Festungen
rund um Belfort

Barrière de Fer

Festungen, die zwischen 1971 und 1918 in Frankreich
zum Schutz vor dem Deutschen Kaiserreich
errichtet wurden.


Derjenige, der erstmals an Stelle
eines Speeres ein Schimpfwort benutzte,
war der Begründer der Zivilisation.

Sigmund Freud
1856 - 1939



Belfort – Garnisonsstadt mit strategischer Bedeutung

Barriere de Fer

Die französische Garnisonsstadt Belfort am Südrand der Vogesen galt über Jahrhunderte hinweg als nicht einzunehmende Festungsstadt. Diesen Ruf verdankt man dem französischen Festungsbaumeister Sébastien Le Prestre de Vauban. Er erhielt Mitte des 17. Jahrhunderts vom Sonnenkönig Ludwig XIV. den Auftrag, diesen wichtigen Verkehrsknotenpunkt in Ostfrankreich zu befestigen. Während einer Bauzeit von fast dreißig Jahren entstand die berühmte Zitadelle von Belfort. Sie wurde auf einem Felsvorsprung östlich der Altstadt gebaut.

Historische Ansichtskarte - französische Stadt: Belfort

Historische Bilder von Belfort
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Das eigentliche Wahrzeichen der Stadt und gleichsam der Zitadelle - der gewaltige "Löwe von Belfort" - wurde erst in den Jahren 1875 bis 1880 errichtet. Er soll an den deutsch-französischen Krieg 1870/71 und die Tugenden der französischen Regimenter erinnern, die seinerzeit die Stadt gegen deutsche Truppen verteidigten: Immerhin widerstand Belfort eine 103 Tage dauernde Belagerung durch die zahlenmäßig weit überlegenen deutschen Truppen im Jahr 1870. Während Elsass-Lothringen von diesen eingenommen werden konnte, behielt Frankreich Belfort und sein Territorium.

Dieser kurze Blick in die Historie der Stadt zeigt, dass Belfort schon immer eine hohe strategische Bedeutung hatte. Daher verwundert es nicht, dass gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Festungsbaumeister General Séré de Rivièresder Garnisonsstadt abermals eine wichtige militärische Rolle zuweist und sie als südliches Ende seiner neuen Verteidigungslinie Barrière de Fer vorsieht.

Doch warum schrieb Rivières der alten Garnisonsstadt eine solch bedeutende militärische Bedeutung zu? Das ist eigentlich schnell beantwortet: Belfort befindet sich im Herzen der sogenannten „Burgundischen Pforte“. Damit ist die Ebene gemeint, die die einzige Verbindung zwischen den Tälern des Rheins und der Donau mit dem Rhônetal herstellt. Will man mit einem großen Heer in das französische Kernland eindringen und entscheidet sich für eine östliche Route, muss man zwangsläufig diesen Tälern folgen und an Belfort vorbei. Die dort befindlichen Festungen dienten demnach als Sperre. Sie konnten mit recht überschaubarem Aufwand das ganze Hinterland schützen. Vauban hatte das bereits im 17. Jahrhundert erkannt und Séré de Rivières besann sich auf diese landschaftliche Besonderheit.


Belfort – bedeutender Stützpunkt der Barrière de Fer

Barriere de Fer

General Séré de Rivières erhielt in den 80er-Jahren des vorletzten Jahrhunderts von der französischen Regierung den Auftrag, eine neue und zeitgemäße Verteidigungslinie zum Schutz gegen den Erzfeind Deutschland zu errichten. Unter seiner Regie entstand die Barrière de Fer, die die Franzosen heute häufig als System Séré-de-Rivières bezeichnen. In gewisser Weise ist sie ein Vorgänger der späteren Maginot-Linie, die in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts entstand. Die Barrière de Fer bestand aus mehr als 160 Festungen, die entlang der Ostgrenze Frankreichs errichtet wurden. Ihr Kernstück ist ein massiv ausgebauter Festungswall, der sich von Verdun im Norden, über Toul, Épinal und Belfort im Süden erstreckte. Hier rechneten die Franzosen mit dem Einmarsch deutscher Truppen und hier entstanden innerhalb weniger Jahrzehnte rund um die genannten Städte mächtige Festungsgürtel. Sie schützten die Städte und – was noch viel wichtiger war – mit ihnen konnte man die militärisch wichtigen Verkehrsadern unpassierbar machen.

Belfort stellte also das südliche Ende des Kernstücks der Barrière de Fer dar. Um die „Burgundische Pforte“ abriegeln zu können, ließ Rivières insgesamt 19 Fort und Zwischenwerke errichten. Sie wurden ergänzt durch bereits in den Jahren 1792 bis 1870 errichtete Festungsanlagen und natürlich die gewaltige Zitadelle von Belfort – auch wenn diese einem Angriff mit moderner Artillerie nicht lange hätte standhalten können.





*** Diese Serie befindet sich im Aufbau. ***

Festungsstadt Epinal



Wissenswert.

Ich gab mir Mühe und versuchte die Geschichte des Festungsbaus mit wenigen Worten zusammenzufassen. Dabei konzentriere ich mich auf die preußischen Festungen Ende des 19. Jahrhunderts.

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Wenn Du die konkrete Lage der einzelnen Festungen rund um Metz erfahren möchtest, lade Dir die KMZ für Google Earth herunter. Ich rate Dir aber zu äußerster Vorsicht bei Besuchen.

Ich habe auch eine eigene Dokumentation über den
Ersten Weltkrieg erstellt. Meiner Ansicht nach
ist diese wichtig, um Inhalte der Homepage geschichtlich
entsprechend und richtig einzuordnen.

    • LINK: WISSENSWERTES

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