Historischer Hintergrund

Genua ist eine Stadt im Nordwesten Italiens und zugleich die Hauptstadt der Region Ligurien. Im Mittelalter gehörte die Republik Genua zu den bedeutenden Mächten im Mittelmeerraum. Seit dem 17. Jahrhunderts dann im Fokus der französischen Krone (was im Übrigen für Ligurien insgesamt und auch das nördlich angrenzende Piemont gilt). Ende des 18. Jahrhunderts stand die gesamte Region unter französischem Einfluss – somit auch Genua. Napoleon Bonaparte gründete sogar eigens die Ligurische Republik, die dann Anfang des 19. Jahrhunderts vom französischen Kaiserreich einverleibt wurde. Genua wiederum erhob sich 1804, weil man auf die frühere Unabhängigkeit hoffte.

Die Geschichte kam jedoch anders: Der Wiener Kongress 1815, der das Ende der Napoleonischen Zeit besiegelte, ordnete die Stadt dem Königreich Sardinien-Piemont zu. König Viktor Emanuel I. ordnete direkt an, die beiden wichtigen Hafenstädte entlang der ligurischen Küste – also Genua und die insbesondere militärisch genutzte Hafenstadt La Spezia – durch den Bau neuer Festungen zu sichern. Man traute dem Frieden nicht und wollte sich vor einem erneuten Angriff der Franzosen schützen.

Forte Puin - italienische Festung an der ligurischen Küste

Über Jahrhunderte hinweg wurde Genua durch eine mächtige Stadtmauer geschützt, deren Überreste noch heute überall in der Stadt zu sehen sind. Sie wurde im Verlauf der Zeit immer wieder erweitert. Die Stadt wuchs stetig und somit war es immer wieder geboten, die Verteidigungsanlagen zu modernisieren bzw. sie weiter ins Landesinnere zu verlegen.

Anders als in den Jahrhunderten zuvor setzte Viktor Emanuel I. – König von Sardinien-Piement, dem auch Ligurien und somit Genua zugeordnet waren – nicht auf eine abermalige Erweiterung der Stadtmauer, sondern auf neu zu errichtende Festungen rund um die Stadt.

Das Fort Puin ist somit in nördlicher Richtung die erste Festung außerhalb der Stadtmauer. Die Festung befindet sich ganz in der Nähe des Fort Sperone, die wiederum die nördliche Grenze der Mauer schützte (siehe: Mura Nuove Genova - externer Link) . Die Arbeiten am Fort Puin begannen 1815 und konnten erst 1830 abgeschlossen werden. Bewaffnet wurde die neue Festungsanlage mit 80-mm Feldgeschützen, weiteren Haubitzen und Kanonen mit kleinerem Kaliber.

Da sich im Verlauf des 19. Jahrhundert die Artillerie rasant entwickelte (siehe: Entwicklung der Artillerie), galt die Festung schnell als veraltet. Kein Wunder: Der Grundriss der Festung erinnert stark an eine bastionäre Festungen und war geprägt von einem hoch aufragenden, viereckigen Turm. Dieser als auch die übrige Festung wurden aus Bruchsteinen gemauert – ein Baumaterial, welches in der Region reichlich vorhanden war, aber mit dem Aufkommen des modernen Baustoffs Beton etliche Jahrzehnte später als veraltet galt. Kurzum: Das Forte Puin verlor in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts seinen militärischen Nutzen. 1908 wurde es schließlich ganz aufgegeben.

Weitere Informationen und Lageplan der Festung:
- Homepage der Gemeinde Genua.
- Video: Drohnenflug über das Fort.

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