Vauban-Festung
Citadelle de Montmédy



Die Zitadelle von Montmédy wurde vom
französischen Festungsbaumeister Sébastien Vauban
maßgeblich umgebaut. Er war der Architekt des Festungsring
um Frankreich unter dem Sonnenkönig Ludwig XIV.



Vauban-Festung: Citadelle de Montmédy


Das kleine französische Örtchen Montmédy mit seinen 2.300 Einwohnern befindet sich im nordwestlichen Zipfel des Départements Meuse – etwas sechs Kilometer von der belgischen Grenze entfernt. Über Jahrhunderte hinweg hatte dieser Fleck eine hohe strategische Bedeutung. Die Hänge der Maas und Mosel, die Montmédy umschließen, bilden eine Passage geologischen Ursprungs. Hier kreuzen sich wichtige Verkehrsadern, die Luxemburg mit Paris oder Sedan mit Metz verbinden. Da in früheren Jahrhunderten zum Transport von schwerfälligen und schweren Kriegsgerät Flüsse oder gut ausgebaute Landstraßen zwingend notwendig waren, ist klar, dass die Landesfürsten vieler Epochen in und um Montmédy entsprechende Befestigungsanlagen errichten ließen. So konnte mit einfachen Mitteln selbst das Vordringen riesiger Heere gestoppt werden. Der Hügel von Montmédy wiederum überragt die umliegende Landschaft. Es wundert also nicht, dass hier bereits im 12. Jahrhundert eine erste Burg entstand.

Zitadelle von Montmédy - Quelle: gallica.bnf.fr / Bibliothèque national de France

Die Zitadelle von Montmédy wurde vom Festungsbaumeister Sébastien Vauban umgebaut.
Quelle der historischen Karte: gallica.bnf.fr /
Bibliothèque national de France

Im 16. Jahrhundert gehörte Montmédy zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation unter der Regentschaft Karl V.. Er beschloss, die in die Jahre gekommene Burg durch eine wehrhafte und moderne Zitadelle zu ersetzen. Dies wiederum missfiel dem französischen Sonnenkönig Ludwig dem XIV.. Einmal abgesehen davon, dass er sich diesen fruchtbaren Landstrich einverleiben wollte, galt es für ihn die strategischen Verkehrswege dort zu sichern. Denn sie stellten ein Einfallstor nach Frankreich dar. Eine kriegerische Auseinandersetzung war also vorprogrammiert.

1657 schickte Ludwig XIV. seine Truppen zusammen mit seinem Festungsbaumeister und Belagerungsspezialisten Sébastien Vauban zum „Sturm auf die Festung Montmédy“. Die Belagerung dauerte 57 Tage. Besonders erniedrigend war, dass eine nicht einmal 800 Mann zählende Festungsgarde ein französische Heer von 30.000 Mann effektiv aufhalten konnte.

Nach der Kapitulation durch die Verteidiger übertrug Ludwig XIV. seinem Festungsbaumeister Vauban umgehend die Aufgabe, die Zitadelle nach den neusten Erkenntnissen zu modernisieren. V

Nach der Einnahme von Montmédy erhielt Vauban von Ludwig XIV. umgehend den Auftrag, die Zitadelle abermals auszubauen und noch wehrhafter zu machen. In dieser Zeit erhielt sie auch ihr heutiges Aussagen. Vauban legte daraufhin neue Wehrgräben und Wälle an und ließ die Mauern der Zitadelle deutlich verstärken. Immerhin hatte er an der Belagerung teilgenommen und kannte so die Stärken und Schwächen der Festung aus Sicht eines Angreifers sehr gut. Diese Erkenntnisse fließen in den Um- und Ausbau der Zitadelle von Montmédy ein. Im Gegensatz zur ebenfalls von Vauban modernisierten Zitadelle von Bitche ist hier die Grundfläche der Festung größer, sodass er auch weitere Unterkünfte für Soldaten und Offiziere und die Kirche St. Martin errichten konnte. In dieser Zeit erlange die Zitadelle auch ihren Ruf, die größte Festungsanlage in Nordfrankreich zu sein.

Im 19. Jahrhundert wiederum verewigte sich ein weiterer französischer Festungsbaumeister in Montmédy. General Séré de Rivières errichtete hier nämlich weitere Kasematten, weil der die Zitadelle – obwohl sie militärisch veraltet war – als Teil seiner neuen Festungslinie ansah.

Während des Ersten Weltkriegs wiederum stellte die militärisch veraltete Zitadelle für die aus Belgien kommenden deutschen Truppen keine nennenswerte Bedrohung dar. Sie wollten zwar die wichtigen Verkehrswege für eigene Zwecke nutzen, konnten die Festung allerdings umgehen. Später wurde die Zitadelle sogar von den Deutschen eingenommen. Aber wie gesagt: Militärisch hatte die Festung wegen seiner hoch aufragenden Wälle und dem schutzlosen Bauten auf der Kuppe des Hügels keine Bedeutung mehr. Moderne Festungsanlagen dieser Zeit wurden in die Erde gegraben, um so dem feindlichen Artilleriefeuer eine möglichst geringe Angriffsfläche zu bieten. Siehe: Geschichte des Festungsbaus.


Die Zitadelle von Montmédy

Zitadelle von Bitche

Weitere Impressionen von der Zitadelle von Montmédy

Zitadelle von Bitche



Wissenswert.

Ich gab mir Mühe und versuchte die Geschichte des Festungsbaus mit wenigen Worten zusammenzufassen. Dabei konzentriere ich mich auf die preußischen Festungen Ende des 19. Jahrhunderts.

    • LINK: WISSENSWERTES

Wenn Du die konkrete Lage der einzelnen Festungen rund um Metz erfahren möchtest, lade Dir die KMZ für Google Earth herunter. Ich rate Dir aber zu äußerster Vorsicht bei Besuchen.

Ich habe auch eine eigene Dokumentation über den
Ersten Weltkrieg erstellt. Meiner Ansicht nach
ist diese wichtig, um Inhalte der Homepage geschichtlich
entsprechend und richtig einzuordnen.

    • LINK: WISSENSWERTES

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