Erster Weltkrieg: Der Kriegseintritt Italiens auf der Seite der Entente

Grenzverlauf - Österreich-Ungarn / Italien bis 1918

Grenzverlauf: Österreich-Ungarn und Italien (bis 1918)

Weitere Informationen:
- Historische Kriegskarte
- Frontverlauf 1914 - 1918

Touristische Informationen:
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Festungen in der Provinz Trient
- Unterwegs durch die Festung Trient.
- Private Homepage mit vielen Informationen.

Eigentlich galten die Monarchien Österreich-Ungarns und Italiens noch bis in das 20. Jahrhundert hinein als verbündet. Sie bildeten immerhin zusammen mit dem Deutschen Kaiserreich den sogenannten Dreierbund. Tatsächlich war die Verbindung aber brüchig und von Misstrauen geprägt. Die Donau-Monarchie beanspruchte weite Landstriche Norditaliens, weswegen es gut ein haltes Jahrhundert zuvor immer wieder zu Konflikten kam. Zuletzt musste Wien die Lombardei an Italien zurückgeben, was das Bündnis beider Länder nicht gerade festigte.

Österreich-Ungarn nahm dies zum Anlass, ab Mitte des 19. Jahrhunderts eine Gebietsansprüche in Südtirol und großen Teilen Venetiens durch neu errichtete Festungen zu sichern. Dem italienische Königshaus blieb dies natürlich nicht verborgen - man begriff es als Provokation und errichtete seinerseits eigene Festungen entlang der damaligen Grenze.

Dann kam der Erste Weltkrieg: Er begann am 28. Juli 1914 - anfangs allerdings ohne, dass Italien sich für eine Seite entscheid. Italien blieb neutral, was Österreich-Ungarn dazu veranlasste, Einheiten aus Tirol an die Ostfront zu versetzen. Sie wurde vor allem in Galizien eingesetzt, wo man sie als Verstärkung dringend benötigte.

Im Frühjahr 1915 offenbarte dann Italien seine wahren Interessen. Getrieben von eigenen territorialen Interessen und dem Wunsch, ehemals italienische Staatsgebiete wieder zurückzugewinnen, schloss sich das italienische Königshaus der Ententmächte an und erklärte am 23. Mai 1915 Österreich-Ungarn den Krieg.

Der Kriegseintritt Italiens erfolgte, obwohl das Kaiserreich Österreich-Ungarn inzwischen bereit war, den Trentino wieder an den südlichen Nachbarn abzutreten. Im Gegenzug sollte das Land allerdings weiterhin neutral bleiben. Im Gegensatz dazu bot Großbritannien für ein Bündnis mit der Entente der italienischen Krone deutlich mehr und erfüllte 1915 praktisch alle Wünsche - insbesondere dem nach der Rückgabe ganz Südtirols an Italien. Aus der Sicht der Waffenbrüder Österreich-Ungarn und Deutschland war das ein katastrophaler Wendepunkt im Ersten Weltkrieg. Das Kräfteverhältnis wurde massiv verschoben und Österreich-Ungarn war damit – wie bereits das deutsche Kaiserreich – ebenfalls in einen Zweifrontenkrieg verwickelt. Im Osten stand man starken russischen Verbänden gegenüber und im Süden begann ein blutiger Gebirgskrieg.

Alpenkrieg 1915-1918 zwischen Österreich-Ungarn und Italien

Quelle: Geschichte des steirischen k.u.k.-Infanterieregiments Nr. 27 | Band II von 1937

Nach Kriegseintritt Italiens auf der Seite der Ententmächte entstand schnell eine neue, südliche Front. Sie verlief über rund 3.500 Kilometer Luftlinie westlich vom Ortlergebirge (nahe der Schweizer Grenze) nach Süden an Trient vorbei, um in einem Bogen nördlich von Cortina mitten durch die Dolomiten zu führen. Die höchste Stellung der Front lag auf dem Ortler auf 3905 Meter, die tiefsten Gletscherstollen in der Marmolata.

Der Krieg in den Alpen, den Österreich-Ungarn mit Italien in den Jahren 1915 bis 1918 führte, war extrem blutig und verlustreich. Wie an der Westfront entwickelte sich der Gebirgskrieg bald zu einem erbittert geführten Stellungskrieg. Trotz regelmäßiger Vorstöße konnte keine Partei einen nennenswerten Geländegewinn verzeichnen.

Im Gegenteil: Mit jedem Vorstoß stieg die Zahl der Toten erheblich und die Auseinandersetzung wurde immer härter. Nach und nach ging man sogar dazu über, Stollen in das Gebirge zu treiben, um ganze Bergrücken zu sprengen. Die Soldaten litten zunehmend unter Krankheiten und (wegen der extrem schlechten Versorgungslage insbesondere unter) Hunger, oft mit tödlichem Ausgang. Durch Lawinen und Steinschlag kamen mehr Menschen ums Leben als durch die direkten Kampfhandlungen. Die Soldaten auf beiden Seiten mussten in den Wintermonaten eine Kälte von bis zu 40 Grad minus ertragen. Temperaturen, die das menschliche Blut gefrieren lassen und die Waffen unbrauchbar machten.

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