Festungen
der Barrière de Fer

Festung

Festungen in Frankreich

General Séré de Rivières - Erbauer der Barrière de Fer


Raymond Adolphe Séré de Rivières
(1815-1895)

General Séré de Rivières war der Erbauer der Barrière de Fer. Das ist eine Festungslinie in Frankreich, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde und als Schutzwall gegen einen Angriff des deutschen Kaiserreichs dienen sollte. Die Franzosen nennen den Festungswall auch Système Séré de Rivières - zu Ehren des Erbauers.

Festung

Barrière de Fer - die französische Verteidigungslinie von Séré de Rivières


1871: Frankreich war geschockt. Der Deutsche-Französische Krieg 1870/71 ging schmachvoll verloren und man musste die wichtigen Regionen Elsass-Lothringen an das neu gegründete deutsche Kaiserreich abtreten. Dies wäre vielleicht noch zu verkraften gewesen. Schlimmer war, dass der neue Grenzverlauf zu Deutschland schutzlos war. Es gab dort keine Festungsanlagen, die einen erneuten Einmarsch deutscher Truppen in Heimatland hätte aufhalten können. Das empfand die französische Regierung als derart bedrohlich, dass man innerhalb kurzer Zeit den Ingenieur und General Raymond Aldophe Séré de Rivières mit dem Bau einer Festungslinie beauftragte und die dafür notwendigen Millionen freigab. Es entstand die Barrière de Fer, die heute als Vorläufer der späteren Maginot-Linie gilt. Franzosen nennen dieses mächtige Bollwerk heute voller Stolz auch Système Séré de Rivières.

Schematische Darstellung der Festungsanlagen der Barrière de Fer - Frankreich

Barrière de Fer - schematischen Darstellung

Externer Link - historische Landkarte:
Karte der südlichen Westfront
Schwerpunkt dieser Karte sind die Festungen
rund um Verdun, Toul, Épinal und Belfort.

Das militärische Konzept der Barrière de Fer basierte auf einer Kette neu zu errichtender Festungen, mit denen man strategisch bedeutende Städte entlang der deutsch-französischen Grenze und deren wichtigen Verkehrsknotenpunkte schützen konnte. Alles in allem entstanden zwischen 1874 und 1885 insgesamt 196 Festungen, 58 Zwischenwerke und weitere 278 Batterien (Quelle). Die Kosten dieses gigantischem Projekt nationalem Ausmaßes beliefen sich auf 450 Millionen Goldfrancen (france-or) für die Verteidigungsanlagen und weitere 250 Millionen Goldfranken deren Bewaffnung. Der neue Verteidigungswall reiche von Dünkirchen im Norden bis nach Nizza am Mittelmeer. Einige Frestungsanlagen entstanden auch rund um Paris. Seinen militärischen Schwerpunkt hatte er jedoch auf Höhe der deutsch-französischen Grenze in Ostfrankreich.

Ankerpunkt des Systems waren die sogenannten Camps Retranchés. Das waren Großfestungen, die wiederum von Gürtelforts geschützt wurden. Sie wurden um die Städte Verdun, Toul, Épinal und Belfort angelegt, indem man auf den die Städte umgebenden Höhen jeweils einen Gürtel aus Forts und Zwischenwerken errichtete. Die neuen Verteidigungsanlagen befanden sich meist fünf bis sechs Kilometer von den Städten entfernt. Die Forts dienten der Armee als Operationszentralen und Logistikzentren. Selbstredend waren sie in der Lage, das Vordringen feindlicher Kräfte zu stoppen. Zwischen den Städten Verdun/Toul bzw. Épinal/Belfort errichtete Revières weitere Zwischen- oder Verbindungsforts. Sie wurden auch Rideau-Forts genannt. Sie deckten den Zwischenraum zwischen den Großfestungsanlagen und bewirkten, dass anrückende Truppen die strategisch wichtigen Städte nicht umgehen konnten.

Einzig zwischen Toul und Épinal gab es keine Verbindungsforts. Dieser Bereich wurde Trouée de Charmes (dt: Loch von Charmes) genannt. Man erwartete, dass vorrückende Truppen diese Stelle nutzen würden, um die Linien zu durchbrechen. Da in einem solchen Fall die Truppen auf engen Raum konzentrierten, hoffte man, die Angreifer besser zurückschlagen zu können. Zu guter Letzt wurden wichtige Verkehrsknotenpunkte, die nicht in Reichweite der Festungsgürtel lagen, durch Sperrforts gesichert. Man nannte sie Forts d’Arrêt. Sie befanden sich in unmittelbarer Nähe von Eisenbahnlinie und waren auf den eigenständigen Kampf ausgerichtet.


Festungen der Barrière de Fer - Festungen zwischen Verdun und Toul

Barriere de Fer

Verlauf der Barrière de Fer zwischen Verdun und Toul

Barrière de Fer zw. Verdun und Toul
Quelle: The Americans in the Great War -
V2 The Battle of Saint Mihiel von 1915

Die Karte vom deutsch-französischen Grenzverlauf 1914 verdeutliche die Pläne von General Séré de Rivières. Seine Strategie sah eine massive Konzentration der französischen Armee westlich der Maas vor, wobei sich die Brücken in Reichweite der eigenen Geschütze auf den Maas-Höhen befanden. Hier platzierte er auch die einzelnen Festungen der Barrière de Fer:

Betrachtet man eine Karte der deutsch-französischen Grenze von 1914 zwischen Nancy und Verdun, so sieht man, dass zwei Flüsse - die Maas und die Mosel - parallel zur Grenze verlaufen und eine doppelte Verteidigungslinie bilden. Die Mosel wird von den Hügeln geschützt, die Maas von den Höhen der Maas, deren Ostseite, gegenüber Deutschland, aus einer Reihe von steilen Felsen besteht.

Als General Séré de Rivières beauftragt wurde, diese Grenze zu befestigen, sahen seine Pläne den Bau einer Festungslinie entlang der Maashöhen vor, die in der Lage war, die Brücken über die Maas unter Beschuss zu halten und so die Konzentration der französischen Armeen hinter dem Fluss bei Neufchâteau zu ermöglichen. Die drei nördlichen Festungen standen also der Maas gegenüber; die südlichen Festungen, nämlich Gironville und Liouville, beherrschten sowohl die Maas als auch die Woëvre.

Der große Nachteil seines Plans war, dass die riesige und von feindlichen Truppen gut zu durchquerende Woëvre-Ebene zwischen Stenay, Longwy, Toul und Nancy im Falle eines Angriffs geopfert werden musste. Die Bedeutung dieses möglichen Verlustes wurde durch die Entdeckung von Kohlerevieren im Bezirk Briey noch verstärkt. Es wurde daher beschlossen, eine Reihe von Bataillonen von Jägern in den Woëvre-Städten zu stationieren. Darüber hinaus konnte durch die Verabschiedung des Dreijährigen Wehrdienstgesetzes die Zahl der Deckungstruppen deutlich erhöht werden. Im Jahre 1914 sah der Konzentrationsplan die Zusammenlegung der dritten französischen Armee in der Woëvre-Ebene vor. Es wurden jedoch keine permanenten Verteidigungsanlagen errichtet. Die Festung von Longwy, isoliert und von geringem militärischen Wert, konnte keinen wirksamen Schutz bieten.

Die deutsche Regierung hatte der französischen Regierung mehrfach zu verstehen gegeben, dass sie die Errichtung von Befestigungen in Woëvre ablehnen würde. Auf der anderen Seite haben die Deutschen ihre eigene Grenze von Metz nach Thionville ständig verstärkt, indem sie den Umfang des befestigten Lagers von Metz von 25 auf 90 Kilometer erhöht und etliche neue Festungen errichtet hatten.




Festungen der Barrière de Fer

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