schematische Darstellung der Festung Rosenberg - Festung in Deutschland

Schematische Darstellung der Festung Rosenberg

Die Festung Rosenberg – so wie sie sich heute ihren Besuchern präsentiert – besteht aus mehreren baulichen Elementen. Die eigentliche Kernburg bildet den innersten Ring der Festung. Die Bauwerke dort entstanden im 16. Jahrhundert, wobei die Grundmauern aus dem 14. Jahrhundert stammen. Es gab also schon deutlich früher eine Kernburg, die im Lauf der Zeit überbaut wurde. Um die Kernburg herum wurde ein mittlerer Festungsring angelegt. Dieser entstand gegen Ende des 15. Jahrhunderts als Verstärkung der damals deutlich kleineren Festungsanlage. Das gilt auch für die bis zu 14 Meter dicken Befestigungsmauern. Es folgt der äußere Verteidigungsring besteht aus fünf im 17. Jahrhundert angelegten barocken Bastionen mit den dazwischen liegenden Kurtinen . Damit ist der gerade verlaufende Wall zwischen den einzelnen Bastionen gemeint. An der Außenseite bildet dieses Bastionärssytem ein regelmäßiges Fünfeck, welches damals als Idealform für Festungen angesehen wurde. An jeder der fünf Bastionen befinden sich großformatige Wappensteine, die Bezug zu den Bauherren und Geldgebern herstellen. Der repräsentativste Teil der Festung ist zweifelsfrei das Festungstor, das 1662 entstand. Zu guter Letzt sind die nördlichen Außenanlagen zu nennen, die im 18. Jahrhundert errichtet wurden. Hierbei handelt es sich um sogenannte Annäherungshindernisse. Durch sie sollte die Hauptangriffsseite zusätzlich geschützt werden.



Festung Rosenberg - der äußere Festungsring


Die äußeren Mauern der Festung Rosenberg sind mächtig und beeindruckend. Aber man sieht auch schnell, warum die Wehranlage bereits Mitte des 19. Jahrhundert außer Dienst gestellt wurde. Inzwischen war die Waffen- und insbesondere Artillerietechnik derart vorangeschritten, dass man die Festung im Fall einer ernsthaften Auseinandersetzung schlicht in seine Einzelteile zerbombt hätte. Das gilt insbesondere ab dem Zeitpunkt 1890 als sich die Brisanz- oder Sprenggranaten durchgesetzt hatten. Ein paar solcher Geschosse auf die äußere Festungsmauer oder wohlmöglich auf den Inneren Festungsring und von dort wäre nicht viel übrig geblieben.


Festung Rosenberg

Festung Rosenberg - der mittlere Festungsring

Festung Rosenberg

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