Festungsbau -
Blick in die Geschichte:

Die Geschichte des Festungsbaus
vom 15. bis ins frühe 20. Jahrhundert

Die Geschichte eines Hauses ist die Geschichte seiner Bewohner,
die Geschichte seiner Bewohner ist die Geschichte der Zeit,
in welcher sie lebten und leben, die Geschichte der Zeiten
ist die Geschichte der Menschheit.

Wilhelm Raabe
1831 - 1910

Geschichte des Festungsbaus

Die Geschichte der Menschen ist von jeher geprägt von ihrem Wunsch, das eigene Hab und Gut zu schützen. Das war schon in der Steinzeit so und auch heute. In gewisser Weise ist daher die Geschichte der Menschen auch die Geschichte des Festungsbaus. Anfangs mag man gar nicht von Festungen sprechen, denn die Menschen lebten in Höhlen oder auf Hügeln, die sie erbittert verteidigten. Als die Menschen dann später sesshaft wurden, umgaben sie ihre Siedlungen von Erd- und Steinwällen, um sie mit Axt und Schwert zu verteidigen. Im Mittelalter wiederum errichteten sie wehrhafte Burgen – hier galt es, Angreife mittels Pfeil und Bogen auf Distanz zu halten.

Mit dem Aufkommen erster Feuerwaffen – sie wurden übrigens im fernen China erfunden und nicht in Europa – änderten sich die Anforderungen an Festungen. Der zunehmende Einsatz von Kanonen immer größerer Kaliber führte dazu, dass man Festungen nicht mehr in die Höhe baute (wie einst die Burgen); sie wurden flacher und ausgeklügelter, um weniger Angriffsfläche zu bieten. Es entstanden Bastionärbefestigungen, die über Jahrhunderte hinweg als das Nonplusultra galten. Dann – in der jüngeren Geschichte und dem Aufkommen moderner Geschütze – wurden diese abgelöst von modernen Festungen, Festungssystemen und ganzen Verteidigungslinien über mehrere hunderte Kilometer hinweg.

Die Geschichte des Festungsbaus ist sehr komplex und erstreckt sich über mehrere Jahrhunderte hinweg. Um sich dem Thema zu nähern, ist sicher eine Definition hilfreich:
Eine Festung ist ein ausschließlich militärischen Zwecken dienender Wehrbau, der zum Schutz eines strategisch bedeutsamen Platzes errichtet wurde und durch Feuerwaffen unterschiedlichster Art verteidigt werden kann.

In der Literatur spricht man häufig von Festungsbaukunst. Dies bedeutet letztlich nichts anderes, als dass der Festungsbau von jeher viele unterschiedliche Fähigkeiten und Kenntnisse voraussetzte. Festungsbaumeister sollten nicht nur gute Architekten sein, sondern optimalerweise waren sie auch erfolgreiche Feldherren. So kannten sie beide Seiten - Strategien beim Angriff und davon abgeleitete Strategien der Verteidigung. Sébastien Vauban, einer der großen Festungsbaumeister der Geschichte, war beides. Einer der Gründe, warum er so erfolgreich war.

Unterm Strich ist der Festungsbau ein Abbild der Kriegstaktiken und Waffentechnik der jeweiligen Zeit. Es wundert daher wenig, dass heutzutage Festungen ausgedient haben. Spätestens seit dem Zweiten Weltkrieg hat die „mobile Kriegsführung“ auf den Schlachtfeldern Einzug gehalten. Festungen haben hier keine Relevanz mehr.

Aber zurück zur Geschichte des Festungsbaus als Abbild der Waffentechnik: Mit jedem Entwicklungsschub standen die Festungsbaumeister vor dem Problem, darauf mit geeigneten Antworten zu reagieren. Spätestens seit der Dominanz der Artillerie auf den Schlachtfeldern fokussierte sie sich insbesondere darauf. Außerdem mussten sie immer lokale Gegebenheiten berücksichtigen – eine Festung im Gebirge zu errichten erfordert schlicht andere Ideen als im Flachland. Insofern fällt es schwer, die Vielzahl unterschiedlicher Festungen in Kategorien einzuteilen. Es gibt viele Mischformen und Besonderheiten. Gleichwohl kann man vier nennenswerte Gruppen herausarbeiten, die im Festungsbau als Manieren bezeichnet werden. Sie fassen die grundsätzlichen Prinzipien zusammen, denen der Festungsbaumeister folgte, und sie beschreiben die Anordnung und Form einzelner Festungswerke.

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Wissenswertes über den Festungsbau

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Festungsbau im 19. Jahrhundert - historische Quellen

Es gibt in den Bibliotheken unzählige Werke, die sich mit dem Festungsbau befassen. Besonders reichhaltig ist unter anderem die französische Nationalbibliothek ausgestattet - so scheint es jedenfalls. Einige Werke zum Thema habe ich Dir verlinkt, weil in ihnen der Wandel des Festungsbaus im 19. Jahrhundert erklärt und reichlich bebildert wird.



  • Cours de fortification permanente: les principes de la fortification déduits de son histoire

  • Ecole d'application de l'artillerie et du génie. Cours de fortification - organisation
    de détail de la fortification actuelle.

  • Fortification cuirassée et les forteresses au début du XXe siècle : 1906-1907, liste des planches de la 1re partie.

  • Wissenswertes über den Festungsbau - allerdings in englischer Sprache. Encyclopædia Britannica bei Wikisource.

  • Befestigungskunst aller Waffen, Lehrbuch von Johann Blesson und Ludwig Urbain, Berlin, 1830

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