Vauban-Festung
Neuf-Brisach


Dieses Fort gehört zum
Festungsgürtel rund um Verdun.

Sie ist zugleich auch Teil der
Barriere de Fer.



Vauban-Festung: Neuf Brisach


1688 zettelte der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. den sogenannten Pfälzischen Erbfolgekrieg an. Vorwand waren Streitigkeiten um das Erbe einen Kurfürsten. Letztlich ging es Ludwig XIV. um Macht und größeren Einfluss sowie die geplante Ausbeutung der neuen Gebiete, die er zu erobern erhoffte. Sein Plan schlug fehl und er musste sich einer Allianz verschiedenster Gegner geschlagen geben. Der „Frieden von Rijswijk“ 1697 beendete das Blutvergießen. Eine Bedingung war, dass Frankreich das besetzte und befestigte Beisach auf dem rechten Rheinufer räumen musste. Die Regionen Elsass und Lothringen, die einst auch nicht zu Frankreich gehörten, musste er nicht abtreten. Diese territoriale Neuordnung machte die Grenzregion allerdings schutzlos. Also beauftragte Ludwig XIV. den Festungsbaumeister Sébastien Vauban auf der dem just abgetretenen Breisach gegenüberliegenden, elsässischen Rheinseite eine neue und befestigte Garnisonsstadt zu errichten, um eventuelle Invasionen von der anderen Rheinseite abwehren zu können.

Für Vauban war das ein Glücksfall. Denn anders als sonst üblich, konnte der Neuf-Brisach „vom Reißbrett“ her planen. Er musste auf keine baulichen Gegebenheiten Rücksicht nehmen – immerhin entstand die Stadt komplett neu. Am 18. Oktober 1699 gab Ludwig XIV. die Pläne frei und 1702 konnte das Bauvorhaben abgeschlossen werden.

Die besondere Bedeutung dieser Festung war, dass sie letztlich den Zugang feindlicher Truppen zum Elsass sperrte. Natürlich hätten Fußsoldaten die Garnisonsstadt umgehen können. Aber die Artillerie des Feindes war zwingend auf befestigte Straßen angewiesen. Also hätten sie Neuf-Brisach kreuzen müssen und wären dort aufgehalten worden. Eine Armee war damals aber kaum etwas ohne Artillerie wert.


Festungsstadt Neuf-Brisach



Die eindrucksvolle Festungsstadt Neuf-Brisach ist geometrisch angelegt und entspricht dem von französischen Festungsbaumeister Vauban nachhaltig geprägtem bastionierten System. In diesem Fall verfeinerte er es sogar und brachte es so zu seinem Höhepunkt. Die Verteidigung der Garnisonsstadt besteht aus zwei Wällen. Der Kampfwall hat ein leicht ansteigendes Gelände davor (der sogenannten Glacis) und verschiedene vorgelagerte Werke, die mit Artillerie bestückt waren. Dahinter befindet sich der Sicherungswall – bestehend aus auch bastionierten Türmen und diversen Zwischenwällen. Von den Türmen aus war es möglich, die Nahverteidigung zu organisieren. Dies natürlich nur für den Fall, dass Angreifer (wahrscheinlich mit erheblichen Verlusten) den Kampfwall überwinden konnten. Tückisch war diese Architektur, weil feindliche Truppen letztlich zwei Festungswälle überwinden mussten, um überhaupt zur eigentlichen Verteidigungslinie vorzudringen.




Wissenswert.

Außerdem empfehle ich Dir diese
zweiteilige Dokumenation über den .
Ersten Weltkrieg, die ich bei Youtube
fand. Sie ist sehenswert - wenn auch grausam.

    • LINK: FILM

Wenn Du die konkrete Lage der einzelnen Festungen rund um Metz erfahren möchtest, lade Dir die KMZ für Google Earth herunter. Ich rate Dir aber zu äußerster Vorsicht bei Besuchen.

Ich habe auch eine eigene Dokumentation über den
Ersten Weltkrieg erstellt. Meiner Ansicht nach
ist diese wichtig, um Inhalte der Homepage geschichtlich
entsprechend und richtig einzuordnen.

    • LINK: WISSENSWERTES