Festungsbau im 20. Jahrhundert:

Festungen des Ostwalls:
Festungsfront Oder-Warthe-Bogen

Bunker des Ostwalls war eine deutsche Festungslinie östlich von Berlin -
zum Schutz vor Polen, von dem man sich in den 1920er-Jahren bedroht fühlte.

Festungsfront Oder-Warthe-Bogen - 120 Kilometer östlich von Berlin

Der Festungsfront Oder-Warthe-Bogen ist der am stärksten ausgebaute Teil des sogenannten Ostwalls. Erste Planungen entstanden bereits in den 1920er-Jahren. Später – 1934, nachdem Deutschland ein Jahr zuvor aus dem Völkerbund austrat uns sich nicht mehr verpflichtet sah, die Regelungen des Versailler Vertrages zu erfüllen – begannen die eigentlichen Bauarbeiten an dieser wuchtigen Festungslinie. Sie befindet sich gut 120 Kilometer östlich von Berlin und war einst eine auf 110 Kilometern Breite ausgelegte Festungsfront zum Schutz von Berlin. Die Überreste prägen noch heute die westpolnische Landschaft im Gebiet zwischen der Oder und Warthe, zwei Flüsse, die dem Festungswall seinen Namen gaben. Die Hauptkampflinie verläuft von Skwierzyna im Norden, über Miedzyrez bis Schwiebodzin.

Der Festungsbogen Oder-Warthe diente Deutschland seinerzeit zum Schutz vor dem neu gegründeten Polen, von dem man sich bedroht fühlte. Da der kürzeste Weg nach Berlin durch den Oder-Warthe-Bogen führte, war klar, dass hier ein besonderer Schutzwall zum Schutz der Reichshauptstadt im Fall eines Angriffs entstehen muss. Ausgebaut wurde dieser mit Einzelwerken, Werkgruppen und Panzerbatterien. Versehen wurden diese mit Panzertürmen für Maschinengewehre mit zwei, drei oder sechs Scharten oder für den 5-cm-Maschinengranatwerfer M19. Es gab Festungsflammenwerfer mit 75 Meter Reichweite und 10-cm-Turmhaubitzen. Die Panzerkasematten verfügten teilweise über 5-cm-Panzerabwehrkanonen und weitere Geschütze.

Die sogenannten B-Werke – ausgelegt für mindestens 50 Mann – waren typischerweise bewaffnet mit 5 Maschinengewehren, einem Maschinengranatwerfer und einem zusätzlichen Flammenwerfer.

Beim Bau des Festungsbogens achtete man obendrein stark auf die natürlichen Gegebenheiten, nutzte natürlich oder errichtete künstliche Hindernisse zur Panzerabwehr.

Die Festungsfront Oder-Warthe-Bogen unterteilt sich in drei Abschnitte. Der Nord- und Südabschnitt waren mit Werkgruppen und Einzelfestungen ausgestattet. Am stärksten wurde allerdings der mittlere bzw. Zentralabschnitt ausgebaut. Der 15 Kilometer breite Frontabschnitt sollte 51 Panzerwerke, vier Panzerbatterien erhalten, die durch unterirdische Hohlgänge miteinander verbunden werden sollten. Soweit jedenfalls die Planung zu Baubeginn. Mit der Zeit gewann allerdings der Bau des Westwalls strategisch an Bedeutung und es wurden Mittel, Mannschaften und Material von Osten nach Westen verlagert. Erst 1944 als der Krieg nach Deutschland zurückkehrte begann man wieder mit dem weiteren Ausbau der Festungsanlagen.

Einmal abgesehen von der Unterteilung der Festungsfront Oder-Warthe in die zuvor genannten Abschnitte, unterteilt sie sich auch in sogenannte Werkgruppen – es gibt dreizehn von ihnen. Damit ist ein Verbund verschiedener Anlagen unter einheitlicher Führung gemeint, die oftmals durch Hohlgänge miteinander verbunden sind.



Weitere Informationen - externe Links:

- Festungsfront Oder-Warthe-Bogen - wikivoyage.org
- Position der einzelnen Werke - google-maps
- Position einzelner Werke - ebenfalls google-maps
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