Kämpfe am Westwall
1944 / 1945


Bunker der deutschen Verteidigungslinie,
die zwischen 1938 und 1940 entstand und
über eine Länge von 630 Kilometern die
Westgrenze Hitler-Deutschlands sichern sollte.

Kämpfe am Westwall

1944. Die deutsche Wehrmacht muss sich angesichts der Übermacht alliierter Truppen im Westen bis an die Grenze des Deutschen Reichs zurückziehen. Diese Entwicklung sehen, wurde der Westwall in den Wochen und Monaten zuvor systematisch ausgebaut und versorgt. Es wurden Munition und Versorgungsgüter eingelagert. Schützengräben wurden angelegt oder ergänzt, Einmanndeckungslöcher betoniert und Panzergräben gezogen. Frauen, ältere Männer und Kriegsgefangene wurden dabei eingesetzt.

Im Oktober 1944 begannen die ersten Kampfhandlungen am Westwall. Zurückweichende deutsche Truppen erreichten die Verteidigungslinie und konnten sich fortan an manchen Stellen über Monate hinweg festsetzen. Sie wagten sogar kleinere Gegenoffensive bzw. die große Ardennenoffensive, die ein letztes Aufbäumen der Wehrmacht gegen den überlegenen Feind war.

Es gab jedoch auch Abschnitte des Westwalls (beispielsweise im südlichen Saarland), wo die Verteidigungsanlagen eher spärlich waren. Hier stießen die Alliierten bald durch und versuchten den Westwall von hinten aufzurollen. Da die Verteidigungslinie obendrein nur bis Aachen reichte, umgingen alliierte Verbände diesen und stießen weiter nördlich ins Reichsgebiet vor. Daraufhin mussten sogar viele Stützpunkte geräumt werden, weil der Nachschub nicht mehr gesichert war. Ähnliches geschah nahe Zweibrücken. Hier war der Westwall allerdings besonders stark ausgebaut, so dass die Alliierten ihn in östlicher Richtung umgingen. Dort waren die Verteidigungsanlagen wieder schwächer ausgeprägt. Obendrein musste das Oberkommando einen Teil der Soldaten abziehen, weil sie an anderen Frontabschnitten dringender gebraucht wurden.

Schwere Kämpfe gab es schließlich rund um die Eifelsperren und insbesondere im Hürtgenwald. Dieses ausgedehnte Waldgebiet südwestlich von Aachen war trauriger Schauplatz der größten Schlacht am Westwall. Die Kämpfe zählen außerdem zu den schwersten Kämpfen des Zweiten Weltkriegs überhaupt (Quelle: Wikipedia). In die amerikanischen Geschichtsbücher ist diese Schlacht als „Verdun in der Eifel“ eingegangen oder als das „größte Desaster der amerikanischen Truppen im Zweiten Weltkrieg“. Die Schlacht tobte zwischen dem 6. Oktober 1944 und dem 10. Februar 1945 und kostete 12.000 Wehrmachtssoldaten und 32.000 US-Soldaten das Leben. Schlussendlich brachen die US-Truppen jedoch auch hier durch.

Im Oberkommando der Wehrmacht war man sich der Konsequenzen in einem solchen Fall durchaus bewusst. Allerdings reichten im Februar 1945 nicht mehr die Kräfte aus, um das Vordringen der alliierten Truppen auf Länge des Westwalls zu verhindern. Dennoch sah man den Westwall als „letzten Rettungsanker“. Das kann man einer Anweisung des Generalfeldmarschalls von Rundstedt aus dem Jahr 1945 entnehmen:

„Der Westwall ist die am stärksten ausgebaute Abwehrfront des Reiches. Auch da, wo der Westwall noch keine Tiefe besitzt, ist er als Befestigung allen in Frage kommenden natürlichen Stellungen überlegen. Ein Einbruch in den Westwall durch den Feind muss unter allen Umständen verhindert werden. Gelingt dem Feind infolge Fahrlässigkeit oder mangelnder Tatkraft der Führung oder der Truppen ein Einbruch in dieses Befestigungssystem, so bedeutet das ein Verbrechen von nicht abzusehenden Folgen. Der Führer ist entschlossen, in solchen Fällen den Schuldigen unmittelbar zur Verantwortung zu ziehen.“ [General von Rundstedt | 1945]


Eine solcher Befehlt blieb natürlich nicht ohne Wirkung. Die Besatzungen viele schwer umkämpften Bunker verweigerten trotz aussichtsloser Situation und deutlicher Überlegenheit der alliierten Truppen die kampflose Aufgabe. Sie hatten Angst vor Standgerichten der Wehrmacht. Heute weiß man, dass der Wert des Westwalls vom Oberkommando der Wehrmacht letztlich zu hoch eingeschätzt wurde. Doch auch die Führung der alliierten Truppen überschätzte ihn lange Zeit.

Ende Januar 1945 scheiterte dann die Ardennenoffensive der Wehrmacht. Für die Deutschen war das ein Desaster. Diese Schlacht kostete 17.000 deutschen Soldaten das Leben. Weitere 16.000 Soldaten galten als vermisst oder gerieten in Gefangenschaft und 35.000 Verwundete galt es zu versorgen. Danach fehlten die notwendigen Kräfte, um den Westwall angemessen besetzten zu können. Oft waren nur zwei bis drei Mann für acht bis zehn Bunker zuständig. Ihre Aufgabe war es, für den Feind den Schein zu erwecken, dass die Stellungen noch voll besetzt seien. Also gingen sie von Bunker zu Bunker, machten Feuer im Ofen (und damit weit sichtbaren Rauch) und schossen ab und zu Störfeuer – mal aus diesem Bunker, mal aus jenen.

Im Frühjahr 1945 nahte dann das Ende des Westwalls. Die Amerikaner brachen auf breiter Front durch. Der Weg ins Hinterland war frei.



Quelle: Historische Postkarten aus den 40er-Jahren des letzten Jahrhunderts.

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ZWEITER WELTKRIEG

Zur Einführung in das Thema solltest
Du Dir eine Doku über den Zweiten Weltkrieg
ansehen. Ich finde, dass man die Vergangenheit
kennen sollte, um die Gegenwart zu verstehen.

MAGINOT-LINIE

Das Gegenstück des Westwalls
ist die Maginot-Linie.
Ihr Aufbau folgt einem
gänzlich anderen Konzept.

DRITTES REICH

Passend zum Thema habe ich Dir auch eine
Dokumentation über Nazi-Deutschland herausgesucht.
Es fasst das Aufkommen und das Ende des
Dritten Reiches
zusammen und ist sehr informativ.

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