Festungen rund um Besançon

Besançon ist eine kleines Städtchen im Osten Frankreichs und zählt knapp über 100.000 Einwohner, die stolz sind auf ihre Geschichte: Besançon galt nämlich über Jahrhunderte hinweg als eine der am besten befestigen Städte Frankreichs. Große Festungsbaumeister verwegten sich hier - Sébastian Vauban, Michaud d'Arçon oder François Nicolas Haxo. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts gesellte sich dann auch noch General Séré de Rivieères hinzu; er erbaute die Barrière de Fer. Viele Franzosen nennen sie Système Séré de Rivières und meinen damit eine Festungslinie, die von der Nordsee bis zum Mittelmeer reicht. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen aber zweifelsfrei die Festungsbauten, die Sébastien Le Prestre de Vauban (1633–1707) einst errichtete und heute als Weltkulturerbe anerkannt sind. ein touristisches Pfund, mit dem die Stadt reichlich wuchert - nachvollziehbarerweise.

Historische Fotografie von Besançon | Quelle: gallica.bnf.fr / BnF - 15-9-11, Besançon - la citadelle et ses remparts surplombant la ville - photographie de presse

Quelle: gallica.bnf.fr / BnF - 15-9-11, Besançon
Historische Fotografie von Besançon mit der Zitadelle

Die Geschichte von Besançon als bedeutende Festungsstadt

Besançon ist heute eine malerische Festungsstadt mit einer bewegten Geschichte: Die strategisch günstige Lage der Stadt machte sie im Verlauf der letzten Jahrhunderte wiederholt zum Zankapfel europäischer Königshäuser. Einst gehörte sie zum Deutschen Reich unter Kaiser Karl V.. Er ließ Besançon zu Beginn der Renaissance befestigen und machte sie damit zu einem Bollwerk zum Schutz seines riesigen Reiches. Später fiel Besançon an das spanische Königshaus und war quasi Außenposten spanischer Interessen im Herzen Europas. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts gehört Besançon zu Frankreich. König Ludwig XIV. soll selbst bei der Belagerung und anschließenden Einnahme der Stadt zugegen gewesen sein, was die Bedeutung dieses Flecken Erde für die französische Krone zeigt. Er war es auch, die von Pest, Hungersnöten und etlichen Kriegen gezeichnete Stadt abermals auszubauen. Er verpasste Besançon die die Stadt weithin sichtbar und alles überragende Zitadelle, die lange Zeit als uneinnehmbar galt. Sein Baumeister war Sébastien Vauban, der sich mit diesem Werk ein Denkmal setzte.

Besançon hat seine bewegte Geschichte seiner strategisch günstigen Lage zu verdanken: Sie befindet sich im heutigen Osten Frankreich – dort, wo das Massiv des Juragebirges in die fruchtbare Ebene des France-Comté übergeht. Es ist (aus Osten kommend) quasi der Zugang zu dieser wirtschaftlich attraktiven Region. Sie Stadt selbst wurde auf einer Schleife des Flusses Doubs gegründet. Dieser in den letzten Jahrhunderten bedeutende Wasserweg macht hier eine Wendung, die wir ein großes Omega aussieht. Das wiederum führte dazu, dass Besançon von drei Seiten mit Wasser umgeben war, so dass man die Stadt sehr gut verteidigen konnte.

Kurzum: Besançon liegt in einer wirtschaftlich attraktiven Region, an einer wichtigen Verkehrsader und man konnte sie obendrein gut verteidigen. Ideale Bedingungen, um in den Fokus der Herrscherhäuser vergangener Zeit in Europa zu gelangen.


Weitere Informationen:

- Plans de Besançon et de ses travaux de défense par Vauban.
- Recueil des plans des places du Royaume. Plan 78.
- Nouveau plan de Besançon - 1926/27.

Französische Festungen

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