Festungen
rund um Paris

Festungen, die zwischen 1841 und 1918
rund um Paris zum Schutz der französischen
Hauptstadt errichtet wurden.


Man kann einen Krieg
genauso wenig gewinnen
wie ein Erdbeben.

Jeanette Rankin
1880-1973



Paris - Festungsstadt im Herzen Frankreichs

Barriere de Fer

Im 17. und 18. Jahrhundert verfügte Paris nur unzureichende Befestigungen, weil die alten Wehranlagen aus dem Mittelalter längst veraltet waren und eine Modernisierung angesichts der militärischen Stärke Frankreichs als überflüssig angesehen wurde. Das änderte sich nach der französischen Revolution (1789-1799) und der späteren Niederlage Napoleons. Innerhalb kurzer Zeit mussten die Pariser erleben, wie fremde Heere in die Stadt einmarschierten. Also begann die Regierung Anfang des 19. Jahrhunderts mit dem Bau neuer Befestigungsanlagen, die einerseits die Stadt direkt umgaben und weiteren Festungen, die vor den Toren der Stadt errichtet wurden. Seinerzeit errichtete man 16 detachierte Forts im Bastionärsystem, die zusammen einen Festungsring um Paris mit einer Länge von 53 Kilometern bildeten. Aus heutiger Sicht muss man sagen, dass die von den Franzosen seinerzeit errichteten Festungen nur knapp auf der Höhe der Zeit waren. In Frankreich hielt man damals noch am Bastionärsystem fest, welches einst von dem großen Festungsbaumeister Sébastien Vauban erdacht wurde. Es entsprach allerdings nicht mehr der Zeit, was man unter anderem daran sieht, dass in Preußen bereits auf andere Konzepte gesetzt wurde (siehe: Geschichte des Festungsbaus).


Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 wiederum war abermals ein Schock für die Menschen in Paris und letztlich in ganz Frankreich. Die eigene Armee wurde in kurzer Zeit von der kaiserlichen Armee Deutschlands vernichtend geschlagen. Innerhalb weniger Wochen verloren die Franzosen wichtige Schlachten und ihre Truppen waren auf dem Rückzug. Zum Schutz der Hauptstadt zogen sich mehr als 350.000 Verteidiger hinter die vorgelagerten Forts und die Wehrmauer, die die Stadt umgab zurück. Es zeigte sich jedoch schnell, dass die deutschen Truppen überlegen waren und man der deutschen Belagerungsartillerie wenig entgegensetzen konnte. Die Kapitulation Frankreichs folgte nach kurzer Zeit – nämlich am 28. Januar 1871.


Festungen rund um Paris - Schematische Darstellung / Karte

Schematische Darstellung
des Festungsrings um die Stadt Paris.

Externer Link:
Historische Karte von Paris und Umgebung.
Version I + Version II

Dieser blutige Konflikt mit dem Kaiserreich offenbarte die Mängel des Verteidigungsrings rund um Paris. Daher entschied sich die französische Regierung 1874 nicht nur, durch den General Séré de Rivières einen neuen Festungswall zum Schutz der französisch-deutschen Grenze zu errichten, sondern auch rund um die Stadt Paris einen weiteren Festungsgürtel zu errichten. Er sollte aus sieben Hauptfestungen, 16 weiteren/kleineren Festungsanlagen und über 50 Batterien und Redouten bestehen. Sie alle sollten mit einer Ringstraße und entsprechenden Eisenbahnlinie miteinander verbunden werden, um so die Versorgung der Festungen mit Mensch und Material sicher zu stellen. Der neue Festungsring rund um Paris hatte einen Umfang von insgesamt 124 Kilometern und glich den modernen Anlagen, die seinerzeit bei Köln, Bukarest, Lüttich oder Przemysl errichtet wurden.

Dann kam das Jahr 1890 und der Wert der just errichteten Festungen wurde abermals in Frage gestellt. Das geschah nicht durch eine erneute militärische Auseinandersetzung. Nein. Die Artillerietechnik machte eine sprunghafte Entwicklung, die man heute als die Brisanzgranatenkrise bezeichnet. Auf einen Schlag sank der militärische Wert aller bis dahin errichteten Festungsanlagen, weil man sie mittels neuer Sprenggranaten, die treffsicher über hohe Distanz mittels neuer Kanonen ins Ziel gebracht wurden, in Schutt und Asche legen konnte. Wegen knapper Ressourcen entschied ich die französische Regierung, die Barriére de Fer – also den Festungswall entlang der Ostgrenze – umfangreich nachzurüsten. Die neu errichteten und schon veralteten Festungen rund um Paris wurden hingegen nur teilweise modernisiert.

Mit Ausnahme einiger wenigen Festungsanlagen, die kurz nach dem Ersten Weltkrieg abgerissen wurden, sind alle Forts des inneren Festungsgürtels rund um Paris noch erhalten. Viele von ihnen werden heute vom Militär oder als Polizeikasernen genutzt.

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