Deutsche Festungen der Moselstellung - errichtet zwischen 1871 und 1918

Historische Karte - sie zeigt die Festungsstädte Metz sowie Thionville auf deutscher und Verdun bzw. Toul auf französischer Seite. Beide fühlten sich vom jeweils anderen bedroht.

Die Moselstellung zwischen 1871 und 1918: Das war eine Verteidigungslinie, die von Bad Sierck über Thionville bis Orny bei Metz reichte. | Quelle der Karte: The Americans in the Great War - V2 The Battle of Saint Mihiel von 1915 / Autor: Michelin & Cie

Die Moselstellung ist eine deutsche Verteidigungslinie, die zwischen 1871 und 1918 errichtet wurde. Flammender Verfechter zur Errichtung des Verteidigungswalls war Generalfeldmarschall Colmar von der Goltz. Die Werke der Moselstellung reichen von Sierck-les-Bains (damals Bad Sierck) im Nordwesten über Thionville (ehemals Diedenhofen) bis Orny südlich von Metz. Dabei darf man sich diese Linie allerdings nicht als durchgehend ausgebauten Festungswall vorstellen. Es galt vielmehr, strategisch wichtige Punkte zu schützen, um sich vor französischen Angriffen zu schützen. Bei der Gelegenheit: Das militärische Gegenüber der Moselstellung war der nördliche Teil der französische Barrière de Fer. Dabei handelt es sich um eine Festungskette, die von Verdun über Toul und Épinal bis Belfort reichte.

Ursprung und wesentliche Bestandteile der Moselstellung sind die wuchtigen Festungen rund um Thionville und Metz. Das deutsche Kaiserreich begann mit dem Ausbau der heute noch zu besichtigenden Festungen direkt nach Ende des Deutsch-französischen Krieges 1870/71, den bekanntlich Deutschland gewann und als Folge die französischen Regionen Elsass und Lothringen annektierte. Mit diesen Festungen wollte man die strategisch wichtigen Städte (und militärisch relevante Verkehrsknotenpunkte) sichern, denn diese Regionen waren die neue Grenzregion zum Erzfeind Frankreich.

Später dann – häufig auch erst im Verlauf des Ersten Weltkriegs – wurden zwischen den Festungsstädten weitere Stellungen errichtet. Ihre Existenz ist dem Einsatz des bereits erwähnten Generalfeldmarschalls von der Goltz zu verdanken. Schwerpunkt dabei war Thionville und hier wiederum konzentrierte man sich insbesondere auf die linke und rechte Flanke der der Stadt westlich vorgelagerten Feste Obergentringen (frz. Fort de Guentrange).

Links und rechts der Festung entstand in den Jahren 1915 und 1916 eine Vielzahl kleinerer (betonierter) Werke. Dabei handelte es sich um kleinere Infanteriestellungen; vereinzelt errichtete man auch kleinere Kasernen und Artilleriestellungen. Es fehlen größere Werke. Sie waren letztlich auch nicht notwendig, weil sich im o.g. Fall die Feste Obergentringen in Reichweite befand. Es galt die Zwischenräume zu sichern.

Viele dieser Infanteriestellungen und Kasernen weisen die Besonderheit auf, dass sich die Einheiten, die hier dienten, in Form von teilweise recht verschnörkelten Betontafeln verewigten. Bedankt man die Zeit der Entstehung – der Erste Weltkrieg mit Millionen gefallener und verwundeter Soldaten auf fast schon auf seinem Höhepunkt angekommen – muten diese Gedenktafeln und die Mühe, die man sich mit Ihnen gab, ziemlich seltsam an. Durchaus schön … aber eben seltsam im Kontext der Zeit.



Die Feste Obergentring war ein wichtiger Stützpunkt der Moselstellung nahe Thionville

Ein wesentlicher Bestandteil der Moselstellung (den ich bisher besuchte) ist die deutsche Feste Obengentringen.
Dieses Bild zeigt die wuchtige Zentralkaserne der Festung.

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