Festung Wülzburg

Eine ehemalige Hohenzollernfestung
in der südlichen Frankenalb aus der Renaissance.
Erbaut zwischen 1588 und 1610.

Festung Wülzburg bei Weißenburg


Die Festung Wülzburg wurde zwischen 1588 und 1610 errichtet. Sie befindet sich in der südlichen Frankenalb etwa zweieinhalb Kilometer südöstlich des Städtchens Weißenburg. Als Bauplatz wählte man seinerzeit eine Bergkuppe mit strategischer Bedeutung. Denn von hier aus kann man hervorragend die umliegenden Landstrichte überblicken. Im deutschsprachigen Raum zählt diese Hohenzollernfestung zu wenigen Renaissancefestungen, die noch so gut erhalten sind. Meiner Ansicht nach kann man bei der Festung Wülzburg gut die Strategie zur Verteidigung solcher Anlagen erkunden.

Schematische Darstellung der Festung Wülzburg - Festung in Deutschland

Schematische Darstellung der Festung Wülzburg

(1) Die 73.000 Quadratmeter große Festung wurde als Pentagon errichtet. Es ist eine nahezu regelmäßig fünfeckige Bastionärsfestung in neuitalienischer Manier. Das war damals der vorherrschende Baustil solcher Anlagen, der später vom französischen Festungsbaumeister Sébastien Vauban aufgegriffen und verfeinert wurde. Das regelmäßige Fünfeck führte dazu, dass eine solche Festung keine toten Winkel vorweist. Heißt: Die Verteidiger konnten jede Stelle vor der Festungsmauer einsehen und die sich dort wohlmöglich befindenden, feindlichen Soldaten bekämpfen. Eine strategische Notwendigkeit, die nicht zu unterschätzen ist. Erreicht wurde das nicht nur durch die pentagonale Form, sondern insbesondere durch die Bastionen die man jeweils an den Ecken des Fünfecks errichtete.

(2) Darüber hinaus wird Wülzburg von einem 10 Meter tiefen und bis zu 23 Meter breiten Trockengraben geschützt. Angreifer hätten diese überwinden müssen, um direkt zur Festung zu gelangen. Ein solches Hindernis verlangsamt den Angriff, was wiederum den Verteidigern genügend Zeit gibt, sich um sie „zu kümmern“.

(3) Last but not least befindet sich direkt vor dem Trockengraben die sogenannte Glacis. Damit wurde im Fachjargon das Vorfeld der Festung bezeichnet, welches von jeglicher Bebauung und Bewuchs freigehalten wurde. Dadurch haben die Verteidiger freie Schuss- und Beobachtungsfeld. Gut ist, wenn die Glacis zur Festung hin leicht ansteigt, so dass der Feind beim Anstürmen bergauf laufen muss (und so schneller ermüdet). Letzteres ist auch bei der Festung Wülzburg der Fall.


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