Fort Saint-Michel

Eine französische Festung der
Barrière de Fer bzw. des Système Séré de Rivières.
Das ist ein Festungsgürtel. der die Städte
Verdun, Toul, Épinal und Belfort sichert.

Errichtet: 1874 - 1878



Festungsstadt Toul - Fort Saint-Michel


Das Fort Saint-Michel ist eines der zentralen Werke zum Schutz der französischen Festungsstadt Toul. Es befindet sich auf dem gleichnamigen Hausberg des Ortes. Von hier aus hat man einen hervorragenden Blick über die Stadt und die angrenzenden Gemeinden. Außerdem kann man die relevanten Verkehrsadern, die Toul mit Verdun und insbesondere Paris verbinden, sehr gut einsehen. Saint-Michel wurde vom französischen Festungsbaumeister Séré de Rivières errichtet und ist Teil der Barrière de Fer. Das war ein Festungsgürtel der Franzosen, der sich von Verdun im Norden, über Toul, Épinal bis Belfort erstreckte. Im Fall eines erneuten Krieges mit dem „Erzfeind“ Deutschland, sollte er das Land schützen.

Aus meiner Perspektive – aber ich bin kein Militärhistoriker – hat das Fort Saint-Michel unter den vielen Festungen der Barrière de Fer eine Alleinstellung. Sein Grundriss und die Bauweise unterscheidet sich stark von den anderer Werke aus dieser Zeit. Denn die eigentlich auch Bruchstein gemauerte Anlage wurde von einem brusthohen Infanteriewall aus Beton umgeben, der wiederum einst einmal von einem hohen und massiven Eisenzaun gekrönt war. Von dieser Brustwehr aus, konnte die Infanterie hervorragend das umliegende Gelände einsehen und anstürmende Feine bekämpfen. Heute benötigt man viel Phantasie, um sich das vorzustellen, denn mit der Zeit hat sich die Natur das Fort wieder zurückgeholt und Bäume wachsen dort allenthalben. Einige Meter von dieser Betonmauer entfernt beginnt die eigentliche Festung, die wiederum ein einer recht niedrigen Mauer umgeben ist. Zwei Mann … eine Räuberleiter und man wäre oben auf dieser Mauer. Das ist ziemlich ungewöhnlich, denn hier fehlt der schützende Graben.

Die Anlage selbst besteht eigentlich aus zwei Teilen – nämlich die zentralen Kasernen. Interessanter Weise ist dieser Teil des Fort von einem mächtigen Graben umgeben, der anderswo fehlt. Und es gibt ein riesiges Außengelände, welches von der eben beschriebenen (viel zu niedrigen) Mauer umgeben ist. Hier waren haufenweise freistehende Geschützbatterien positioniert.

Der wahre Schatz des Forts sind meiner Ansicht nach allerdings die unterirdischen Verbindungs- und Hohlgänge. Hier kann man sich verlaufen und komplett die Orientierung verlieren, wenn man keine Karte von Saint-Michel dabei hat. Selbstredend ist beim Erkunden solcher Gänge große Vorsicht geboten; das erwähne ich der guten Form halber. Wirklich spektakulär ist beispielsweise eine riesige unterirdische Galerie, die etliche Ausgänge in den inneren Festungsgraben hat, der den Bereich der Festung mit den Kasernen umgibt.

Erwähnenswert ist noch die Bewaffnung des Fort Saint-Michel. Das nördliche Ende der Festung wurde einst von einem gusseisernen Mougin-Turm mit zwei Geschützen des Kalibers 155 Millimeter verteidigt. Ich erwähne ihn, weil der damals recht selben und eigentlich auch nur kurze Zeit verbaut wurde. Dieser ist daher eine weitere Besonderheit des Forts.


Fort Saint-Michel - Festung in Frankreich bzw. der Barrière de Fer

Fort Saint-Michel - Festung in Frankreich bzw. der Barrière de Fer


Das Fort Saint-Michel schlummert schon seit vielen Jahren. Inzwischen hat sich die Natur das gesamte Areal zurückgenommen, obwohl das Festungsgelände heute noch genutzt wird. Das zeigen das gut gesicherte Tor, welches den einzigen bequemen Zugang zum Fort versperrt, und die frischen Fahrspuren, die von regelmäßigem Besuch zeugen. Außerdem wird die zentrale Kaserne plus angrenzende Freifläche als Wiese für Ziegen genutzt. Dies Bild zeigt das Fort Saint-Michel und zwar den inneren Graben innerhalb der Festung, der die zentralen Bereiche sichert. Im Hintergrund ist die Grabenstreiche zu sehen, die einerseits den Graben als auch das Tor sichert, welches sich dort befindet.



Spannend am Fort Saint-Michel sind die der eigentlichen Festung vorgelagerten Magazine. Es gibt insgesamt drei von Ihnen. Zwei dienten anscheinend zur Lagerung von Material und sind in den Berg hineingebaut. Hier gibt es einen Verbindungsstollen zur Festung auf der Bergkuppe. Über seinen Zustand kann ich nicht viel sagen, weil ich ihn nicht in Gänze durchschritt. Darüber hinaus gibt es etwas abgesetzt noch einen kleinen Mannschaft- und Munitionseingang. In ihm sind Schienen verlegt, so dass man davon ausgehen kann, dass von hier die Munition in die Festung geschafft wurde. Da sich aber auch dieses Werk auf halber Höhe des Berges befindet, mussten die Soldaten noch etliche Höhenmeter überwinden, um zur Festung zu gelangen beziehungsweise zu den oben auf dem Plateau errichteten Magazinen in unmittelbarer Nähe zu den vielen Geschützbatterien.


Fort Saint-Michel - Festung in Frankreich bzw. der Barrière de Fer

Fort Saint-Michel - Festung in Frankreich bzw. der Barrière de Fer



Wissenswert.

Ich gab mir Mühe und versuchte die Geschichte des Festungsbaus mit wenigen Worten zusammenzufassen. Dabei konzentriere ich mich auf die preußischen Festungen Ende des 19. Jahrhunderts.

    • LINK: WISSENSWERTES

Wenn Du die konkrete Lage der einzelnen Festungen rund um Metz erfahren möchtest, lade Dir die KMZ für Google Earth herunter. Ich rate Dir aber zu äußerster Vorsicht bei Besuchen.

Ich habe auch eine eigene Dokumentation über den
Ersten Weltkrieg erstellt. Meiner Ansicht nach
ist diese wichtig, um Inhalte der Homepage geschichtlich
entsprechend und richtig einzuordnen.

    • LINK: WISSENSWERTES

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