Biehlersche Standardforts

Was ist ein Biehlersches Standardfort?

Das Biehlersche Standardfort ist eine Polygonal-Befestigung. Diese Form neuer Festungen geht auf die Überlegungen der Festungsbaumeister Marc-René Montalembert (1718-1800) und Lazare Cornot (1753-1823) zurück. Sie beschrieben Ideen, wie man bei der äußeren Form moderner Festungen möglichst konsequent auf einspringende Winkel verzichten kann, so dass ein Polygon entsteht - also ein Vieleck. Das bedeutete einen deutlichen Bruch mit dem damals noch vorherrschenden Bastionärsystem, welches stark von Sébastien Vauban und seiner Schule geprägt wurde.

Hans Alexis von Biehler und sein Einheitsfort

Hans Alexis von Biehler nahm als Ingenieuroffizier am Deutsch-deutschen Krieg (1866) sowie als Kommandeur der Ingenieure und Pioniere am Deutsch-französischen Krieg (1870/71) teil. Er hatte also nicht nur Fronterfahrungen, sondern sammelte insbesondere bei der Belagerung von Metz und Verdun wichtige Erkenntnisse über die Belagerung seinerzeit als modern geltender Festungen.

Im jungen Kaiserreich beförderte man ihn dann 1873 zum Chef des Ingenieurskorps und Pioniere und gut zehn Jahre später zum Generalinspektor aller preußischen Festungen. Er war maßgeblich an der Entwicklung und späteren Umsetzung des preußischen Einheitsforts beteiligt, welches später unter dem Namen „Biehler-Fort“ in die Geschichte des Festungsbaus einging. Die Biehlerschen Einheitsforts stellten einen neuen, wenn auch kurzen Abschnitt, in dieser Geschichte dar.

Letztendlich handelt es sich bei den Biehler-Forts um eine Baupause zum schnellen und kostengünstigen Bau neuer Forts. Alles in allem wurden rund siebzig solcher Festungen errichtet. Die neuen Festungsgürtel von Köln, Straßburg, Posen, Thorn, Königsberg und Ingolstadt wurden komplett aus Einheitsforts gebaut und die Festungsgürtel von Metz, Küstrin, Spandau, Ulm, Main und Magdeburg wurden durch diese Forts teilweise verstärkt. In Deutschland gibt es heute nur noch die beiden Bieler-Forts „Prinz Karl“ bei Ingolstadt und „Hahnenberg“ in Spandau.

Nach der sogenannten Brisanzgranatenkrise – also dem Aufkommen neuer Sprenggranaten im Verlauf der 1880er-Jahre – galten die Biehlerschen Forts allerdings als veraltet, so dass man sie in den 1890er-Jahre massiv umbauen musste, damit sie den neuen Anforderungen gerecht werden konnten. Neubauten gab es seinerzeit nicht mehr, weil deutsche Ingenieure inzwischen modernere Panzerfestungen entwickelten.

Biehlerschen Einheitsforts - Impressionen aus dem Fort Manstein bei Metz

  • Festung Metz - Feste Friedrich Karl - Rundgang durch die Festung
  • Festung Metz - Feste Friedrich Karl - Rundgang durch die Festung
  • Festung Metz - Feste Friedrich Karl - Rundgang durch die Festung
  • Festung Metz - Feste Prinz Friedrich Karl - Fort Manstein
  • Festung Metz - Feste Friedrich Karl - Rundgang durch die Festung
  • Festung Metz - Feste Prinz Friedrich Karl - Fort Manstein
  • Festung Metz - Feste Friedrich Karl - Rundgang durch die Festung
  • Festung Metz - Feste Prinz Friedrich Karl - Fort Manstein
  • Festung Metz - Feste Friedrich Karl - Rundgang durch die Festung
  • Festung Metz - Feste Prinz Friedrich Karl - Fort Manstein
  • Festung Metz - Feste Prinz Friedrich Karl - Fort Manstein
  • Festung Metz - Feste Friedrich Karl - Rundgang durch die Festung
  • Festung Metz - Feste Prinz Friedrich Karl - Artilleriekasematte nach der Panzerbatterie
  • Festung Metz - Feste Prinz Friedrich Karl - Fort Manstein

Einblick in das Fort Manstein - einem Biehlerschen Einheitsfort. Dieses Bild zeigt den zentralen Verbindungsgang der Kehlkaserne (also der Kaserne auf der Rückseite der Festung). Von hier aus gelangt man in die Mannschaftsunterkünfte. Wenn Du mehr über die Feste Friedrich Karl oder speziell das Fort Manstein wissen möchtest, folge den Links.

Kaiser Wilhelm I.:

Während seiner Regentschaft wurde das Biehlersche Einheitsfort entwickelt, und es wurden rund 70 solcher Festungen in Deutschland, Elsass-Lothringen sowie im heutigen Polen errichtet.



Deutsche Festungen und Festungssysteme - errichtet im Verlauf des 19. Jahrhunderts:

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