Festung Metz - strategisch wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Elsass-Lothringen

Historische Karte - sie zeigt die Festungsstädte Metz sowie Thionville auf deutscher und Verdun bzw. Toul auf französischer Seite. Beide fühlten sich vom jeweils anderen bedroht.

Die Karte zeigt die zum Kaiserreich gehörenden Festungsstädte Metz und Thionville und die französischen Festungen bei Verdun, Toul und dazwischen.

Quelle der Karte: The Americans in the Great War - V2 The Battle of Saint Mihiel von 1915 / Autor: Michelin & Cie

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs galt Metz als eine der am besten befestigen Städte in Europa. Die Stadt verfügte über zwei Festungsringe, wobei insbesondere die Festungswerke des zweiten Ringes zu den modernsten Festungen jener Zeit gezählt wurden. Anfangs – also nach Ende des Deutsch-französischen Krieges 1870/71 und der Annexion Elsass-Lothringen durch das junge deutsche Kaiserreich ging es Kaiser Wilhelm II. „lediglich“ darum, die neu hinzugewonnenen Gebiete zu schützen. Also ließ er auf allerhöchste Order hin und mit Eile im Schritt ein die dort befindlichen, aber nicht fertiggestellten französischen Festungen ausbauen (erster Festungsring) und danach einen zweiten Festungsring rund um die Stadt errichten. Letzterer war notwendig, weil es zwischenzeitig (ab 1880) sogenannte Sprenggranaten gab. Mittels dieser konnte man innerhalb kurzer Zeit herkömmliche Festungen (unter anderem die des ersten Festungsrings) in Schutt und Asche legen. Zum Schutz der Stadt mussten also neue, modernere Festungen errichtet werden, die einem solchen Beschuss widerstehen konnten.

Spätestens ab 1905 (eigentlich waren alle rund um Metz errichteten Festungen schon einsatzbereit) änderte sich die Strategie. Generalfeldmarschall Alfred Graf von Schlieffen, er war damals Chef des deutschen Generalstabs unter Kaiser Wilhelm II., entwickelte einen neuen Angriffsplan auf Frankreich. Er sah vor, dass im Fall einer kriegerischen Auseinandersetzung (1) die deutschen Truppen über das neutrale Belgien in Frankreich einfallen sollten, da die belgisch-französischer Grenze weniger geschützt war und (2) die Moselstellung, zu der auch Thionville und insbesondere Metz gehörten, einen französischen Angriff auf die direkte deutsch-französische Grenze abwehren mussten. Den Festungen rund um Metz kam dabei eine besondere strategische Bedeutung zu, weil Metz der zentrale Verkehrsknotenpunkt in der Region war. Und ohne angemessen ausgebaute Bahnverbindungen ließ sich seinerzeit kein Krieg führen – geschweige denn gewinnen. Siehe: Schlieffen-Plan von 1905.



Feste Kronprinz - deutsche Panzerfestung bei Metz

Die deutsche Festung Kronprinz (frz. Groupe fortifié Driant) gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts zu den modernsten Panzerfestungen des deutschen Kaiserreichs. Ihr Bauplan folgt einem neuen Festungskonzept, welches erst wenige Jahre zuvor von den Festungsbauingenieuren des Kaisers Wilhelm II. erarbeitet wurde. Man bezeichnete solche Festungsanlagen seinerzeit auf "Feste".

Die Festung gehört zum zweiten Festungsring rund um Metz und befindet sich knapp zehn Kilometer südwestlich von der Stadt. Etwas weiter nördlich, in rund fünf Kilometer Entfernung, befindet sich die Feste Kaiserin. Und 4,5 Kilometer weiter südlich die liegt die Feste Haeseler - eine zweigeteilte Festungsanlage mit ihren Werken Sommy und St. Blaise. Die Feste Kronprinz wurde zwischen 1899 und 1905 am Rand eines Plateaus zwischen den Tälern der Mosel und das Mance errichtet. Sie hatte die Aufgabe, die in der Nähe befindlichen Straßen nach Verdun und die verschiedenen Verkehrswege entlang der Mosel zu schützen - also den Fluss selbst, die Eisenbahnlinie Metz-Nancy und die beiden in der Nähe befindlichen Straßen, die ebenfalls nach Nancy führen. Bei dieser Aufgabe wurde sie gedeckt von den beiden bereits erwähnten Festungen Kaiserin und Haeseler.


Impressionen von der Feste Kronprinz

  • Feste Kronprinz - deutsche Panzerfestung bei Metz
    Artilleriewerk der Feste Kronprinz
  • Feste Kronprinz - deutsche Panzerfestung bei Metz
    Infanteriekasematte der Feste Kronprinz
  • Feste Kronprinz - deutsche Panzerfestung bei Metz
    Panzerturm der Feste Kronprinz
  • Feste Kronprinz - deutsche Panzerfestung bei Metz
    Kleines Werk zum Schutz des Zugangs zur Festung
  • Feste Kronprinz - deutsche Panzerfestung bei Metz
    Wachposten - eine Schnecke aus Stahl
  • Feste Kronprinz - deutsche Panzerfestung bei Metz
    Beobachter

Festung


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