Festungen von Österreich-Ungarn in Norditalien

Kriegsschauplatz Tirol

Quelle: Die Kämpfe in den Felsen der Tofana, Autor: Guido Burtscher, Verlag: J.N. Teutsch, 1935 (Seite 16a)


Weitere Informationen:
- Historische Kriegskarte
- Frontverlauf 1914 - 1918

Das war eine verzwickte Situation: Offiziell waren die Monarchien Österreich-Ungarns und Italien im 19. Jahrhundert und dem beginnenden 20. Jahrhundert miteinander verbündet. Sie bildeten zusammen mit dem deutschen Kaiserreich den sogenannten Dreierbund. Doch Österreich-Ungarn traute seinem südlichen Nachbarn nicht. Dazu gab es auch ausreichend Anlass: Die Donau-Monarchie beanspruchte weite Landstriche die eigentlich italienisch waren und denen auch weitgehend Italienisch gesprochen wurde. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörten unter anderem die Lombardei, Südtirol und große Teile Venetiens zu Österreich. Die Lombardei wiederum musste man 1859 an Italien abtreten, was das Misstrauen seitens der k.u.k.-Monarchie weiter steigerte.

Um sein Einflussgebiet angemessen militärisch sicher zu können, begann Österreich-Ungarn ab 1860 seine südliche Staatsgrenze durch etliche Festungen und Pass-Sperren zu sichern. In den 1870er-Jahren entstanden beispielsweise zwischen dem Gardasee und der Schweizer Grenze etliche neue Festungswerke. Sie bestanden meist aus einem mächtigen, mehrere Geschosse aufragenden Block aus Natursteinmauerwerk, in dem die Geschütze hinter Mauerscharten standen.

Gegen Ende des Jahrhunderts weitere man die Bautätigkeiten aus. Jetzt stand die Region nordwestlich vom Gardasee im Fokus. Es galt, die Pässe in den Dolomiten und Brentatals zu sichern. Die hier errichteten Festungen waren im Regelfall kompakte Einzelwerke, in denen Bewaffnung und Unterkünftig in einem Block vereint waren. Als Baumaterial verwendete man nun bereits Beton, den man äußerlich häufig mit Granitblöcken verkleidete. Auch die Bewaffnung dieser Festungen war auf der Höhe der Zeit: Viele Werke wurden mit „Artillerie unter Stahl“ ausgestattet. Dabei kamen beispielsweise 15-cm-Panzermörser mit einer drehbaren Panzerkuppel zum Einsatz. Zahlreiche Maschinengewehre ermöglichten die Verteidigung der Anlagen auf kurzer Distanz. Die letzten dieser Werke wurden erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts fertiggestellt – kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

Obwohl die früh errichteten Festungsanlagen maßlos veraltet waren und moderne Artillerie sie hätte in kurzer Zeit in Trümmer schießen können, modernisierte Österreich nur wenige von ihnen. Man setzte auf die verbliebene Kampfkraft der Werke im unzugänglichen gebirgigen Gelände und spekulierte darauf, dass der Gegner seine Artillerie just wegen der schwierigen geografischen Gegebenheiten nicht nah genug an die eigenen Festungen heranführen könnte.


Sperrgruppe / Werkgruppe

Festung

Errichtet

KMZ

Interner Link

Grenzverlauf Österreich-Ungarn - Italien

bis 1918

 

Sperre Tonale

Werk Strino

1860 - 1862

Sperre Tonale

Werk Tonale

1907 - 1910

Sperre Tonale

Werk Pressanella

1910 - 1912

 

Sperre Tonale

Werk Pejo

1908 - 1910

 

Sperre Tonale

Zwischenwerk Mero

1905 - 1912

 

Sperre Nonstal

Straßensperre Rocchetta

1860 - 1864

 

Etsch-Arsa-Sperre

Werk Valmorbia

1912 - 1915

 

Sperre Lardaro

Werk Larino

1860 - 1861

 

Sperre Lardaro

Werk Danzolino

1860 - 1862

   

Sperre Lardaro

Werk Corno

1890 - 1894

 

Sperre Lardaro

Werk Revegler

1860 - 1862

   

Sperre Lardaro

Werk Carriola

1911 - 1915

 

Festung Riva

Batterie San Nicolo

1860 - 1862

 

Festung Riva

Mittelbatterie Monte Brione

1898 - 1900

 

Festung Riva

Nordbatterie Monte Brione

1860 - 1862

 

Festung Riva

Straßensperre Nago

1860 - 1862

 

Festung Riva

Werk Garda

1905 - 1909

 

Festung Riva

Straßensperre Ponale

1904 - 1918

 

Festung Riva

Batterie Bellavista

1909

 

Festung Riva

Werk Tombio

1907 - 1910

 

Festung Trient

Straßensperre Buco di Vela

1860 - 1862

 

Festung Trient

Batterie Doss di Sponde

1860 - 1862

 

Festung Trient

Werk Matterello

1897 - 1900

 

Festung Trient

Batterie Candriai

1880 - 1882

 

Festung Trient

Batterie Roncogno

1880 - 1882

 

Festung Trient

Werk Civezzano

1870 - 1873

 

Festung Trient

Werk Brussa ferro

1881 - 1882

 

Festung Trient

Werk San Rocca

1880 - 1884

 

Festung Trient

Werk Dos Fornas

1882 - 1883

 

Festung Trient

Werk Tenna

1884 - 1886

 

Festung Trient

Werk Colle delle benne

1884 - 1886

Festung Trient

Werk Romagnano

1897 - 1900

 

Festung Trient

Doss Trento

1848 - 1859

 

Gruppe Lavarone

Werk Geschwent

1009 - 1912

Gruppe Lavarone

Werk Lusern

1907 - 1910

Gruppe Lavarone

Werk Verle

1907 - 1910

Gruppe Lavarone

Posten Vezzena

1907 - 1912

 

Gruppe Folgaria

Werk Serrada

1912 - 1915

Gruppe Folgaria

Zwischenwerk Sommo

1912 - 1915

Gruppe Folgaria

Werk Sebastiano

1909 - 1913

Sperre Paneveggio

Werk Dossaccio

1889 - 1892

 

Sperre Paneveggio

Werk Albuso

1889 - 1892

 

Sperre Buchensteintal

Werk Corte

1897 - 1900

 

Sperre Paneveggio

Straßensperre Ruaz

1897 - 1900

 

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