Festungsbau im 20. Jahrhundert:

Petit Ouvrages der Maginot Linie
(Ligne Maginot)

Die Maginot-Linie war eine Festungslinie entlang der französischen Grenze zu
Belgien, Luxemburg, Deutschland und Italien. Sie wurde zwischen 1930 und 1940 errichtet.



Maginot-Linie - Schutz französischer Grenzen

Frankreich setzte über Jahrhunderte hinweg auf Festungen, um seine Landesgrenzen zu schützen. Lange Zeit war das auch ein probates Mittel zur Landesverteidigung, weil Eroberungskriege meist Festungskriege waren. Man nahm die bedeutendste Stadt (also Festung) einer Region und war danach Herr über die gesamte Region. Doch das änderte sich im Verlauf der Zeit und spätestens der Erste Weltkrieg offenbarte ein gänzlich neues Gesicht des Krieges. Die zuvor von den Franzosen errichtete Barrière de Fer, ebenfalls eine Festungslinie an der deutsch-französischen Grenze war nutzlos.

Die Festungen waren unter anderem nutzlos, weil sie sich an der direkten Grenze zu Deutschland konzentrierten. Bekanntlich folgten die Deutschen im Ersten Weltkrieg jedoch dem Schlieffen-Plan und marschierten über Belgien in Frankreich ein, wo es eine solche Verteidigungskette nicht gab. Vor all diesen Hintergründen ist es für mich kaum nachvollziehbar, dass Frankreich in den 1920er- 1930er-Jahren abermals Pläne für den Ausbau einer neuen Festungslinie an der deutsch-französischen Grenze realisierten. Und abermals konzentrierten sich die Verteidigungsanlagen auf den direkten Grenzverlauf, weil man eine Wiederholung der Geschichte (Einmarsch durch Belgien) ausschloss.

Beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges galt die neue Festungslinie der Franzosen als unüberwindbar. Sie wog die Franzosen in einer trügerischen Sicherheit, denn niemand rechnete damit, dass sich die Geschichte wiederholt. Abermals fielen deutsche Truppen über Belgien (sie wählten diesmal den Weg durch die Ardennen) in Frankreich ein, umgingen somit die waffenstarrenden Festungen der Maginot-Linie, um sie schließlich aus dem rückwärtigen Raum anzugreifen.



Petit Ouvrages - Infanteriewerke der Maginot-Linie

Petit Ouvrages - auch Infanteriewerke genannt - sind der "kleine Bruder" der Gros Ouvrages. Sie sind deutlich kleiner als die Artilleriewerke, verfügen nur über wenige Kampfblöcke, die wiederum ausschließlich für die Infanterie mit Waffen zur Nachverteidigung ausgestattet sind. Typische sind die Maschinengewehrglocken. Die Infanteriewerke sichern die Räume zwischen den großen Werken der Magino-Linie. Sie bilden mit ihnen eine Einheit. Heißt: Sie decken sich gegenseitig, so dass im Fall eines Angriffs kein Werk die Wucht des Angriffes allein tragen muss.

Infanteriewerke waren also deutlich kleiner als Artilleriewerke. Sie verfügte daher auch nur über einen zentralen Zugang, der von den Mannschaften genutzt wurde und durch den man gleichzeitig Material und Munition ins unterirdische Innere der Festung transportieren konnte. In einem Petit Ouvrage dienten deutlich weniger Soldaten als den GO's - meist weniger als 200 Mann. Dennoch waren diese Werke auf den autonomen Kampf ausgerichtet. Sie verfügten über eine unterirdische Kaserne zur Unterbringung der Soldaten, über eine Energiezentrale, eine kleine Krankenstation und natürlich über eine Küche zur Verpflegung der Soldaten. Ihnen fehlt allerdings die elektrifizierte Schmalspurbahn.

Noch kleiner als die Petit Ouvrages waren die Abris. Dies sind im Wesentlichen kompakte Kampfblöcke, in denen weniger als 100 Soldaten (oftmals nur 15 bis 20 Mann) ihren Dienst versahen. Sie verfügten (wie die Petit Ouvrages) über gepanzerte Beobachter und Maschinengewehrglocken zur Nahverteidigung. Deckten die Petit Ouvrages die Räume zwischen den Gros Ouvrages, so schützten die Abris die Räume zwischen den Petit Ouvrages oder wichtige Verkehrswege, die zu den größeren Festungen führten.

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